• 31.01.2005, 12:52:47
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Staatsvertragsjubiläumsausstellung "DAS NEUE ÖSTERREICH"

Wien (OTS) - Vom 16. Mai bis 1. November wird in der
Österreichischen Galerie im Oberen Belvedere die zentrale Ausstellung
zum Staatsvertragsjubiläum 1955/2005 zusehen sein. Die Schau, die auf
einer gemeinsame Initiative des Personenkomitees
"Staatsvertragesausstellung", der Stadt Wien und des Bundes entsteht,
soll die Geschichte und Entwicklung Österreichs anhand ausgesuchter
Kapitel vom Ende der Monarchie bis heute ausleuchten und die Basis
für eine breite, differenzierte Diskussion um diese Entwicklung
bieten. Bund, die Stadt Wien und eine private Sponsorengruppe bringen
je ein Drittel der Kosten von 2,1 Millionen Euro auf. Am Montag wurde
das Projekt von Staatssekretär Franz Morak, von Dr. Hannes Androsch
als Vertreter des Komitees, von Dr. Günter Düriegl als
wissenschaftlicher Leiter und Dr. Gerbert Frodl als Hausherr im
Belvedere vorgestellt. Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny
konnte wegen der Regierungsklausur der Wiener Landesregierung nicht
an der Präsentation teilnehmen.****

Belvedere mit Genius Loci

Das Belvedere, so die einhellige Meinung des
Präsentationspodiums, biete sich als historischer Ort und als
zentraler Sammlungsort österreichischer Kunst für die Ausstellung an,
hier sei der "Genius Loci" für diese Schau zu finden. Positive und
negative Aspekte der Geschichte sollen ausgeleuchtet werden, die
Erfolgsstory der Zweiten Republik soll ebenso spürbar werden wie
kritische Selbstreflexion. Nebeneffekt für das Haus: der zentrale
Marmorsaal wird erstmals seit 1945 restauriert und in neuen, alten
Glanz versetzt.

Die Ausstellung führt den Besucher in verschiedenen Kapiteln vom
Ende der Monarchie "Zerfall & Orientierung" bis zum Thema "Österreich
in Europa" zum Zehn-Jahr-Jubiläum in der EU. Jedes der rund ein
Dutzend Themen wird von prominenten Wissenschaftlern aufbereitet, das
Team, dem unter anderem die Universitätsprofessoren Dr. Ernst
Bruckmüller, Dr. Herbert Matis, Dr. Anton Pelinka und Dr. Manfried
Rauchensteiner angehören, wird von Dr. Günter Düriegl koordiniert.

Zentrale Frage österreichischer Identität

Um ein gültiges Österreichbild zu erhalten, sei es notwendig, so
Günter Düriegl, die Erste Republik und die NS-Ära auszuleuchten, man
müsse der "Multivalenz" der Ereignisse gerecht werden. Eine zentrale
Frage sei die der österreichischen Identität, die sich durch die
ganze Ausstellung ziehen soll. Die Kapitel, die in den Räumen im
Belvedere dargestellt werden: "Zerfall & Orientierung",
"Zwischenkriegszeit", "NS-Herrschaft in Österreich" auch unter
Berücksichtigung des Bereichs Restitution, weiters "Besatzungszeit",
"Staatsvertrag" mit der Entstehung des souveränen, demokratischen
Österreich, "Neutralität & Vereinte Nationen", "Kalter Krieg &
Eiserner Vorhang", "Identität", "Klischee & Wirklichkeit" mit der
Frage nach dem typisch Österreichischen in verschiedensten Bereichen,
"Krisen & Wohlstand" mit der Beleuchtung des wirtschaftlichen
Aufstiegs der Zweiten Republik bis zu "Österreich in Europa".

Drei "Spuren" werden sich durch die Ausstellung ziehen: eine von
Tobias Natter kuratierte "Kunstspur", die den einzelnen Kapiteln im
Dialog mit dem Thema und assoziativ Kunstwerke zuordnet, eine
"Exponatspur", die an einer durch die Schau gehenden Lamperie alle
Artefakte, Exponate etc. reiht und schließlich die "Fahnenspur": eine
250 Meter lange rot-weiß-rote Fahne, die eine optische Leitlinie in
der Ausstellung bildet und die zugleich als Informationsträger für
(auch interaktiv abrufbare) Bild- und Tonformationen dient. Im
NS-Kapitel mutiert die Fahnenfarbe zu Wehrmachtsgrau, in diesem
einzigen Kapitel liegt sie auch auf dem Boden

Öffnungszeiten und Preise

Die Ausstellung wird vom 16. Mai bis 1. November Dienstag bis
Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr zu sehen sein. Der
Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt für verschiedene Gruppen 4 Euro,
für Jugendliche 3 Euro, für Schüler im Klassenverband 2 Euro, für
Schulgruppen der Wien-Aktion 1,50 Euro, ebenso für Behinderte 1,50
Euro. Eine reiches Veranstaltungsspektrum bietet didaktische
Begleitung zur Schau, insbesonders gibt es auch Programme für
Schulklassen für die Ausstellung, die jung und älter und alle
sozialen Schichten gleichermaßen ansprechen soll und für die rund
eine Viertelmillion Besucher erwartet werden.

Weitere Informationen bietet die website
http://www.dasneueoesterreich.at/

Begegnung findet Stadt

Die Stadt Wien setzt neben ihrer Beteiligung an der
Staatsvertragsausstellung zahlreiche weitere Aktivitäten im
Jubiläumsjahr, die der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der
Vergangenheit und der Gegenwart dienen. Symposien,
Fachveranstaltungen, Projekte und Publikationen in diesem
Zusammenhang wenden sich an ein möglichst breites und vielschichtiges
Publikum und sollen auch den Weg der Stadt zu ihrem heutigen Status
deutlich machen.

Nähere Informationen über die Aktivitäten der Stadt Wien unter
http://www.wien.gv.at/spezial/jubilaeum/

(Schluss) gab

OTS0150    2005-01-31/12:52

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK

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