Pharmig: Hauptverband soll die Kosten für die Chefärzte endlich auf den Tisch legen

Geheimniskrämerei ist kontraproduktiv und demokratiepolitisch bedenklich.

Wien (OTS) - "Die Kosten für die Chefärzte werden vom Hauptverband wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Aber diese Geheimniskrämerei ist in einer Demokratie absolut untragbar", kritisiert Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig. Die hartnäckige und langjährige Verschweigepraxis des Hauptverbands in Bezug auf die Kosten für die Chefärzte sei kontraproduktiv, so Huber. Außerdem hätten die Versicherten das Recht zu wissen, wie viel Geld pro Jahr für die Chefärzte aufgewendet wird. Der Pharmig-Chef: "Ich fordere daher den Hauptverband auf, diese Zahlen umgehend auf den Tisch zu legen. Sonst drängt sich der Verdacht auf, dass der Hauptverband an der versprochenen Transparenz im Gesundheitswesen nicht interessiert ist."

Die Pharmig geht in ihren Berechnungen davon aus, dass die Kosten für die 283 österreichischen Chefärzte viel höher sind als das angebliche Einsparpotenzial bei chefarztpflichtigen Medikamenten: Im Jahr 2003 haben die Kosten für chefarztpflichtige Arzneimittel 325 Millionen Euro betragen. Da 95 Prozent aller chefarztpflichtigen Präparate ohnehin bewilligt werden, ergibt sich daraus ein jährliches Einsparpotenzial von 16 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen jedoch laut Pharmig jährliche Ausgaben für die Chefärzte von mehr als 50 Millionen Euro. Und die errechnen sich so: Setzt man das Jahresgehalt eines Chefarztes (inklusive Pension und Arbeitgeberbeiträge) mit 120.000 Euro pro Jahr an und addiert man 40.000 Euro jährliche Kosten für eine/n Assistent/in (inklusive Pension und Arbeitgeberbeiträge) hinzu plus 20.000 Euro sonstige Ausgaben (Bürokosten, Dienstauto), so kommt man auf Kosten von 180.000 Euro pro Jahr und Chefarzt. Nachdem es laut Josef Probst, Geschäftsführer des Hauptverbands, in Österreich 283 Chefärzte gibt (Quelle: Oberösterreichische Nachrichten vom 26. 5. 2004), kommt man so auf Gesamtausgaben von über 50 Millionen Euro für die österreichischen Chefärzte.

Pharmig-Generalsekretär Huber: "Das bestärkt uns in unserer Forderung, die Chefarztpflicht endgültig abzuschaffen. Wir geben über 50 Millionen Euro aus, damit wir vielleicht 16 Millionen Euro einsparen - das kann es doch wirklich nicht sein. Die Rechnung für diesen Schildbürgerstreich zahlen die Versicherten."

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