- 19.01.2005, 12:20:52
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Fagan klagt USA: "Tausende hätten gerettet werden können."
US-Opferanwalt Ed Fagan und österreichische Anwälte ziehen gegen Staaten, Hotelketten und Behörden vor Gericht. Milliardenklage wegen unterlassener Warnung
Wien (OTS) - In einem Interview für die morgen erscheinende
Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS erklärt der bekannte
US-Opferanwalt Edward Fagan, dass er in New York eine Sammelklage in
Milliarden-Dollar-Höhe im Namen der Tsunami-Opfer einbringt. " Zum
einen klagen wir die Regierungen der Staaten, die keinerlei
Tsunami-Warnungen an die Hunderttausenden Urlauber und Einheimischen
der Küstenregionen gaben, zum anderen große Hotels bzw. Hotelketten",
konkretisiert Fagan im NEWS-Interview.
Die Höhe der Klagsforderungen bewegt sich in Ähnlichen Dimensionen
wie nach dem Terroranschlag vom 9. September in New York, "also
mehrere Milliarden Dollar", so Fagan. Das Geld soll auch an
Hilfsorganisationen fließen. Dem Anwalts-Team, das die Klage
vorbereitet, gehören auch zwei österreichische Advokaten an: Der
Villacher Anwalt Herwig Hasslacher, der eine Reihe von Betroffenen in
Kärntner und Sri Lanka vertritt, sowie der Wiener Anwalt Gerhard
Podovsovnik. Für Betroffene wurde eine Informationshomepage unter
www.tsunamivictimsgroup.com eingerichtet.
Die Hauptstoßrichtung der Klage geht in Richtung unterlassener
Hilfeleistungen durch die Nicht-Weitergabe von Informationen, wovon
vor allem US-Behörden wie das State Department und die US-Army wie
auch die Thailändische Regierung betroffen sind. "Wir werden vor
Gericht beweisen, dass es genug internationale Abkommen und
Vorschriften gab, wonach nach einem Seebeben höher als sechs auf der
Richter-Skala eine automatische Warnung erfolgen hätte müssen",
erklärt Fagan im Exklusivinterview. "Alle Überlebenden berichten
unisono, dass oft wenige Minuten den Unterschied zwischen Leben und
Tod ausmachten", argumentiert Fagan. "Wir wissen, dass zahlreiche
Einrichtungen und Behörden wie das US-State-Department bereits
Minuten nach dem Erdbeben das Ausmaß abschätzen konnten, aber untätig
waren", erklärt Hasslacher in NEWS.
Auch das Fehlen entsprechender Warnsysteme in potentiell
gefährdeten Gebieten wird in der Klage thematisiert. Große Hotels
sollen dabei zur Verantwortung gezogen werden. Konkret nennt Fagan in
NEWS das "Sofitel" in Khao Lak. "Neben den Kompensationen für
Familien soll auch die Errichtung von Warnsystemen erzwungen werden.
So eine Tragödie darf sich nicht wiederholen", meint der US-Anwalt.
OTS0137 2005-01-19/12:20
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