- 28.01.2005, 10:48:33
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Pharmig: Hauptverband soll die Kosten für die Chefärzte endlich auf den Tisch legen
Geheimniskrämerei ist kontraproduktiv und demokratiepolitisch bedenklich.
Wien (OTS) - "Die Kosten für die Chefärzte werden vom Hauptverband
wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Aber diese Geheimniskrämerei ist in
einer Demokratie absolut untragbar", kritisiert Jan Oliver Huber,
Generalsekretär der Pharmig. Die hartnäckige und langjährige
Verschweigepraxis des Hauptverbands in Bezug auf die Kosten für die
Chefärzte sei kontraproduktiv, so Huber. Außerdem hätten die
Versicherten das Recht zu wissen, wie viel Geld pro Jahr für die
Chefärzte aufgewendet wird. Der Pharmig-Chef: "Ich fordere daher den
Hauptverband auf, diese Zahlen umgehend auf den Tisch zu legen. Sonst
drängt sich der Verdacht auf, dass der Hauptverband an der
versprochenen Transparenz im Gesundheitswesen nicht interessiert
ist."
Die Pharmig geht in ihren Berechnungen davon aus, dass die Kosten für
die 283 österreichischen Chefärzte viel höher sind als das angebliche
Einsparpotenzial bei chefarztpflichtigen Medikamenten: Im Jahr 2003
haben die Kosten für chefarztpflichtige Arzneimittel 325 Millionen
Euro betragen. Da 95 Prozent aller chefarztpflichtigen Präparate
ohnehin bewilligt werden, ergibt sich daraus ein jährliches
Einsparpotenzial von 16 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen jedoch
laut Pharmig jährliche Ausgaben für die Chefärzte von mehr als 50
Millionen Euro. Und die errechnen sich so: Setzt man das Jahresgehalt
eines Chefarztes (inklusive Pension und Arbeitgeberbeiträge) mit
120.000 Euro pro Jahr an und addiert man 40.000 Euro jährliche Kosten
für eine/n Assistent/in (inklusive Pension und Arbeitgeberbeiträge)
hinzu plus 20.000 Euro sonstige Ausgaben (Bürokosten, Dienstauto), so
kommt man auf Kosten von 180.000 Euro pro Jahr und Chefarzt. Nachdem
es laut Josef Probst, Geschäftsführer des Hauptverbands, in
Österreich 283 Chefärzte gibt (Quelle: Oberösterreichische
Nachrichten vom 26. 5. 2004), kommt man so auf Gesamtausgaben von
über 50 Millionen Euro für die österreichischen Chefärzte.
Pharmig-Generalsekretär Huber: "Das bestärkt uns in unserer
Forderung, die Chefarztpflicht endgültig abzuschaffen. Wir geben über
50 Millionen Euro aus, damit wir vielleicht 16 Millionen Euro
einsparen - das kann es doch wirklich nicht sein. Die Rechnung für
diesen Schildbürgerstreich zahlen die Versicherten."
Rückfragehinweis:
Mag. Sabine Völz Leiterin Kommunikation, Mediensprecherin Pharmig - Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs Garnisongasse 4/5+6 A-1090 Wien Tel.: 00 43 (1) 523 29 51/20 Fax.: 00 43 (1) 523 29 519 Mobil: 00 43(0) 664/212 20 87 E-Mail: [email protected] Web: www.pharmig.at
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