GEHRER: SCHULE POSITIV WEITER ENTWICKELN HEISST POSITIV MOTIVIEREN

SPÖ will mit den Rezepten von gestern Schule von morgen gestalten

Wien, 26. Jänner 2005 (ÖVP-PK) Man kann nicht mit Rezepten von gestern die Schule von morgen gestalten. Das ist keine nachhaltige Lösung für die Zukunft. Das sagte heute, Mittwoch, Bildungsministerin Elisabeth Gehrer in der Aktuellen Stunde des Nationalrats zum Thema Bildungspolitik zu den Ausführungen von SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal. Die Ministerin zeigte sich erstaunt, dass für Broukal Bildung einfach nur mit mehr Geld gleichzusetzen sei. "So einfach ist Bildung nicht, Herr Kollege Broukal. Bildung bedeutet besten Unterricht, der nicht zu kaufen, sondern nur mit Motivation erreichbar ist." ****

Beste Schule und besten Unterricht anzubieten müsse das gemeinsame Anliegen von Gemeinden, Ländern und Bund sein, verwies Gehrer auf den Finanzausgleich: "Der Bund gibt den Ländern zwölf Millionen mehr für Fördermaßnahmen, das sind rund 400 Dienstposten mehr."

Die Ministerin ging auch auf die zukünftige Gestaltung der Schule ein: "Wir haben bereits vor Jahren begonnen, den Schulen mehr Autonomie zu geben. Wir haben das Schulausbauprogramm zügig weiter gestaltet. Wir sind das Land mit der besten Computerausstattung in ganz Europa - und darauf sind wir stolz. Und wir investieren in die Fachhochschulen mit dem FHS-Entwicklungsplan III - das Bildungshighlight in Österreich." Heute gebe es mehr Studienanfänger denn je, und die Universitäten würden sich gut entwickeln, Exzellenzzentren wurden eingerichtet, bedankte sich Gehrer bei den Verantwortlichen.

"Schule positiv weiter entwickelt heißt positiv motivieren." Die SPÖ versuche hingegen, die Schule schlecht zu machen und ignoriere, dass es neben der PISA-Studie, die eine Momentaufnahme aus dem Wissensbereich sei, auch zahlreiche weitere Studien gebe, welche die hohe Qualität des österreichischen Schulwesens bestätigen. Österreich liege beispielsweise bei der Jugendbeschäftigung vorne und weit vor Finnland. "Unsere Jugendlichen sind fähig, im Berufsleben ihre Frau beziehungsweise ihren Mann zu stellen, und das ist das Ergebnis unseres Bildungssystems." Natürlich müsse man sich gemeinsam noch weiterbewegen, zeigte sich Gehrer über die Aussage des SPÖ-Chefs Gusenbauer erfreut, für verschiedene Weiterentwicklungen die zwei Drittel-Mehrheit aufgeben zu wollen. Nachdem dies aber nicht so schnell gehe, nehme sie, Gehrer, an, dass die SPÖ weiteren positiven Vorschlägen zur Weiterentwicklung ihre Zustimmung geben werde. "Wir werden einen Gesetzesantrag einbringen, dass in allen Pflichtschulen die Fünftageswoche zur Selbstverständlichkeit wird."

Gehrer kündigte zudem einen Gesetzesantrag für das Angebot von Tagesbetreuung an den Schulen an. Die Eltern würden aber selber die Form dabei bestimmen, sprach sich die Ministerin gegen eine neue Zentralisierung und gegen ein Modell für alle Schulen aus. Eine kleine Volksschule am Land, die diese Betreuung nicht brauche, sollte dies auch beschließen können. "Diese Autonomie müssen wir unseren guten Schulen lassen. Wir werden einen Antrag einbringen, dass sich der Schulalltag der Lebens- und der Arbeitszeit einer modernen Gesellschaft anpasst, und ich bin neugierig, ob die SPÖ ihre Unterstützung dafür geben wird".

Die Ministerin ging auch auf die Kostenfrage in diesem Zusammenhang ein: "Wir haben 10.000 zusätzliche Betreuungsplätze heuer angeboten und dafür rund acht Millionen Euro vorgesehen." Bisher seien nur 8.100 Plätze beansprucht worden. Weitere Schritte würden beim Reformdialog am 14. Februar vorgeschlagen, verwies die Ministerin unter anderem auf die Bereiche Führungskräfteschulung oder sprachliche Frühförderung. Dazu sei aber Motivation, Freude und positives Denken notwendig, wandte sich Gehrer abschließend an die Opposition, diese künftigen Schritte im Bildungsbereich zum Wohle der Jugend zu unterstützen.
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