• 03.02.2005, 08:49:57
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Motz: Ausbau des Hochspannungsnetzes ist dringend erforderlich

Ohne Ausbau drohen höhere Stromkosten und Nachteile für die Wirtschaft

St. Pölten (SPI) - "Um die Versorgungssicherheit der Bevölkerung und
der Wirtschaft mit Elektrizität sicherzustellen, sind nicht nur die
entsprechenden Kraftwerke notwendig, auch das Verteilungsnetz muss
über die erforderlichen Kapazitäten verfügen", erläutert der
Energiesprecher der SPNÖ, LAbg. Mag. Wolfgang Motz. Gerade im Bereich
der Stromnetze gibt es aber bereits jetzt Engpässe. "Der kürzlich
veröffentlichte UCTE-Bericht (Union für die Koordinierung des
Transportes elektrischer Energie) stellt fest, dass zwar im
europäischen Durchschnitt die Kapazitäten der Kraftwerke ausreichen
werden, um bis 2010 genügend Strom zur Verfügung zu stellen, weist
aber gleichzeitig darauf hin, dass der Ausbau der Netze dringend
erforderlich ist", so Motz weiter. Probleme ergeben sich dabei vor
allem durch die regional nicht ausgewogene Verteilung der
Stromerzeugung. "Der Ausbau der Leitungssysteme drängt. Vor allem die
langen Vorlaufzeiten für die Planung und die behördlichen
Genehmigungsverfahren erfordern rasche Entscheidungen. Zu den
europäischen ‚Hot-Spots' zählen neben den Beneluxstaaten vor allem
die Strecke von Polen bis Österreich und die Leitungen vom Norden
Österreichs in den Süden", erläutert Motz.****

Die Situation hat nicht nur durch die bereits 50 Jahre alten
Nord-Südleitungen, sondern auch durch den Einsatz der schwer
planbaren Windenergie verschärft. "In jüngster Zeit gab es eine
eklatante Verschärfung der Situation und eine dramatische Häufung von
‚Beinahe Blackouts'. Daher muss das österreichische Hochspannungsnetz
dringend ausgebaut werden. Der Netzbetrieb kann häufig nur mehr mit
Notmaßnahmen beim Kraftwerks- und Pumpeinsatz, dem sogenannten
Engpassmanagement aufrechterhalten werden. Dieses Engpassmanagement
gefährdet die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Österreich und
schlägt sich auch mit erhöhten Kosten zu Buche. Die diesbezüglichen
Ausgaben werden voraussichtlich von rund 10 Millionen Euro im Jahr
2004 auf rund 18 Millionen Euro für das Jahr 2005 steigen ! Ein
Steigen der Netzkosten und damit der Strompreise bei gleichzeitig
sinkender Versorgungssicherheit kann nicht mehr hingenommen werden",
fordert Motz rasche Maßnahmen. Ein weiterer Nachteil der derzeitigen
Situation ist, dass - um das Netz zu stützen - im Süden vermehrt
kalorische Kraftwerke eingesetzt werden, was den ökologischen Effekt
der Windkraft verpuffen lässt. "Wenn die Situation nicht verbessert
wird, bedeutet das einen Nachteil für den Wirtschaftsstandort
Österreich. Eine Verteuerung der Netzkosten hebt den Strompreis zu
Lasten aller Kunden. Ebenso kann erneuerbare Energie nicht sinnvoll
genutzt werden. Ein Netzausbau mit der raschen Fertigstellung des
380-kV-Ringes ist dringend notwendig. Nur so können die Probleme
rasch gelöst und nachhaltig beseitigt werden", so Motz abschließend.
(Schluss) kr

OTS0029    2005-02-03/08:49

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