- 31.01.2005, 14:30:20
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Mehr Bildungschancen für unsere Kinder PISA - was nun?
SP-Haider: Schluss mit Kürzungen! Mehr Wertschätzung für LehrerInnen!
Linz (OTS) - "Bildung ist für die schwarz-blaue Bundesregierung
kein Schwerpunkt, sondern ein Schwachpunkt. Bei Schulen und
Universitäten wird radikal gekürzt. Es gibt zwar vier Prozent weniger
Schülerinnen und Schüler, aber gleich zehn Prozent weniger
LehrerInnen und 12 Prozent weniger Budget für Bildung. Die negativen
Auswirkungen zeigen sich bei der jüngsten PISA-Studie. Bei allen,
denen die Bildung ein Anliegen ist, müssten alle Alarmglocken läuten.
Die SPÖ hat mit ihrem Bildungsprogramm bereits die Grundlage für eine
bessere Bildungspolitik geschaffen", zeigt SPÖ-Landeschef LH-Stv.
Erich Haider auf. "Wir brauchen eine moderne, zukunftsorientierte
Schule, in der alle SchülerInnen die gleichen Chancen haben!"
"Deshalb: Ab sofort Schluss mit den sinnlosen Kürzungen! Sparen
bei den Schülern und bei den Lehrern bedeutet Sparen bei unserer
Zukunft! Es muss deutliche Erhöhungen bei den Bildungsbudgets geben,
eine sofortige Zurücknahme der Stundenkürzungen, kleinere Klassen und
mehr Möglichkeiten, Kinder besonders zu fördern. Und für die von der
ÖVP systematisch demotivierten Lehrerinnen und Lehrer muss es endlich
die notwendige Wertschätzung geben!", so Haider heute bei einer
Pressekonferenz, an der auch der SPÖ-Bildungssprecher, Klubobmann Dr.
Karl Frais, die Vizepräsidentin des Landesschulrates, Brigitte
Leidlmayer , MAS und der Vorsitzende des Sozialdemokratischen
Lehrerverbandes (SLOÖ) Hauptschuldirektor Peter Grassnig teilnahmen .
SPÖ-Bildungssprecher Klubobmann Dr. Karl Frais sieht in der
PISA-Studie einen kritischen Spiegel für das bestehende System aus
dem sich ein klarer Handlungsauftrag ableitet. Er verlangt eine
genaue Analyse, die Entwicklung eines Zielkataloges sowie ein
Maßnahmenpaket und urgiert in diesem Zusammenhang die Forderung nach
Einrichtung eines Pisa-Forums, wie von der SPÖ bei der
Landtagssitzung im Dezember bereits beantragt. Frais kritisiert die
ungleichen Lernbedingungen, und dadurch Startchancen, die sich
bereits in der Zeit vor der Schule manifestieren und die durch das
bestehende Schulsystem noch verstärkt werden. Genau diese
Startbedingungen habe Ministerin Gehrer durch Stundenkürzungen und
Einsparungen bei den Lehrern noch verschärft. Nun stehe sie vor dem
Trümmerhaufen ihrer Politik, betont Frais und fordert für die moderne
Schule einen Paradigmenwechsel statt eines bloßen Faceliftings.
Die Vizepräsidentin des Landesschulrates, Brigitte Leidlmayer,
fordert, dass jedes Kind in der Schule gleich viel wert sein müsse
und ist daher gegen die zu frühe Selektion, wie sie derzeit in
unserem Schulsystem praktiziert wird. Sie will die beste Schule und
optimale Betreuung in Kleingruppen für alle Kinder.
Auch der SLOÖ-Vorsitzende Peter Grassnig verlangt frühe und
gezielte Fördermaßnahmen für die Kinder, damit Defizite nicht die
gesamte Schulzeit mitgeschleppt werden. Er tritt für eine
einheitliche, universitäre Ausbildung aller Lehrenden und ein
einheitliches Dienstrecht für alle Lehrer ein.
Diskussion im Neuen Rathaus in Linz am 3.2. 05, 19 Uhr
Konsequenzen aus der PISA-Studie stehen auch im Mittelpunkt einer
gemeinsamen Diskussionsveranstaltung der SPÖ-Bildungs- und
LehrerInnenorgnaisationen am Donnerstag, 3. Februar 2005 um 19 Uhr im
Neuen Rathaus in Linz mit LH-Stv. Erich Haider, dem Leiter des
PISA-Zentrums, Univ.-Prof. DDr. Günther Haider von der Uni Salzburg,
der Vizepräsidentin des Landesschulrates, MAS Brigitte Leidlmayer,
Eltern und SchülerInnen.
Bildungs-Diskussionen in allen Bezirken
Diese Veranstaltung ist der Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe mit
Information und Diskussion der SPÖ ab März in allen
oberösterreichischen Bezirken mit dem SP-Wissenschaftssprecher Josef
Broukal oder dem SP-Bildungssprecher Erwin Niederwieser. Am Podium
bzw. im Publikum u.a. LehrerInnen, SchülerInnen, ElternvertreterInnen
und BildungspolitikerInnen.
PISA: Absturz in Deutsch, Mathematik
und Naturwissenschaften
Die Pisa-Studie hat es gezeigt: Österreichs Schule fällt im
internationalen Vergleich deutlich zurück.
• In Deutsch von Platz 10 auf Platz 19
• In Mathematik von Platz 11 auf Platz 15
• In Naturwissenschaften von Platz 8 auf Platz 20
Andere Länder dagegen holen auf: So ist Deutschland um drei Plätze
vorgerückt, Polen ist um sieben Plätze vorgerückt.
Unangefochten auf Platz 1 bleibt Finnland.
Zahl der SchülerInnen mit äußerst geringen Kenntnissen auf 20 Prozent
gestiegen
Allgemeinbildende Höhere Schulen (AHS) und Berufsbildende Höhere
Schulen (BHS) in Österreich bleiben ungefähr gleich, werden aber seit
2000 nicht besser.
Hauptschulen, Polytechnische Schulen und Berufsschulen fallen
dramatisch zurück.
Der Anteil der SchülerInnen mit äußerst geringen Kenntnissen steigt
von 15 Prozent auf 20 Prozent.
Österreichs Schulen verstärken die Unterschiede der sozialen
Herkunft. Der Beruf der Eltern bestimmt mit hoher Wahrscheinlichkeit
die Schullaufbahn.
Die Selektion erfolgt mit sechs und zehn Jahren nach den Schwächen
der SchülerInnen.
Der Unterschied zu den erfolgreichen PISA-Staaten:
Die erfolgreichen PISA-Staaten haben
• Ganztägige Schulen
• Eine gemeinsame Schule von 6 bis 14 (15) Jahre
• Förderung nach individuellen Fähigkeiten
• Wenig Frontalunterricht, dafür Lerngruppen in der Klasse
• Beurteilung dient ausschließlich als Basis für Fördermaßnahmen,
nicht als Rechtfertigung von Klassenwiederholung
• Dieses System fördert Begabte und weniger Begabte gleichermaßen.
Am Beispiel Mathematik: 19 Prozent in Österreich "sehr schlecht",
in Finnland nur 6 Prozent
Besonders deutlich zeigt sich der Unterschied zwischen Österreich und
dem PISA-Siegerland Finnland am Beispiel Mathematik:
Während in Österreich 19 Prozent der SchülerInnen in Mathematik als
sehr schlecht eingestuft wurden, sind das in Finnland nur 6 Prozent.
Gut und sehr gut sind in Österreich 15 Prozent, in Finnland dagegen
24 Prozent!
• Finnland hat ein flächendeckendes Angebot an kostenlosen
Ganztagsschulen mit Mittagessen
• Finnland hat eine gemeinsame Schule bis zur 9. Klasse
• Finnland hat sehr viel "Selbst-Unterricht" in Lerngruppen und
Förderunterricht auf jeder Kenntnis-Stufe
• Lehrer arbeiten im Team zusammen
• Schlechte Leistungen sind Alarmzeichen - für die Schule, nicht nur
für den Schüler!
"Für uns sind die Schlussfolgerungen klar: die SPÖ Oberösterreich
startet eine Bildungsoffensive. Klares Ziel sind mehr Bildungschancen
für unsere Kinder!", ist sich Erich Haider mit allen Bildungsexperten
der Landespartei einig.
OTS0186 2005-01-31/14:30
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