• 28.01.2005, 12:37:03
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Österreich schützt die Umwelt in Rumänien

Katastrophen-Deponie durch Ostzusammenarbeit erfolgreich saniert

Wien (OTS) - Fünf Jahre nach den gewaltigen Umweltkatastrophen in
Rumänien hat die Österreichische Ostzusammenarbeit eine der
gefährlichsten Bergbau-Deponien in der Region erfolgreich saniert.
Damit ist das hohe Umweltrisiko der Mine Baia Borsa-Novat gestoppt
und die Gefahr für Anrainer und Natur gebannt.

- Schlimmste Umweltkatastrophe seit Tschernobyl -
Im Jahr 2000 kam es in der nordrumänischen Bergbauregion innerhalb
weniger Wochen zu zwei Dammbrüchen mit dramatischen Umweltfolgen.
Nach extremen Regenfällen brach am 30. Jänner der Damm des
Absetzbeckens der Aurul-Erzaufbereitungsanlage in Baia Mare. Große
Mengen Zyanid wurden über die Theiß bis in die Donau geschwemmt.
Ökologen bezeichneten das Aurul-Unglück als "die für Osteuropa
schlimmste Umweltkatastrophe seit Tschnernobyl."

Nur sechs Wochen später, am 10. März, wurde der Damm des
Novat-Beckens bei Baia Borsa leck. Das Absatzbecken wird ebenfalls
als Deponie für Schlämme aus der Erzaufbereitung genutzt. Durch den
Dammbruch wurden mehr als 100.000 Tonnen schwermetallhaltiger
Erz-Schlämme in das entlegene, unter Naturschutz stehende Vaser-Tal
geschwemmt. Ein Teil der Abwässer gelangte über den Viseu-Fluss bis
in die obere Theiß. Durch diese beiden Gift- und Schwermetall-Wellen
wurde das Leben in der Theiß auf einer Strecke von 400 km schwer
geschädigt.

- "Hot Spot"-Liste -
Als erste Reaktion auf die Katastrophe erstellte die
Donau-Schutz-Kommission im Juli 2000 eine Liste von 42
Hochrisiko-Anlagen in der oberen Theißregion, die neben Rumänien auch
die Ukraine, die Slowakei und Ungarn umfasst. Das Novat-Becken in
Baia Borsa nahm in diesem traurigen Ranking einen der oberen
Listenplätze ein. Dem staatlichen rumänischen Bergbaubetrieb REMIN,
der eine Reihe von gefährdeten Anlagen besitzt, fehlen allerdings die
Finanzmittel zur Sanierung und besseren Unfallprävention.

- Umweltanalyse und Sanierung -
Angesichts der katastrophalen Situation entschloss sich die
Österreichische Ostzusammenarbeit, einen wesentlichen Beitrag zur
Sanierung von Baia Borsa-Novat zu leisten. Nach Unterzeichnung der
Verträge mit dem rumänischen Wirtschafts- und Handelsministerium und
der Bergwerksgesellschaft REMIN im Dezember 2003 wurde in Kooperation
mit dem Wiener Beratungsunternehmen Zinke Environment Consulting das
Projekt begonnen. Weitergeführt wurde es ab 2004 von der damals neu
gegründeten Austrian Development Agency (ADA). Die ADA entstand durch
die Ausgliederung aus dem Außenministerium und sorgt für die
Umsetzung der Projekte der Österreichischen Entwicklungs- und
Ostzusammenarbeit.

- Große Wirkung um wenig Geld -
"Österreich hat insgesamt 200.000 Euro in die Sanierung der gesamten
Deponie-Anlage investiert", erläutert dazu ADA-Geschäftsführer
Botschafter Michael Linhart. "REMIN erhöhte dabei seinen Eigenanteil
auf fast 30% und führte den Großteil der Arbeiten durch. Mit relativ
wenig Mitteln haben wir hier maximale Wirkung erzielt und im
Interesse Österreichs und ganz Europas gehandelt. Solche
Umweltprobleme machen nicht an Staatsgrenzen Halt, sie betreffen uns
alle." Im Rahmen des Sanierungsprojekts wurde die Kapazität der
Pumpanlagen deutlich verbessert. So können künftig auch große
Wassermengen abgepumpt werden und die Gefahr des Überlaufens des
Deponie-Beckens kann gebannt werden. Nach der Sanierung des Dammes im
Sommer 2004 wurde außerdem ein neuer Generator installiert, damit die
eigenständige Kontrolle des Wasserkreislaufs auch nach der geplanten
Schließung des Bergwerkes im Jahr 2007 sichergestellt ist.
Abschließend wurde ein Teil des 17 km langen Zufahrtsweges im
Rodna-Gebirge repariert, sodass Umweltkontrollen jederzeit mühelos
möglich sind. "Die Sanierung des Novat-Beckens ist ein wichtiger
Beitrag für mehr Umweltschutz und Sicherheit in unserem Partnerland
Rumänien", so Botschafter Linhart.

OTS0175    2005-01-28/12:37

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