• 23.01.2005, 17:00:00
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"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Altlasten" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 24.01.2005

Wien (OTS) - Geschlossenheit und Eintracht signalisierte die FPÖ
beim gestrigen Neujahrstreffen. Aber hinter den Kulissen kracht es
gewaltig im Gebälk: Die Partei ist seit dem teuren
Nationalrats-Wahlkampf vor zwei Jahren hoch verschuldet, die
Umfragedaten signalisieren einen weiteren Rückfall in der
Wählergunst.
Da wittern nicht nur die strammen Recken rund um Volksanwalt Ewald
Stadler und den Wiener Landesparteichef Hans-Christian Strache
Morgenluft. Auch Jörg Haider überlegt offenbar intensiv, ob er sein
Lebenswerk den Bach hinuntergehen lassen und in Kärnten einen
langweiligen politischen Lebensabend genießen oder noch einmal in
einen Bundes-Wahlkampf ziehen soll.
Entscheidet er sich für letzteres, wird er nicht die marode FPÖ
übernehmen, sondern eine neue Partei gründen. Die könnte schuldenfrei
und ohne personelle Altlasten in den Wahlkampf ziehen. Der Großteil
des FP-Klubs im Parlament würde mitgehen, die Parteienfinanzierung
wäre dadurch gesichert. Auch die meisten Regierungsmitglieder müssten
Haider folgen, wollen sie nicht allein auf verlorenem Posten bleiben.
Lange wird uns Haider nicht mehr mit vagen Andeutungen und
halbherzigen Dementis auf die Folter spannen können. Ungefähr ein
Jahr vor den nächsten Nationalratswahlen muss die Entscheidung
fallen. Wie auch immer sie ausfällt, wird sie die politische
Landschaft in Österreich verändern.

OTS0032    2005-01-23/17:00

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