Schicker: Richtungsweisendes Projekt für Floridsdorf

Mit der Verlängerung der Nordbrücke startet ein wichtiges Wiener Straßenprojekt

Wien (OTS) - Im Rahmen eines Mediengesprächs am Mittwoch präsentierte Verkehrsstadtrat DI Rudolf Schicker gemeinsam mit ASFINAG Vorstandsdirektor DI Franz Lückler, dem Leiter der Magistratsabteilung 28, DI Dr. Herwig Klinke, und dem Leiter der MA 29, DI Eduard Winter die Verlängerung der A22 - Nordbrücke und die damit verbundenen Umbaumaßnahmen im umliegenden Hauptstraßennetz.

Am 27. Jänner 2005 tritt die erste bedeutende Verkehrsphase im Zuge der Realisierung des Projektes Verlängerung Nordbrücke in Kraft. Damit beginnt die Umsetzung eines der wichtigsten Straßenausbauvorhaben Wiens im Jahr 2005.

Projektsbeschreibung

Die A22 - Nordbrücke mündet derzeit nördlich der Überführung der Prager Straße im scharfen Rechtsbogen in das ausgebaute Teilstück der B3 Donau Straße, das zur B7 Brünner Straße führt. "Wer diesen Bereich zur Hauptverkehrszeit passiert, muss mit Staus und dadurch auch mit langen Fahrzeiten rechnen. Die Kreuzung der B7 mit der B3 hat somit ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Dank der Verlängerung der Nordbrücke kann der Verkehr aufgesplittet werden. Die bestehende Kreuzung B7/B3 wird entlastet, da die Verkehrsströme auch zur Kreuzung der B7 mit der B229 Shuttleworthstraße geleitet werden", betonte Wiens Verkehrsstadtrat Schicker. Bereits im Masterplan Verkehr für Wien sei die Verlängerung der A22 - Nordbrücke als eine dringend umzusetzende Maßnahme fixiert worden.

Durch das Projekt A22 Verlängerung Nordbrücke und die damit einhergehenden Straßenausbauvorhaben im Sekundärstraßennetz wird nicht nur eine deutliche Entlastung der Kreuzung B3 / B7 - Brünner Straße erzielt. Die Erreichbarkeit der Einkaufszentren und Betriebe zwischen B3 und Lundenburgergasse wird - bei minimaler Verkehrsbelastung im untergeordneten Straßennetz - verbessert. Auch Floridsdorfs Zentrum profitiert vom Straßenausbau im Bereich Nordbrücke. Wenn man von der Prager Straße zur Brünner Straße will, muss man derzeit durch die Hermann-Bahr-Gasse fahren. Ein neuer, leistungsfähiger Straßenzug zwischen Prager Straße und Brünner Straße wird den jetzt durch das Zentrum von Floridsdorf fahrenden Verkehr aufnehmen und damit zu einer Verkehrsentlastung in diesem Bereich führen.

"Umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen sowohl im bestehenden Autobahnabschnitt als auch im Bereich der Neutrassierung werden die Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Siedlungsgebiete bestmöglich vor Verkehrslärm schützen", so Schicker. Insbesondere zwischen Knoten Nord und Prager Straße werde durch die Optimierung der Lärmschutzeinrichtungen eine Verringerung der Lärmbelastung erzielt.

Bei so einem umfassenden Projekt wurde auch der Radverkehr im angrenzenden Wiener Straßennetz berücksichtigt. "Mit der Errichtung neuer Radwege werden wichtige Lücken im übergeordneten Radwegenetz geschlossen und die Bereiche Nordsteg - Floridsdorf und Großjedlersdorf besser miteinander verbunden", ergänzte Stadtrat Schicker dazu.

Die Verlängerung der Nordbrücke ist Ergebnis umfassender Planungen und ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Erreichbarkeit des Wirtschaftsstandortes Wien im Allgemeinen und der Betriebsstandorte in Floridsdorf im Besonderen.

Die neue Trasse der A22 verläuft ab der Prager Straße in Hochlage. Sie überquert die geplante Verbindung zwischen Prager Straße und Brünner Straße (B3 Neu), führt weiter entlang dem Shopping Center Nord, unterfährt die Gleisanlagen (ÖBB und Privatbetreiber) und mündet schließlich vor dem Einkaufszentrum Trillerpark in die Lundenburger Gasse.

Vier neue Auf- und Abfahrtsrampen verbinden die neue Straße zwischen Prager Straße und Brünner Straße mit der A22. Darüber hinaus wird auch das Shopping Center Nord über eigene Auf- und Abfahrtsrampen an die A22 angeschlossen. Damit ist das Betriebsgebiet zwischen Donau Straße (B3) - Brünner Straße (B7) und Lundenburger Gasse (B229) nicht mehr nur über die Brünner Straße erreichbar.

Projektsumsetzung

Mit den Vorarbeiten für das Projekt "A22 Verlängerung Nordbrücke" wurde im Dezember 2004 begonnen. Das Bauende ist für Ende 2006 vorgesehen. "Die neuen Fahrbahnen können jedoch noch vor Schulbeginn für den Verkehr freigegeben werden", so Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Franz Lückler von der ASFINAG. Damit steht mit Anfang September 2006 ein neuer leistungsfähiger Straßenzug für eine flüssige Verkehrsabwicklung zur Verfügung.

"Das Ausbauvorhaben "A22 Verlängerung Nordbrücke" kostet rund 100 Mio. Euro. Zwei Drittel dieser Kosten werden seitens der ASFINAG aus den Einnahmen aus Maut, Vignette und Lkw-Road-Pricing finanziert. 1/3 der Kosten werden aus Budgetmitteln der Stadt Wien aufgebracht", berichtete Direktor Lückler.

Unter der Bezeichnung "A22 Verlängerung Nordbrücke" werden mehrere Maßnahmen im Zuständigkeitsbereich der Autobahn zusammengefasst. Der Projektablauf ist wie folgt geplant:

o Baufeldfreimachung
Zeitrahmen: Dezember 2004 - April 2005
o Instandsetzung, Umbau und Verlängerung Hochstraße Floridsdorf.

Zeitrahmen Jänner 2005 - 01. September 2006 (Bauabwicklung in 4 Verkehrsphasen)

o Randstreifenerneuerung Knoten Nord bis Prager Straße
Zeitrahmen: März 2005 bis Sommer 2006
o Unterfahrung der ÖBB-Gleise
Zeitrahmen: Mai 2005 - April 2006
o Straßenbau
Zeitrahmen: März 2005 - Ende 2006

Fachliche Details zum Autobahnprojekt

Dipl.-Ing. Eduard Winter, Abteilungsleiter der MA 29 -Brückenbau und Grundbau erläuterte die fachlichen Details zum Autobahnprojekt:

o Instandsetzung und Verlängerung der Floridsdorfer Hochstraße:

Beim Ausbau der A22 Verlängerung Nordbrücke wird das gesamte fast 110 m lange Tragwerk bis zu 5 m aufgekippt, ähnlich der vor einigen Jahren erfolgreich durchgeführten Hebung der Praterbrücke. Der Umbau wird damit sowohl zeitlich als auch wirtschaftlich höchst ökonomisch ablaufen. Das bestehende Tragwerk wird wiederverwendet, in Stand gesetzt, verstärkt und gehoben. Durch die Errichtung einer Brücke statt eines hohen Dammes werden eine barrierefreie Verbindung der Bezirksteile geschaffen und Angsträume vermieden.

Die Randbereiche werden mit sicheren Leitwänden und modernem Lärmschutz ausgestattet.

o Unterfahrung ÖBB:

Bei den Bahnanlagen wird die Straße tiefgelegt und in einer Wanne unter den Gleisanlagen weitergeführt. Während der Errichtung des Wannenbauwerks bleibt der Bahnbetrieb der ÖBB aufrecht erhalten. Leicht ansteigend mündet dann die Straße über eine Rechtskurve bei der Ignaz-Köck-Straße in die Lundenburger Gasse.

o Randstreifenverbreiterung Knoten Nord bis Prager Straße:

Die bestehenden Randstreifen der A22 im Bereich Knoten Nord bis Prager Straße werden in Stand gesetzt verbreitert und mit modernen Leiteinrichtungen ausgestattet. Zusätzlich werden neue Lärmschutzwände errichtet.

o Lärmschutzmaßnahmen:

Lärmschutz ist ein wesentliches Projektziel. Entsprechende Maßnahmen tragen daher dazu bei, die Lärmbelästigung auf der Bestandsstrecke für die Anrainer zu vermindern.

Insgesamt werden beim Projekt A22 Verlängerung Nordbrücke zwischen Knoten Nord und Lundenburger Gasse rd. 15.000 m2 Lärmschutzwände errichtet. Diese neuen Wände sind bis zu 5 m hoch.

Verkehrsmaßnahmen während der Bauarbeiten im Bereich der Autobahn

o Verkehrsbehinderungen ab Ende Jänner 2005
o 2 Fahrstreifen je Richtung bleiben aufrecht
o Ende 2005 Freigabe der neuen Rampen Brünner Straße
o Herbst 2006 Freigabe der neuen Trasse A22 für den KfZ-Verkehr

Weitere Umbaumaßnahmen

Die Verlängerung der A22 bis Lundenburger Gasse und die optimale Anbindung der neuen Autobahn an das umliegende Hauptstraßennetz erfordert eine Reihe von weiteren Umbaumaßnahmen. Die vorgesehenen Straßenbauarbeiten im Rahmen des Projektes "A22 Verlängerung Nordbrücke" wurden von Dipl.-Ing. Dr. H. Klinke, Abteilungsleiter der MA28 - Straßenverwaltung und Straßenbau vorgestellt:

Projektablauf:
o Ausbau Lundenburger Gasse
Zeitrahmen: April bis Ende 2005
o Verbreiterung Prager Straße
Zeitrahmen: Mai 2005 bis Frühjahr 2006
o Lückenschluss B3 Neu
Zeitrahmen: Frühjahr 2006 bis Ende 2006

o Ausbau der Lundenburger Gasse (B229):

Die Lundenburger Gasse erhält mit der Verlängerung der A22 eine neue Funktion. Sie wird künftig den Verkehr der A22 aufnehmen, die bei der ampelgeregelten Kreuzung mit der Ignaz-Köck-Straße endet. Dazu wird die derzeit verkehrsmäßig eher unbedeutende Lundenburger Gasse von der Ignaz-Köck-Straße bis zur Brünner Straße ausgebaut. Errichtet werden zwei Fahrspuren je Fahrtrichtung. Hinzu kommen die erforderlichen Abbiegespuren vor den Kreuzungen mit der Brünner Straße und der Ignaz-Köck-Straße. Auch Parkspuren sind vorgesehen. Ausreichend dimensionierte Gehwege gewährleisten die fußläufige Erreichbarkeit des Gebietes. Die Radwege beidseits der Straße sind an die umliegenden Radrouten sowie an die übergeordneten Radwegeverbindungen angeschlossen.

o Bauabwicklung in zwei Phasen
o Ein Fahrstreifen je Richtung bleibt aufrecht
o Verkehrsfreigabe Lundenburger Gasse: Dezember 2005

o Verbreiterung Prager Straße (B3):

Das Verkehrskonzept mit der neuen Straßenverbindung B3 zwischen Prager und Brünner Straße erfordert auch Umbauarbeiten in der Prager Straße. Betroffen ist der Bereich von der derzeitigen Auffahrt Nordbrücke bis zur Koloniestraße. Etwa auf Höhe Galvanigasse wird eine eigene Abbiegespur in Richtung A22 hergestellt. An der neuen ampelgeregelten Kreuzung mit der neuen Verbindungsstraße B3 Neu sind alle Abbiegerelationen zugelassen. Zwischen Galvanigasse und Koloniestraße werden zwei Richtungsfahrstreifen stadtauswärts führen. Auch der öffentliche Verkehr profitiert von den Ausbaumaßnahmen. Die Straßenbahnlinie 26 wird ihre Fahrgäste künftig auf einer eigenen Trasse ohne Behinderung durch den Autoverkehr ans Ziel bringen. Für RadfahrerInnen ist im östlichen Teil der Prager Straße ein Zweirichtungsradweg vorgesehen.

Bauabwicklung in 2 Phasen:

o Bauphase 1: Verbreiterung auf der östlichen Straßenseite bei Freihaltung mindestens einer Fahrspur in Fahrtrichtung stadtauswärts und Sperre des stadtauswärtigen Gehsteiges; die Gegenrichtung ist von den Bauarbeiten nicht betroffen Zeitrahmen: Mai bis Dezember 2005 o Bauphase 2: Gleisbauarbeiten der Wiener Linien und Belagssanierung in Fahrtrichtung stadteinwärts Zeitrahmen: März bis August 2006

o Lückenschluss B3 Neu:

Zwischen Prager Straße und Brünner Straße wird teilweise unter und unmittelbar westlich der A22 eine neue Straße errichtet, die in einem Rechtsbogen bei der Ignaz-Köck-Straße in die bereits ausgebaute B3 einmündet. Die neue Straße erhält 2 Fahrspuren je Fahrtrichtung, Geh- und Radwege, Grünstreifen mit Baumpflanzungen. An der Kreuzung mit der Ignaz-Köck-Straße ist eine Links-Abbiegespur in die Ignaz-Köck-Straße vorgesehen. Für die BesucherInnen der Einkaufszentren Shopping Center Nord und Trillerpark bringt die neue Straße damit große Vorteile. Man erreicht die Einkaufszentren und Betriebe nunmehr auch über die neue Verbindungsstraße.

Keine Verkehrsbehinderungen zu erwarten, da es sich um eine Neutrassierung handelt.

o Neue Geh- und Radwege im Projektsbereich:

An allen drei Hauptstraßen, die im Zuge der Verlängerung der A22 umgebaut werden, sind Geh- und Radwege vorgesehen. Auch beidseits der A22 wird es zwischen B3 Neu und Lundenburger Gasse neue Geh- und Radwege geben. Die MA29 errichtet zwei neue Brücken über die verlängerte A22. Damit wird eine deutliche Netzverdichtung erzielt und eine gute Erreichbarkeit des Geschäftsgebietes zwischen der neuen A22 und der Brünner Straße für Fußgänger- und RadfahrerInnen sichergestellt.

Weitere Informationen unter:
o http://www.asfinag.at/
o http://www.wien.gv.at/verkehr/strassen/
o http://www.wien.gv.at/ma29/

(Schluss) kel

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Tel.: 0662 620511-15830
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MA28:Dipl.-Ing Vera Layr
Tel.Nr.: 48834/ 49926
lay@m28.magwien.gv.at
MA29 :Ing. Kurt Wurscher
Tel.Nr.: 4000/ 96967
wur@m29.magwien.gv.at

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