Steigerung der Medikamentenausgaben gestoppt

Spannenkürzung bei Apothekern bringt den Krankenkassen 45 Mio Euro - Entspannung bei der Finanzierung von Arzneimitteln

Wien (OTS) - Die Einsparungen im Gesundheitssystem zeigen
deutliche Auswirkungen. Im Jahr 2004 wurde durch gezielte Maßnahmen die Ausgabensteigerung der Krankenkassen für Arzneimittel eingedämmt:
Die Ausgaben für Medikamente über öffentliche Apotheken haben sich nach Berücksichtigung des vereinbarten Industrierabatts um lediglich 2,4 Prozent erhöht. Inflationsbereinigt ergibt das 0,3 Prozent, was einer Stagnation der Ausgaben der Krankenkassen für Arzneimittel gleichkommt. Von einem Finanzierungsproblem im Arzneimittelsegment kann nunmehr keine Rede sein.

Die österreichische Apothekerschaft war als erste massiv von der Gesundheitsreform betroffen. Mit einer empfindlichen Kürzung ihrer Spannen in der Höhe von 45 Millionen Euro haben die österreichischen Apotheker erheblich zum Stopp der Ausgabensteigerung beigetragen. "Die Apotheker sind ein relativ kleiner Berufsstand, und haben einen überproportionalen Beitrag zum Weiterbestehen des Gesundheitssystems für Österreich geleistet. Wir wurden mit politischen Forderungen aus der Gesundheitsreform konfrontiert, die uns an die Grenzen der Finanzierbarkeit gebracht haben," erläutert Mag. Leopold Schmudermaier, Vizepräsident und Wirtschaftssprecher der Österreichischen Apothekerkammer.

Wirtschaftliche Situation für Apotheken dramatisch

Die hohen Einsparungen bei den österreichischen Apotheken haben zwar einerseits das Gesundheitssystem entlastet, andererseits aber innerhalb der Apothekerschaft zu einer dramatischen Entwicklung geführt. Die Betriebsergebnisse der Apotheken sind im Geschäftsjahr 2004 durchschnittlich um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Viele Apotheken sind in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Nahezu jede siebente Apotheke - nämlich österreichweit 170 Apotheken - konnte nur durch Zuschüsse des eigenen Berufsstandes vor finanziellen Turbulenzen bewahrt werden.

Hohe Qualität der Apothekenleistungen

Die Apothekenbetriebe haben - im Gegensatz zu vielen anderen Wirtschaftsbranchen - den finanziellen Druck selbst getragen und nicht mit Kündigungen der Mitarbeiter reagiert. Mehr ausgebildete Apotheker denn je haben die Österreicherinnen und Österreicher kompetent betreut und beraten. Die Mitarbeiterzahl der 1.172 öffentlichen Apotheken ist um fünf Prozent auf 12.831 gestiegen, wobei jährlich über 1000 Lehrlinge ausgebildet werden. Damit hat sich die österreichische Apothekerschaft als verantwortungsvoller Gesundheitsberuf und verlässlicher Arbeitgeber erwiesen.

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