Heinzl: Lehrwerkstätte St. Pölten der ÖBB droht die Schließung

120 Lehrlinge in vier Jahrgängen bekommen derzeit pro Jahr eine fundierte Ausbildung; Schließung wäre schwerer Schlag für die Region und die Jugend

St. Pölten, (SPI) - Der im Jahr 1991 eröffneten, neu erbauten Lehrwerkstätte der ÖBB in St. Pölten droht das "Aus". Bis zum Jahr 2008 soll der Ausbildungsbetrieb eingestellt werden. Die modernste Lehrwerkstätte Österreichs ermöglicht die Ausbildung von rd. 30 Elektro-Anlagentechniker-Lehrlingen pro Jahrgang, also von insgesamt 120 Lehrlingen im Rahmen der dreieinhalbjährigen Ausbildung. In St. Pölten gibt es neben Schulungsräumen, Laboreinrichtungen, computergesteuerten Arbeitsmaschinen, Pneumatik- und Hydraulikräumen ein eigenes, angeschlossenes Lehrlingsheim sowie, als einziger Standort der Österreichischen Bundesbahnen, eine eigene, angeschlossene private Berufsschule.****

"Seit dem Jahr 1945 wurden in der Lehrwerkstätte St. Pölten rd. 2.300 Burschen und Mädchen zu ausgezeichneten Facharbeitern und Facharbeiterinnen ausgebildet. Angesichts des ohnehin vorherrschenden Lehrstellenmangels in Niederösterreich wäre eine Schließung der Lehrwerkstätte nicht nur ein schwerer Schlag für die Landeshauptstadt St. Pölten, sondern für das ganze Bundesland - die Lehrlinge kommen nämlich aus ganz Niederösterreich. Da wird nicht nur eine der modernsten Ausbildungsstätten geschlossen, vielmehr wird für viele junge Menschen die Tür für eine gute Ausbildung und einen guten Beruf sowie eine erfolgreiche Zukunft zugeschlagen", zeigt sich der St. Pöltner SP-Nationalrat Anton Heinzl sehr betroffen von den kolportierten Planen der ÖBB. Zudem planen die ÖBB nach ersten Informationen österreichweit eine massive Reduktion der Lehrlingsausbildung. Von bisher 358 pro Jahr aufgenommenen Lehrlingen sollen bis ins Jahr 2008 nur mehr 70 pro Jahr übrig bleiben.

Eigentlich sollten dieser Tage die Aufnahmegespräche für das kommende Lehrjahr beginnen. Vorläufig heißt es seitens der Unternehmensleitung leider "Stopp". Wie es weiter geht weiß niemand! "Für Niederösterreich kann es nur heißen: Die ÖBB-Lehrwerkstätte in St. Pölten muss weitergeführt werden. Einen weiteren Verlust von Ausbildungsplätzen können wir nicht verkraften. Schon jetzt gibt es jedes Jahr durchschnittlich 700 junge Menschen in unserem Bundesland, die keine Lehrstelle finden. Es darf nicht sein, dass sich nun auch große Unternehmen im Besitz der Republik Österreich, wie das die ÖBB sind, mit Wissen und Duldung, oder sogar auf Anweisung der Bundesregierung, von der Ausbildung junger Menschen verabschieden. St. Pölten wird um seine Lehrwerkstätte kämpfen - für ganz Niederösterreich - denn wir brauchen sie", so Heinzl abschließend. (Schluss) fa

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