AK gegen mögliche Zugangshürden beim Uni-Studium

Bundesregierung muss Verhandlungen mit der EU aufnehmen

Wien (OTS) - Die AK ist für die Beibehaltung des offenen Uni-Zugangs mit Matura oder Studienberechtigungsprüfung. Es darf nicht sein, dass die EU nichtösterreichische StudienbewerberInnen, die in ihrem Land nicht studieren können, den Hochschulzugang in Österreich weit aufmacht. Laut OECD weist Österreich innerhalb der EU bereits den höchsten Anteil an ausländischen Studierenden auf. Das drohende Erkenntis des EuGH könnte der Regierung das "Scheinargument" liefern, auch für Österreich ein System der Zugangsbeschränkung -etwa Aufnahmeprüfungen - einzuführen. Leidtragende einer solchen Regelung wären dann aber vor allem alle jungen ÖsterreicherInnen, die studieren wollen. Die AK fordert von der Regierung die Aufnahme von Verhandlungen mit der EU über eine Problemlösung, damit sich einerseits heimische Universitäten nicht einem unbewältigbaren Zustrom ausländischer StudentInnen gegenübersehen, und andererseits der offene Zugang zum Studium für InländerInnen in Österreich abgesichert wird. Es kann nicht sein, dass große EU-Länder ihre Finanzierungsprobleme im Hochschulbereich damit lösen, indem sie Studierwillige in Staaten ohne Zugangsbeschränkungen umlenken.

Stärkerer Ansturm ausländischer StudentInnen nicht verkraftbar Österreich weist laut OECD innerhalb der EU mit 12,7 Prozent den höchsten Anteil an ausländischen Studierenden auf. Ein deutlich erhöhter Zustrom von ausländischen Studierenden ist für ein kleines Land wie Österreich sicher nicht verkraftbar. Zur Illustration: Ca 23.000 Studienbewerber für Medizin werden aufgrund des Numerus Clausus in Deutschland abgewiesen. Wenn davon nur 10 Prozent in Österreich ein Medizinstudium aufnehmen, bedeutet dies eine Verdoppelung der bereits jetzt hier studierenden AusländerInnen.

Weg mit "verstecktem Numerus Clausus"
Schlechte Studienbedingungen infolge Geld- und Personalmangel bewirken in großen Studienrichtungen derzeit einen "versteckten Numerus Clausus". Schlechte Betreuung, überfüllte Hörsäle, zu wenig Labor- und Lehrveranstaltungsplätze schrecken viele ab oder führen zu einer hohen Ausfallsquote. Schlechten Studienbedingungen sind Hauptgrund für die international niedrige Hochschulabschlussquote von nur 18 Prozent eines Altersjahrgangs (OECD-Schnitt 31,8 Prozent) und die langen Studiendauern. Die Universitäten brauchen mehr Geld und Personal, damit die Studierenden mit guter Betreuung innerhalb der gesetzlich vorgesehenen Zeit ihr Studium auch abschließen können.

Hürden im Schulsystem beseitigen
Die OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" zeigt, dass in Österreich der Anteil jener, die ein Hochschulstudium beginnen, mit nur 31 Prozent eines Jahrgangs niedrig ist. Der OECD-Schnitt liegt bei 51 Prozent. Grund dafür ist das österreichische Schulsystem, das im Unterschied zu ausländischen Gesamtschulmodellen durch eine frühe und soziale Selektion gekennzeichnet ist. Österreich hat somit einen "schulischen Numerus Clausus" beim Übertritt von der Volksschule in die AHS-Unterstufe und einen weiteren beim Umstieg in die Oberstufenformen. Hürden, die beseitigt gehören. Eine weitere Zugangshürde zusätzlich zur Matura, wie z.B. eine Aufnahmeprüfung, bedeutet noch schlechtere Studienchancen für Kinder aus bildungsferneren und sozial schwächeren Familien.

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