Paiha: "Sind auch ÖAAB und FCG auf Linie der ÖVP Wien?"

Wien (OTS) - ÖGB-Forderung nach 35-Stunden-Woche bislang auch von ÖVP-ArbeitnehmerInnen unterstützt. BürgerInnenrechtsverständnis der ÖVP für AUGE irgendwo zwischen "Spätmittelalter und Vormärz" angesiedelt.

"Die ÖVP Wien hat sich inzwischen so weit rechts positioniert, dass sie eine FPÖ beinahe überflüssig macht. Strache muss ja schön langsam verzweifeln. Kein Wunder, dass sich Ex-FPÖler in der ÖVP Wien gut aufgehoben fühlen," kommentiert Klaudia Paiha, Bundessprecherin der Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen (AUGE/UG) die Reaktionen der ÖVP Wien auf Forderungen nach Arbeitszeitverkürzung und Stärkung betrieblicher Mitbestimmungsrechte, wie sie im Wirtschaftsprogramm der Wiener Grünen erhoben wurden.

"Es ist nicht verwunderlich, dass grüne Forderungen wie jene nach einer - längst überfälligen - Arbeitszeitverkürzung mit Lohnausgleich bei der ÖVP auf Ablehnung stoßen, will sie doch, im Gleichklang mit Industrie und Leitl, Arbeitszeiten weiter ausdehnen, verlängern und flexibilisieren. Das trotz eines Rekordhochs bei den Arbeitslosenzahlen, eines steigenden, krank machenden Drucks am Arbeitsplatz und eines bestehenden Zeitnotstandes, der eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie zunehmend unmöglich macht. Das ist die Position der selbsternannten "Familienpartei' ÖVP," Paiha weiter.

Gespannt ist Paiha, wie die ÖVP-ArbeitnehmerInnen zu den Positionen Hahns stehen: "Nicht nur die Grünen fordern eine Arbeitszeitverkürzung. Es gibt einen ÖGB-Beschluss auf Einführung der 35-Stunden-Woche. Dieser Beschluss wurde bislang immer auch von ChristgewerkschafterInnen und den VertreterInnen des ÖAAB - immerhin ÖVP-Teilorganisation - im ÖGB mitgetragen. Wir dürfen gespannt sein, ob die ÖVP-ArbeitnehmerInnen noch dazu stehen, oder der ÖAAB wieder einmal klein beigibt."

Wenig überraschend ist für Paiha die brüske Ablehnung erweiterter ArbeitnehmerInnenrechte im Betrieb: "Neuere arbeitssoziologische Erkenntnisse, die einen Ausbau betrieblicher Partizipations- und Mitbestimmungsrechte, eben eine Ausweitung allgemein gültiger BürgerInnenrechte auf den Betrieb einfordern, gehen an einer Partei, deren BürgerInnenrechtsverständnis scheinbar irgendwo zwischen Spätmittelalter und Vormärz angesiedelt ist, halt spurlos vorüber. Die ÖVP sieht ArbeitnehmerInnen scheinbar in erster Linie als Untergebene, die am besten rund um die Uhr für die Unternehmen verfügbar zu sein haben, jederzeit kündbar, und natürlich so billig und rechtlos wie möglich," so Paiha weiter. "Es ist erfreulich, dass die Wiener Grünen in ihrem Wirtschaftsprogramm klare Akzente für eine arbeitnehmerInnenfreundliche und demokratische Wirtschaftspolitik setzen und sich auch trauen, über den neoliberalen Tellerrand hinaus Perspektiven für eine menschenwürdigere und demokratischere Arbeitswelt zu entwickeln," schließt Paiha.

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Klaudia Paiha, 0664/614 50 14

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