Wiener Faschingsumzug: Traditionsreich und 500 Meter lang

Sperre am 5.2. von Krottenbachstrasse und Obkirchergasse - Gedenken an verstorbenen "Faschings-Präsident" Heinz Hawelka

Wien (OTS) - Kommenden Samstag (5.2.) ist es wieder soweit:
Bereits zum 12. Mal startet der große Wiener Faschingsumzug. Start ist um 14.00 Uhr in der Obkirchergasse, Endstation des fröhlichen Treibens ist nach etwa 2,5 Stunden die Heurigengegend Neustift a.Walde. Laut Lothar Reitinger, "oberster Narr" der Landesgilde Wien-Burgenland und seit 27 Jahren im Faschingsgeschäft tätig, werden um die 40 Gruppen starten. Insgesamt werden mehr als 600 Personen für ausgelassene Stimmung im etwa 500 Meter langen Umzug auf der Krottenbachstrasse Richtung Neustift sorgen. Die größte Gruppe kommt heuer aus Vorarlberg mit insgesamt 63 Instrumenten-Spielern. Die jüngste Gruppe besteht aus Kindern aus Döbling, die in Kasperl-Kostümen für Unterhaltung sorgen werden. Den Beginn macht diesmal eine Trachtenkapelle aus Erlauf (Niederösterreich), Gruppen aus Belgien und der Schweiz, Trommler aus Uruquay, eine Body Painting-Gruppe, Oldtimer-Veteranen sorgen für weitere Attraktionen. Die Döblinger Gilde steuert ein 20 Meter langes Partyschiff bei. Etwas gedrückt ist laut Reitinger freilich die Stimmung durch den kürzlich erfolgten Tod des langjährigen Faschings-Präsidenten KR Heinz Hawelka, der seit 1997 der Döblinger Gilde vorstand. Aus diesem Grund wurde auch der traditionelle Faschingsausklang am Faschingsdienstag in der Buschenschank Wolff abgesagt.

Ein besonderes Motto für den Umzug am Samstag existiert nicht. In Wien sind gegenwärtig 5 Faschings-Gilden aktiv (Meidling, Ober St.Veit, Währing, Döbling und Jedlersdorf). Die ältesten davon, etwa Währing, können bereits auf ein 100jähriges Bestehen zurück blicken. Bis Anfang der 90er Jahr fand übrigens der Wiener Faschingsumzug sieben Jahre lang entlang der Ringstrasse statt.

Verkehrssperren

Achtung: Am Samstag Nachmittag ist die Krottenbachstrasse für die Dauer des närrischen Umzuges (14.00 bis etwa 16.30 Uhr) für den Verkehr gesperrt. Bereits zuvor ist die Obkirchergasse von Mittag bis zum Start des Umzuges gesperrt.

Historisches zum Thema "Fasching"

Das Wort Fasching stammt vom mittelhochdeutschem "Faschang". Das soviel wie "Fassausschank" bedeutet. In Klöstern bezeichnete man das Festmahl vor Beginn der Fastenzeit mit "Carnevalemen". Daher stammt der norddeutsche Begriff "Karneval".

Im Mittelalter fanden in christlichen Ländern Europas Narrenfeste statt. Bei diesen parodierten Jugendliche kirchliche Zeremonien. Trotz zahlreicher Verbote hielten sich einige dieser Feste. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde das Faschingstreiben in Wien verboten. Man befürchtete, dass sich "osmanische Feinde" unter dem Schutz der Maske in Stadt gelangen könnten. Im 17. Jahrhundert erlebten die Narren einen waren Aufschwung. Tausende verkleidete Menschen belebten Wiens Straßen. Es kam dabei aber auch zu Ausschreitungen und Schlägerein. Viele Wienerinnen und Wiener nützen die Verkleidung, um ihren Unmut gegen Zensur und Staatsgewalt kund zu tun. Schließlich verbot Maria Theresia das Tragen von Masken im Freien. Das Faschingstreiben verlagerte sich in die Wiener Ballsäle.

Erst nach dem zweiten Weltkrieg schlossen sich "vergnügte Menschen" in Österreich zu verschiedenen Faschingsgilden zusammen. Diese Vereine begründeten im Jahr 1962 den "Bund Österreichischer Faschingsgilden". Dieser ist wiederum Mitglied der "Närrisch-Europäischen Gemeinschaft", die über 10.000 Gilden und 8,2 Millionen Mitglieder fasst. 100 Gilden stammen davon aus Österreich, fünf davon aus Wien.

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