Broukal: PISA-Studie bietet niederschmetternde Bilanz für Gehrer-Schule

Bei Gehrer-Vorschlägen bleibt vieles im Nebel

Wien (SK) "Man kann über viele Dinge, die diese Regierung
macht, geteilter Meinung sein, über eine Sache aber nicht: die österreichische Bildungspolitik ist eine Katastrophe, für die alleine Ministerin Gehrer verantwortlich ist", so SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal am Mittwoch in der Aktuellen Stunde. Neben den vielen Problemen bei den Universitäten habe vor allem die PISA-Studie gezeigt, welche Konsequenzen die Bildungspolitik Gehrers gehabt habe. Broukal betonte, dass es an Ganztagsschulformen und der gemeinsamen Schule der Sechs- bis Vierzehnjährigen fehle. "Das ist der Unterschied zwischen den Ländern, die bei der PISA-Studie gut abgeschnitten haben und der Gehrer-Schule", so Broukal. Die Bewegung der Ministerin sei zu begrüßen, aber es sei immer noch unklar, wie die Konzepte finanziert werden sollen und wer dies tun solle. "Die Ministerin soll den Neubeginn nicht länger hinauszögern", so Broukal. ****

"PISA schlägt alles. Es hat sich gezeigt, dass immer weniger junge Menschen die Kompetenzen und Fähigkeiten erhalten, um erfolgreich sein zu können", hielt Broukal fest. Die Ergebnisse seien eine Folge der Senkung von 12 Prozent bei den Lehrerstellen und um zehn Prozent bei den Unterrichtsstunden. "Da muss man nicht den PISA-Test erfolgreich bestehen können, um zu wissen, dass es sich so nur zum Schlechteren entwickeln kann", argumentierte Broukal. Die Ministerin habe für den Finanzminister Geld sparen müssen und dabei die österreichische Schule aufs Spiel gesetzt.

Die Ergebnisse der PISA-Studie würden einen dramatischen Absturz der österreichischen Schulen seit der letzten PISA-Studie zeigen. "Jeder fünfte Jugendliche kann im Alter von 15 nicht wirklich lesen. Es gibt auch große Defizite beim logischen Denken", betonte Broukal, der auf das Abrutschen in den geprüften Bereichen einging. "Es ist eine niederschmetternde Bilanz", sagte Broukal.

Die PISA-Studie gebe aber auch die Antwort auf die Frage, woran es denn fehle. Die erfolgreichen Länder hätten Schulen, die nicht zu Mittag zu Ende seien. In den erfolgreichen Ländern werde nicht im Alter von zehn Jahren getrennt. "Das ist der Unterschied zwischen den erfolgreichen Schulsystemen und der Gehrer-Schule", hielt der SPÖ-Wissenschaftssprecher fest. Die Sozialdemokratie habe in den letzten Jahren vehement solche Modelle gefordert - von der ÖVP sei dies aber immer abgelehnt worden.

Die Ministerin habe jahrelang alle Hinweise von Experten ignoriert, so Broukal, der auf die steigende Zahl von arbeitenden Müttern und die riesigen Beträge, die für Nachhilfestunden ausgegeben werden, verwies. "Nach PISA soll nun alles anders werden. Bei diesen Aussagen bleibt aber allzu viel im Nebel."

"Die Arbeiterkammer hat berechnet, dass bei einer Umstellung auf Ganztagsschulen zwei von drei Schulen umgebaut werden müssen. Das würde eine halbe Milliarde Euro kosten. Ist die Ministerin bereit, das zügig anzugehen und zügig zu finanzieren oder soll die Finanzierung auf die Länder und Gemeinden abgewälzt werden", fragte Broukal. Auch die Führung von Ganztagsschulen würde einiges kosten. Auch hier bleibe die Frage offen, ob die Regierung bereit sei, dies zu finanzieren, oder, ob die Ganztagsschule nur in reichen Gemeinden, die sich diese leisten könnten, eingeführt werden könne.

"Ich habe den Verdacht, hier wird viel Wind gemacht, um von PISA abzulenken. Es ist schön, wenn sich die Ministerin auf uns zu bewegt. Der Beweis, dass die nötigen Reformen ernst genommen werden, fehlt weiter und Konzepte bleibt die Ministerin weiter schuldig", hielt Broukal fest. Es handle sich um eine dramatische Frage, weil jedes Jahr, das ohne Reformen verstreiche, 80.000 Schülern weniger Chancen geboten werden als möglich. "Die Ministerin soll den Neubeginn nicht länger hinauszögern", forderte Broukal abschließend. (Schluss) js

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