- 20.01.2005, 14:14:17
- /
- OTS0209 OTW0209
Heinzl: Lehrwerkstätte St. Pölten der ÖBB droht die Schließung
120 Lehrlinge in vier Jahrgängen bekommen derzeit pro Jahr eine fundierte Ausbildung; Schließung wäre schwerer Schlag für die Region und die Jugend
St. Pölten, (SPI) - Der im Jahr 1991 eröffneten, neu erbauten
Lehrwerkstätte der ÖBB in St. Pölten droht das "Aus". Bis zum Jahr
2008 soll der Ausbildungsbetrieb eingestellt werden. Die modernste
Lehrwerkstätte Österreichs ermöglicht die Ausbildung von rd. 30
Elektro-Anlagentechniker-Lehrlingen pro Jahrgang, also von insgesamt
120 Lehrlingen im Rahmen der dreieinhalbjährigen Ausbildung. In St.
Pölten gibt es neben Schulungsräumen, Laboreinrichtungen,
computergesteuerten Arbeitsmaschinen, Pneumatik- und Hydraulikräumen
ein eigenes, angeschlossenes Lehrlingsheim sowie, als einziger
Standort der Österreichischen Bundesbahnen, eine eigene,
angeschlossene private Berufsschule.****
"Seit dem Jahr 1945 wurden in der Lehrwerkstätte St. Pölten rd. 2.300
Burschen und Mädchen zu ausgezeichneten Facharbeitern und
Facharbeiterinnen ausgebildet. Angesichts des ohnehin vorherrschenden
Lehrstellenmangels in Niederösterreich wäre eine Schließung der
Lehrwerkstätte nicht nur ein schwerer Schlag für die Landeshauptstadt
St. Pölten, sondern für das ganze Bundesland - die Lehrlinge kommen
nämlich aus ganz Niederösterreich. Da wird nicht nur eine der
modernsten Ausbildungsstätten geschlossen, vielmehr wird für viele
junge Menschen die Tür für eine gute Ausbildung und einen guten Beruf
sowie eine erfolgreiche Zukunft zugeschlagen", zeigt sich der St.
Pöltner SP-Nationalrat Anton Heinzl sehr betroffen von den
kolportierten Planen der ÖBB. Zudem planen die ÖBB nach ersten
Informationen österreichweit eine massive Reduktion der
Lehrlingsausbildung. Von bisher 358 pro Jahr aufgenommenen Lehrlingen
sollen bis ins Jahr 2008 nur mehr 70 pro Jahr übrig bleiben.
Eigentlich sollten dieser Tage die Aufnahmegespräche für das kommende
Lehrjahr beginnen. Vorläufig heißt es seitens der Unternehmensleitung
leider "Stopp". Wie es weiter geht weiß niemand! "Für
Niederösterreich kann es nur heißen: Die ÖBB-Lehrwerkstätte in St.
Pölten muss weitergeführt werden. Einen weiteren Verlust von
Ausbildungsplätzen können wir nicht verkraften. Schon jetzt gibt es
jedes Jahr durchschnittlich 700 junge Menschen in unserem Bundesland,
die keine Lehrstelle finden. Es darf nicht sein, dass sich nun auch
große Unternehmen im Besitz der Republik Österreich, wie das die ÖBB
sind, mit Wissen und Duldung, oder sogar auf Anweisung der
Bundesregierung, von der Ausbildung junger Menschen verabschieden.
St. Pölten wird um seine Lehrwerkstätte kämpfen - für ganz
Niederösterreich - denn wir brauchen sie", so Heinzl abschließend.
(Schluss) fa
OTS0209 2005-01-20/14:14
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN






