Mehr Bildungschancen für unsere Kinder PISA - was nun?

SP-Haider: Schluss mit Kürzungen! Mehr Wertschätzung für LehrerInnen!

Linz (OTS) - "Bildung ist für die schwarz-blaue Bundesregierung kein Schwerpunkt, sondern ein Schwachpunkt. Bei Schulen und Universitäten wird radikal gekürzt. Es gibt zwar vier Prozent weniger Schülerinnen und Schüler, aber gleich zehn Prozent weniger LehrerInnen und 12 Prozent weniger Budget für Bildung. Die negativen Auswirkungen zeigen sich bei der jüngsten PISA-Studie. Bei allen, denen die Bildung ein Anliegen ist, müssten alle Alarmglocken läuten. Die SPÖ hat mit ihrem Bildungsprogramm bereits die Grundlage für eine bessere Bildungspolitik geschaffen", zeigt SPÖ-Landeschef LH-Stv. Erich Haider auf. "Wir brauchen eine moderne, zukunftsorientierte Schule, in der alle SchülerInnen die gleichen Chancen haben!"

"Deshalb: Ab sofort Schluss mit den sinnlosen Kürzungen! Sparen bei den Schülern und bei den Lehrern bedeutet Sparen bei unserer Zukunft! Es muss deutliche Erhöhungen bei den Bildungsbudgets geben, eine sofortige Zurücknahme der Stundenkürzungen, kleinere Klassen und mehr Möglichkeiten, Kinder besonders zu fördern. Und für die von der ÖVP systematisch demotivierten Lehrerinnen und Lehrer muss es endlich die notwendige Wertschätzung geben!", so Haider heute bei einer Pressekonferenz, an der auch der SPÖ-Bildungssprecher, Klubobmann Dr. Karl Frais, die Vizepräsidentin des Landesschulrates, Brigitte Leidlmayer , MAS und der Vorsitzende des Sozialdemokratischen Lehrerverbandes (SLOÖ) Hauptschuldirektor Peter Grassnig teilnahmen .

SPÖ-Bildungssprecher Klubobmann Dr. Karl Frais sieht in der PISA-Studie einen kritischen Spiegel für das bestehende System aus dem sich ein klarer Handlungsauftrag ableitet. Er verlangt eine genaue Analyse, die Entwicklung eines Zielkataloges sowie ein Maßnahmenpaket und urgiert in diesem Zusammenhang die Forderung nach Einrichtung eines Pisa-Forums, wie von der SPÖ bei der Landtagssitzung im Dezember bereits beantragt. Frais kritisiert die ungleichen Lernbedingungen, und dadurch Startchancen, die sich bereits in der Zeit vor der Schule manifestieren und die durch das bestehende Schulsystem noch verstärkt werden. Genau diese Startbedingungen habe Ministerin Gehrer durch Stundenkürzungen und Einsparungen bei den Lehrern noch verschärft. Nun stehe sie vor dem Trümmerhaufen ihrer Politik, betont Frais und fordert für die moderne Schule einen Paradigmenwechsel statt eines bloßen Faceliftings.

Die Vizepräsidentin des Landesschulrates, Brigitte Leidlmayer, fordert, dass jedes Kind in der Schule gleich viel wert sein müsse und ist daher gegen die zu frühe Selektion, wie sie derzeit in unserem Schulsystem praktiziert wird. Sie will die beste Schule und optimale Betreuung in Kleingruppen für alle Kinder.

Auch der SLOÖ-Vorsitzende Peter Grassnig verlangt frühe und gezielte Fördermaßnahmen für die Kinder, damit Defizite nicht die gesamte Schulzeit mitgeschleppt werden. Er tritt für eine einheitliche, universitäre Ausbildung aller Lehrenden und ein einheitliches Dienstrecht für alle Lehrer ein.

Diskussion im Neuen Rathaus in Linz am 3.2. 05, 19 Uhr

Konsequenzen aus der PISA-Studie stehen auch im Mittelpunkt einer gemeinsamen Diskussionsveranstaltung der SPÖ-Bildungs- und LehrerInnenorgnaisationen am Donnerstag, 3. Februar 2005 um 19 Uhr im Neuen Rathaus in Linz mit LH-Stv. Erich Haider, dem Leiter des PISA-Zentrums, Univ.-Prof. DDr. Günther Haider von der Uni Salzburg, der Vizepräsidentin des Landesschulrates, MAS Brigitte Leidlmayer, Eltern und SchülerInnen.

Bildungs-Diskussionen in allen Bezirken

Diese Veranstaltung ist der Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe mit Information und Diskussion der SPÖ ab März in allen oberösterreichischen Bezirken mit dem SP-Wissenschaftssprecher Josef Broukal oder dem SP-Bildungssprecher Erwin Niederwieser. Am Podium bzw. im Publikum u.a. LehrerInnen, SchülerInnen, ElternvertreterInnen und BildungspolitikerInnen.

PISA: Absturz in Deutsch, Mathematik
und Naturwissenschaften

Die Pisa-Studie hat es gezeigt: Österreichs Schule fällt im internationalen Vergleich deutlich zurück.
• In Deutsch von Platz 10 auf Platz 19
• In Mathematik von Platz 11 auf Platz 15
• In Naturwissenschaften von Platz 8 auf Platz 20

Andere Länder dagegen holen auf: So ist Deutschland um drei Plätze vorgerückt, Polen ist um sieben Plätze vorgerückt.
Unangefochten auf Platz 1 bleibt Finnland.

Zahl der SchülerInnen mit äußerst geringen Kenntnissen auf 20 Prozent gestiegen

Allgemeinbildende Höhere Schulen (AHS) und Berufsbildende Höhere Schulen (BHS) in Österreich bleiben ungefähr gleich, werden aber seit 2000 nicht besser.

Hauptschulen, Polytechnische Schulen und Berufsschulen fallen dramatisch zurück.
Der Anteil der SchülerInnen mit äußerst geringen Kenntnissen steigt von 15 Prozent auf 20 Prozent.

Österreichs Schulen verstärken die Unterschiede der sozialen Herkunft. Der Beruf der Eltern bestimmt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Schullaufbahn.
Die Selektion erfolgt mit sechs und zehn Jahren nach den Schwächen der SchülerInnen.

Der Unterschied zu den erfolgreichen PISA-Staaten:

Die erfolgreichen PISA-Staaten haben
• Ganztägige Schulen
• Eine gemeinsame Schule von 6 bis 14 (15) Jahre
• Förderung nach individuellen Fähigkeiten
• Wenig Frontalunterricht, dafür Lerngruppen in der Klasse
• Beurteilung dient ausschließlich als Basis für Fördermaßnahmen, nicht als Rechtfertigung von Klassenwiederholung
• Dieses System fördert Begabte und weniger Begabte gleichermaßen.

Am Beispiel Mathematik: 19 Prozent in Österreich "sehr schlecht", in Finnland nur 6 Prozent

Besonders deutlich zeigt sich der Unterschied zwischen Österreich und dem PISA-Siegerland Finnland am Beispiel Mathematik:

Während in Österreich 19 Prozent der SchülerInnen in Mathematik als sehr schlecht eingestuft wurden, sind das in Finnland nur 6 Prozent.

Gut und sehr gut sind in Österreich 15 Prozent, in Finnland dagegen 24 Prozent!

  • Finnland hat ein flächendeckendes Angebot an kostenlosen Ganztagsschulen mit Mittagessen
  • Finnland hat eine gemeinsame Schule bis zur 9. Klasse
  • Finnland hat sehr viel "Selbst-Unterricht" in Lerngruppen und Förderunterricht auf jeder Kenntnis-Stufe
  • Lehrer arbeiten im Team zusammen
  • Schlechte Leistungen sind Alarmzeichen - für die Schule, nicht nur für den Schüler!

"Für uns sind die Schlussfolgerungen klar: die SPÖ Oberösterreich startet eine Bildungsoffensive. Klares Ziel sind mehr Bildungschancen für unsere Kinder!", ist sich Erich Haider mit allen Bildungsexperten der Landespartei einig.

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