• 28.01.2005, 10:00:06
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  • OTS0063 OTW0063

Sicherheit der Stromversorgung Österreichs akut gefährdet

Internationaler UCTE-Bericht sieht Netzausbau als dringend erforderlich

Wien (OTS) - Die Sicherheit der flächendeckenden Stromversorgung
in Österreich ist mangels eines modernen, leistungsfähigen
Hochspannungsnetzes akut gefährdet. Dies stellte Dr. Heinz Kaupa,
Technischer Vorstandsdirektor der VERBUND-Austrian Power Grid AG
(APG), heute, Freitag, bei einer Pressekonferenz in Wien fest. Wegen
des kontinuierlichen Verbrauchszuwachses sowie durch den kaum
planbaren Einsatz von Windenergie häufen sich "Beinahe-Black-outs",
wie zuletzt infolge Sturms am 3. und 4. Jänner. Daher, so Kaupa, ist
es höchste Zeit, den 380-kV-Leitungsring zu vollenden, die
Genehmigung der Leitung sei höchst an der Zeit.

Der soeben veröffentlichte UCTE-Bericht "System Adequacy Forecast
2005-2015" kommt zu dem Schluß, daß bis etwa zum Jahr 2010 in Europa
die Kraftwerkskapazitäten ausreichen, um den Strombedarf zu decken.
Das ist allerdings eine europaweite Durchschnittsbetrachtung und sagt
nichts über die regionale Verteilung oder die Qualität der
Kraftwerkskapazitäten aus. Aber schon jetzt häufen sich kritische
Situationen. Die nicht ausgewogene regionale Verteilung der
Stromerzeugung bedeutet ein gravierendes Problem: Es fehlen schon
heute die notwendigen Netzkapazitäten, um erzeugte Energie
flächendeckend sicher zu verteilen.

Ab 2010 bis ca. zum Jahr 2015 fehlen in Europa laut UTCE rund
30.000 Megawatt an Kraftwerkskapazitäten, das entspricht etwa 40
großen, modernen Erdgaskraftwerken. In Österreich sind laut TU Wien
rund 3000 Megawatt neuer Kapazitäten erforderlich. Zusätzlich müssen
aber auch die Leitungskapazitäten erheblich gesteigert, d.h.
ausgebaut werden. Dazu wird die Zeit äußerst knapp wegen der langen
Vorlaufzeiten für Planung, vor allem aber behördliche
Genehmigungsverfahren und Bau. Europaweit sind "Hot-spots"
entstanden, so zum Beispiel zwischen den Beneluxstaaten, von Polen
bis Österreich, in Italien und in Österreich selbst.

Der Status quo des österreichischen Höchstspannungsnetzes mit
seinen Kapazitätsengpässen erfordert dringendes Handeln: Der
regelmäßige jährliche Zuwachs des Strombedarfs in der Größenordnung
der Erzeugung des Wiener Donaukraftwerks Freudenau sowie der
zunehmende Einsatz von ökologisch sinnvoller aber kaum planbarer
Windenergie haben in Verbindung mit den 50 Jahren alten Nord
-Südleitungen in jüngster Zeit zu einer eklatanten Verschärfung der
Situation mit einer dramatischen Häufung von "Beinahe-Blackouts"
geführt.

Nur mit Notmaßnahmen beim Kraftwerks- und Pumpeinsatz , dem
sogenannten Engpaßmanagement, kann der Netzbetrieb noch notdürftig
aufrecht erhalten werden. Die Ausgaben für Engpassmanagement steigen
von 10 Mio. Euro im Jahr 2004 auf voraussichtlich 18 Mio. Euro für
2005. Diese explodierenden Kosten der Notmaßnahmen führen zu einer
Verteuerung der Netzkosten und damit der Strompreise bei gleichzeitig
sinkender Versorgungssicherheit.

Der zur Netzstützung notwendige Einsatz kalorischer Kraftwerke im
Süden läßt außerdem den dringend erforderlichen ökologischen Effekt
der Windkraft verpuffen. Ein Szenario für die nahe Zukunft bei einer
Verschärfung der Situation ist zum Beispiel die Abschaltung von
Windkraftanlagen zur Sicherung des Netzes, bei vollem Kostenersatz.
Dies bedeutet, daß die Kapazitäten der Windkraft im Norden
Österreichs im Extremfall ungenutzt bleiben und der Strombedarf im
Süden des Landes durch zusätzlichen Einsatz kalorischer Kraftwerke
und durch sonst nicht notwendigen Einsatz der Speicherkraftwerke
gedeckt werden muß.

Zusammenfassend bedeutet eine Fortführung des Status quo:

-   eine sich immer mehr verschlechternde Sicherheit der

Stromversorgung - dadurch massive Folgen für den Wirtschaftsstandort
Österreich

-   eine gleichzeitige  Verteuerung der Netzkosten zum Schaden aller
Stromkunden

-   erneuerbare Energie kann nicht sinnvoll oder teilweise nicht
genutzt werden.

Als Konsequenz ist ein Netzausbau mit der raschest möglichen
Fertigstellung des 380-kV-Ringes dringend notwendig. Nur dadurch
können die dargestellten Probleme beseitigt und gelöst werden.

OTS0063    2005-01-28/10:00

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VBK

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