• 31.01.2005, 10:16:33
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Wiener Faschingsumzug: Traditionsreich und 500 Meter lang

Sperre am 5.2. von Krottenbachstrasse und Obkirchergasse - Gedenken an verstorbenen "Faschings-Präsident" Heinz Hawelka

Wien (OTS) - Kommenden Samstag (5.2.) ist es wieder soweit:
Bereits zum 12. Mal startet der große Wiener Faschingsumzug. Start
ist um 14.00 Uhr in der Obkirchergasse, Endstation des fröhlichen
Treibens ist nach etwa 2,5 Stunden die Heurigengegend Neustift
a.Walde. Laut Lothar Reitinger, "oberster Narr" der Landesgilde
Wien-Burgenland und seit 27 Jahren im Faschingsgeschäft tätig, werden
um die 40 Gruppen starten. Insgesamt werden mehr als 600 Personen für
ausgelassene Stimmung im etwa 500 Meter langen Umzug auf der
Krottenbachstrasse Richtung Neustift sorgen. Die größte Gruppe kommt
heuer aus Vorarlberg mit insgesamt 63 Instrumenten-Spielern. Die
jüngste Gruppe besteht aus Kindern aus Döbling, die in
Kasperl-Kostümen für Unterhaltung sorgen werden. Den Beginn macht
diesmal eine Trachtenkapelle aus Erlauf (Niederösterreich), Gruppen
aus Belgien und der Schweiz, Trommler aus Uruquay, eine Body
Painting-Gruppe, Oldtimer-Veteranen sorgen für weitere Attraktionen.
Die Döblinger Gilde steuert ein 20 Meter langes Partyschiff bei.
Etwas gedrückt ist laut Reitinger freilich die Stimmung durch den
kürzlich erfolgten Tod des langjährigen Faschings-Präsidenten KR
Heinz Hawelka, der seit 1997 der Döblinger Gilde vorstand. Aus diesem
Grund wurde auch der traditionelle Faschingsausklang am
Faschingsdienstag in der Buschenschank Wolff abgesagt.

Ein besonderes Motto für den Umzug am Samstag existiert nicht.
In Wien sind gegenwärtig 5 Faschings-Gilden aktiv (Meidling, Ober
St.Veit, Währing, Döbling und Jedlersdorf). Die ältesten davon, etwa
Währing, können bereits auf ein 100jähriges Bestehen zurück blicken.
Bis Anfang der 90er Jahr fand übrigens der Wiener Faschingsumzug
sieben Jahre lang entlang der Ringstrasse statt.

Verkehrssperren

Achtung: Am Samstag Nachmittag ist die Krottenbachstrasse für
die Dauer des närrischen Umzuges (14.00 bis etwa 16.30 Uhr) für den
Verkehr gesperrt. Bereits zuvor ist die Obkirchergasse von Mittag bis
zum Start des Umzuges gesperrt.

Historisches zum Thema "Fasching"

Das Wort Fasching stammt vom mittelhochdeutschem "Faschang". Das
soviel wie "Fassausschank" bedeutet. In Klöstern bezeichnete man das
Festmahl vor Beginn der Fastenzeit mit "Carnevalemen". Daher stammt
der norddeutsche Begriff "Karneval".

Im Mittelalter fanden in christlichen Ländern Europas
Narrenfeste statt. Bei diesen parodierten Jugendliche kirchliche
Zeremonien. Trotz zahlreicher Verbote hielten sich einige dieser
Feste. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde das Faschingstreiben in Wien
verboten. Man befürchtete, dass sich "osmanische Feinde" unter dem
Schutz der Maske in Stadt gelangen könnten. Im 17. Jahrhundert
erlebten die Narren einen waren Aufschwung. Tausende verkleidete
Menschen belebten Wiens Straßen. Es kam dabei aber auch zu
Ausschreitungen und Schlägerein. Viele Wienerinnen und Wiener nützen
die Verkleidung, um ihren Unmut gegen Zensur und Staatsgewalt kund zu
tun. Schließlich verbot Maria Theresia das Tragen von Masken im
Freien. Das Faschingstreiben verlagerte sich in die Wiener Ballsäle.

Erst nach dem zweiten Weltkrieg schlossen sich "vergnügte
Menschen" in Österreich zu verschiedenen Faschingsgilden zusammen.
Diese Vereine begründeten im Jahr 1962 den "Bund Österreichischer
Faschingsgilden". Dieser ist wiederum Mitglied der
"Närrisch-Europäischen Gemeinschaft", die über 10.000 Gilden und 8,2
Millionen Mitglieder fasst. 100 Gilden stammen davon aus Österreich,
fünf davon aus Wien.

rk-Fotoservice: www.wien.at/ma53/rkfoto/

(Schluss) hch/

OTS0065    2005-01-31/10:16

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK

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