• 31.01.2005, 11:33:19
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Hochschulzugang: Broukal - "Die Zeit drängt, intelligente Lösungen zum EuGH-Urteil auf den Tisch!"

Heimatland soll volle Kosten für Studierende tragen

Wien (SK) "Die Zeit drängt. Nun müssen intelligente Lösungen
auf den Tisch, die sowohl einen drohenden Ansturm ausländischer
Studenten auf Österreichs Unis abwehren, als auch den freien
Hochschulzugang aufrecht erhalten", erklärte
SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal Montag gegenüber dem
Pressedienst der SPÖ. "Kanzler Schüssel und Ministerin Gehrer sind
dringend gefordert. Nur den Kopf in den Sand zu stecken, wäre in
höchstem Maße verantwortungslos", so Broukal angesichts des nahenden
EuGH-Urteils, wonach die bisherigen Zugangsbeschränkungen für
ausländische Studierende in Österreich als rechtswidrig erklärt
werden dürften. ****

"Ich habe aber den Verdacht", so Broukal weiter, "dass der
Regierung das EuGH-Urteil ein willkommener Anlass ist, die Hände in
Unschuld zu waschen und dann den freien Hochschulzugang
einzuschränken, statt den Unis das Geld, das sie dringend benötigen,
zu geben". Damit der freie Hochschulzugang gewahrt bleibt, müsse
Schüssel in Brüssel endlich aktiv werden und seinen Kollegen klar
machen, dass ein kleines Land wie Österreich nicht Zehntausende
Studenten aus dem Ausland aufnehmen kann.

Die SPÖ schlage als eine Lösung vor, dass das jeweilige
Heimatland des in Österreich Studierenden die vollen Kosten für das
Studium trägt. Für österreichische StudentInnen sei dies ohnehin der
Fall, für ausländische Studierende müsste deren Heimatland die Summen
an die Republik Österreich überweisen. Dies sei eine faire Lösung,
die einerseits den freien Hochschulzugang aufrecht halte und
andererseits jene Länder, die ihre Studenten nach Österreich
schicken, dazu motiviere, in ihr eigenes Universitätssystem zu
investieren.

Auf jeden Fall, so Broukal, dürfe die Regierung jetzt nicht
Realitätsverweigerung betreiben, um dann, in letzter Sekunde, zu
meinen, dass der Numerus Clausus die einzige Rettung ist. "Politik
braucht Weitsicht. Ich rufe den Kanzler daher auf, gemeinsam mit
Universitäts- und EU-Rechtsexperten rasch eine intelligente Lösung zu
suchen", so Broukal abschließend. (Schluss) cs

OTS0096    2005-01-31/11:33

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