- 20.01.2005, 12:32:46
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AK gegen mögliche Zugangshürden beim Uni-Studium
Bundesregierung muss Verhandlungen mit der EU aufnehmen
Wien (OTS) - Die AK ist für die Beibehaltung des offenen
Uni-Zugangs mit Matura oder Studienberechtigungsprüfung. Es darf
nicht sein, dass die EU nichtösterreichische StudienbewerberInnen,
die in ihrem Land nicht studieren können, den Hochschulzugang in
Österreich weit aufmacht. Laut OECD weist Österreich innerhalb der EU
bereits den höchsten Anteil an ausländischen Studierenden auf. Das
drohende Erkenntis des EuGH könnte der Regierung das "Scheinargument"
liefern, auch für Österreich ein System der Zugangsbeschränkung -
etwa Aufnahmeprüfungen - einzuführen. Leidtragende einer solchen
Regelung wären dann aber vor allem alle jungen ÖsterreicherInnen, die
studieren wollen. Die AK fordert von der Regierung die Aufnahme von
Verhandlungen mit der EU über eine Problemlösung, damit sich
einerseits heimische Universitäten nicht einem unbewältigbaren
Zustrom ausländischer StudentInnen gegenübersehen, und andererseits
der offene Zugang zum Studium für InländerInnen in Österreich
abgesichert wird. Es kann nicht sein, dass große EU-Länder ihre
Finanzierungsprobleme im Hochschulbereich damit lösen, indem sie
Studierwillige in Staaten ohne Zugangsbeschränkungen umlenken.
Stärkerer Ansturm ausländischer StudentInnen nicht verkraftbar
Österreich weist laut OECD innerhalb der EU mit 12,7 Prozent den
höchsten Anteil an ausländischen Studierenden auf. Ein deutlich
erhöhter Zustrom von ausländischen Studierenden ist für ein kleines
Land wie Österreich sicher nicht verkraftbar. Zur Illustration: Ca
23.000 Studienbewerber für Medizin werden aufgrund des Numerus
Clausus in Deutschland abgewiesen. Wenn davon nur 10 Prozent in
Österreich ein Medizinstudium aufnehmen, bedeutet dies eine
Verdoppelung der bereits jetzt hier studierenden AusländerInnen.
Weg mit "verstecktem Numerus Clausus"
Schlechte Studienbedingungen infolge Geld- und Personalmangel
bewirken in großen Studienrichtungen derzeit einen "versteckten
Numerus Clausus". Schlechte Betreuung, überfüllte Hörsäle, zu wenig
Labor- und Lehrveranstaltungsplätze schrecken viele ab oder führen zu
einer hohen Ausfallsquote. Schlechten Studienbedingungen sind
Hauptgrund für die international niedrige Hochschulabschlussquote von
nur 18 Prozent eines Altersjahrgangs (OECD-Schnitt 31,8 Prozent) und
die langen Studiendauern. Die Universitäten brauchen mehr Geld und
Personal, damit die Studierenden mit guter Betreuung innerhalb der
gesetzlich vorgesehenen Zeit ihr Studium auch abschließen können.
Hürden im Schulsystem beseitigen
Die OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" zeigt, dass in Österreich
der Anteil jener, die ein Hochschulstudium beginnen, mit nur 31
Prozent eines Jahrgangs niedrig ist. Der OECD-Schnitt liegt bei 51
Prozent. Grund dafür ist das österreichische Schulsystem, das im
Unterschied zu ausländischen Gesamtschulmodellen durch eine frühe und
soziale Selektion gekennzeichnet ist. Österreich hat somit einen
"schulischen Numerus Clausus" beim Übertritt von der Volksschule in
die AHS-Unterstufe und einen weiteren beim Umstieg in die
Oberstufenformen. Hürden, die beseitigt gehören. Eine weitere
Zugangshürde zusätzlich zur Matura, wie z.B. eine Aufnahmeprüfung,
bedeutet noch schlechtere Studienchancen für Kinder aus
bildungsferneren und sozial schwächeren Familien.
OTS0149 2005-01-20/12:32
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