• 20.01.2005, 09:21:03
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Ausgaben für Chefärzte deutlich höher als angeblicher Nutzen

Pharmig: Kosten von mehr als 50 Millionen Euro stehen bestenfalls Einsparungen von 16 Millionen Euro gegenüber.

Wien (OTS) - "Es ist höchste Zeit, die Funktion der Chefärzte
generell zu hinterfragen. Denn dass die Chefärzte einen wichtigen
Beitrag leisten, um die Medikamentenkosten zu senken, ist einfach ein
Mythos", erklärt Jan Oliver Huber, Generalsekretär des
Branchenverbands Pharmig.

Huber untermauert seine These mit Zahlen: 2003 haben die Ausgaben für
chefarztpflichtige Medikamente exakt 325 Millionen Euro betragen
(Quelle: APA v. 11. 1. 2005). Nachdem 95 Prozent aller
chefarztpflichtigen Medikamente ohnehin bewilligt werden, bleibt ein
Einsparvolumen von etwa 16 Millionen Euro pro Jahr. Dem stehen aber
ungleich höhere Kosten für die Chefärzte gegenüber: Setzt man das
Gehalt eines Chefarztes mit 120.000 Euro pro Jahr an (inkl. Pension
und Arbeitgeberbeiträge) und rechnet man noch 40.000 Euro hinzu
(Jahresgehalt einer Sekretärin inkl. Pension und Arbeitgeberbeiträge)
plus 20.000 Euro pro Jahr für sonstige Aufwendungen (Bürokosten,
Dienstauto), kommt man auf einen Betrag von 180.000 Euro pro Jahr und
Chefarzt. Laut Angaben von Josef Probst, dem zuständigen
Geschäftsführer des Hauptverbands, gibt es in Österreich 283
Chefärzte (Quelle: Oberösterreichische Nachrichten v. 26. 5. 2004).
Die dann laut obiger - ohnehin moderat angesetzter - Gesamtrechnung
insgesamt mehr als 50 Millionen Euro kosten.

"Angesichts dieser Zahlen sind wir für die sofortige Abschaffung der
Chefarztpflicht", fordert der Generalsekretär der Pharmig. "Wir
zahlen 50 Millionen Euro, damit wir vielleicht 16 Millionen Euro
einsparen - das ist wirklich völliger Unsinn." Dabei sind die
gesamten volkswirtschaftlichen Kosten für die derzeitige Handhabung
der Chefarztpflicht hier noch gar nicht mit eingerechnet. Jan Oliver
Huber: "Die Zeit während der die Patienten auf ihre Fax-Bewilligung
warten, die Personalkosten für die Dienstgeber, die
Bearbeitungskosten, die Kosten für zusätzliche Fax-Geräte und
-Leitungen, das alles ist teuer. Hier kommt sicher noch ein
zweistelliger Millionenbetrag hinzu. Das Fazit kann also nur lauten:
Weg mit der unsinnigen Chefarztpflicht!"

Prinzipiell, räumt Huber ein, sei auch die Pharmig für eine Kontrolle
der Medikamentenkosten im Interesse der Versicherten. Dafür würde es
aber ausreichen, das Verschreibungsverhalten der Ärzte im Nachhinein
zu kontrollieren. "Der "gläserne Arzt", betont der Pharmig-Chef, "ist
doch längst Realität - die Krankenkassen wissen über das
Verschreibungsverhalten der Ärzte haargenau Bescheid. Außerdem gibt
es die Richtlinien zur ökonomischen Verschreibweise, nach denen die
Ärzte jetzt schon verpflichtet sind, bei gleicher Wirksamkeit das
günstigste Medikament zu verschreiben. Je mehr man sich mit dem Thema
beschäftigt, umso mehr fragt man sich - wozu das Ganze?"

Rückfragehinweis:

Mag. Sabine Völz
   Leiterin Kommunikation, Mediensprecherin
   Pharmig - Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs
   Garnisongasse 4/5+6
   A-1090 Wien

   Tel.: 00 43 (1) 523 29 56/20
   Fax.: 00 43 (1) 523 29 519
   Mobil: 00 43(0) 664/212 20 87
   E-Mail: [email protected]
   Web: www.pharmig.at
OTS0026    2005-01-20/09:21

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PHA

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