- 02.02.2005, 12:14:23
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Stadlbauer: Sexismus in der Justiz, der zum Himmel schreit
Wien (SK) "Es ist ein Skandal, in welcher abschätzigen und
diskriminierenden Art in der Justiz über Frauen gesprochen wird",
reagierte SPÖ Bundesfrauengeschäftsführerin und
Nationalratsabgeordnete Bettina Stadlbauer auf das Agieren von
Justizvertretern in einem Strafverfahren wegen Vergewaltigung, über
das heute Mittwoch im Kurier berichtet wurde.
Der zuständige Staatsanwalt argumentierte "Prostituierte werden nicht
besonders erniedrigt, wenn sie vergewaltigt werden". Der Richter
Thomas Schrammel setzte dem nur halbherzig etwas entgegen und
verstärkte die Frauenfeindlichkeit noch mit der Aussage "Sie (gemeint
ist die Prostituierte, Anmerkung des Pressedienstes) steckt die
Vergewaltigung wahrscheinlich leichter weg als das behütete
Bürgertöchterl, und so ist zu erklären, dass die Opfer bei der
Einvernahme nicht heulten". Es handelt sich hier um Sexismus in
Reinkultur, der zum Himmel schreit, so Stadlbauer gegenüber dem
Pressedienst der SPÖ. ****
Auch die Aussage des Richters "Prostituierte sind auch Menschen und
dürfen sich außerhalb ihres Dienstes wohl aussuchen mit wem sie Sex
haben" zeugt von der völligen Bagatellisierung eines
Gewaltverbrechens. Abgesehen davon sind auch Prostituierte innerhalb
des Dienstes nicht Freiwild und müssen daher auch nicht mit jedem Sex
haben.
Dass diese Argumente zu mildernden Umständen für den Angeklagten
Zuhälter führen, ist ein frauen- und justizpolitischer Skandal.
Justizministerin Karin Miklautsch ist hier gefordert, sofort
disziplinäre Maßnahmen gegen Staatsanwalt und Richter einzuleiten.
Stadlbauer kündigte eine parlamentarische Anfrage diesbezüglich an.
"Ich hoffe auch, dass zumindest diesmal Frauenministerin Rauch-Kallat
nicht schweigt und sich endlich ihrer Rolle bewusst wird", meinte
Stadlbauer.
Ein derart erniedrigender Umgang mit Frauen darf in der Justiz auf
keinen Fall geduldet werden, so Stadlbauer abschließend. (Schluss)
up/mm
OTS0159 2005-02-02/12:14
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