Was tun mit Elektroaltgeräten in Österreich?

Noch einige offene Punkte im Entwurf der Elektroaltgeräte Verordnung

Wien (OTS) - KERP, das Kompetenzzentrum für Elektro(nik)altgeräte Recycling und nachhaltige Produktentwicklung bezieht Position zum Entwurf der Elektroaltgeräte Verordnung und hat noch einige Anregungen dazu. Diese Woche endet die Frist zur Begutachtung.

Mit der Elektroaltgeräte Verordnung, die die EU Richtlinie WEEE (On Waste Electric and Electronic Equipment) in nationales Recht umsetzten soll, wird ein weiterer, wichtiger Schritt in Richtung Abfallvermeidung gesetzt. "Der Verordnungsentwurf ist im Wesentlichen gelungen, bei den Themen ökologisches Design, Sammelstellen und Schadstoffentfrachtung orte ich noch Handlungsbedarf", meint Thomas Leitner, Geschäftsführer von KERP. Dabei geht es um folgende drei Punkte:

Erstens: Das KERP regt an, verstärkt finanzielle Anreize für eine recyclinggerechte Produktgestaltung zu schaffen. Dadurch würden Produzenten umweltfreundlicher Geräte gegenüber Herstellern von schadstoffreichen, Umwelt belastenden Produkten begünstigt. "Diese Bevorzugung würde die Hersteller automatisch zu einer umweltbewussteren Produktgestaltung führen.", so Wolfgang Wimmer, Professor für Ecodesign an der TU Wien und Wissenschaftspartner im KERP.

Zweitens: "Die Übernahme der Altgeräte an den Sammelstellen soll so ablaufen, dass auch die Wiederverwendung ganzer Geräte möglich ist.", regt Stefan Salhofer, Professor an der BOKU Wien und KERP Wissenschaftspartner, an. Durch den vorgesehene Einwurf in Sammelboxen und Container könnten die Geräte beschädigt werden und wären daher für eine Wiederverwendung nicht mehr geeignet. Weiters sollte die an den Sammelstellen einlangenden Waren bereits nach ihrer unterschiedlichen Funktionstüchtigkeit getrennt gesammelt werden. Dadurch könn-ten die weiteren Verwendungsmöglichkeiten der Geräte (Wiederverwendung oder stoffliche Verwertung) schneller unterschieden werden. Jedenfalls sollten die Übernahmestellen entsprechend ausgestattet werden, so Salhofer.

Drittens: "Schadstoffströme von Elektroaltgeräten sollen nachvollziehbar sein.", regt Thomas Leitner an. Das bedeutet, dass im Zuge der Schadstoffentfrachtung (das ist das manuelle oder automatisierte Entfernen von Schad-stoffen aus Elektro(nik)geräten im Zuge des Recyclingprozesses) der Zusammenhang zwischen Gesamtmenge an zu recycelnden Elektroaltgeräten und der tatsächlich herausgelösten Schadstoffmenge plausibel sein muss. "Die Vorgaben der WEEE Richtlinie müssen gelebt werden.", fordert Leitner.

Der Entwurf der Elektroaltgeräte Verordnung sieht unter anderem vor, dass Letztverbraucher ab 13. August 2005 ihre Elektro(nik)altgeräte unentgeltlich bei einer Sammelstelle der Gemeinde oder, bei Neukauf eines ähnlichen Geräts, bei ihrem Händler abgeben. Die finanzielle Verantwortung, dass die bei den Sammelstellen abgegebenen Geräte auch ordnungsgemäß behandelt werden, trägt der Hersteller (erweiterte Herstellerverantwortung für Sammlung und Verwertung). Ab dem Jahr 2007 sind je nach Geräteart mindestens zwischen 70 und 80 Prozent des durchschnittlichen Gewichts eines Gerätes zu verwerten und mindestens zwischen 50 und 75 Prozent stofflich zu verwerten oder wieder zu verwenden.

Die Elektroaltgeräte Verordnung soll die seit 13. Februar 2003 in Kraft getretene EU Richtlinie WEEE in österreichisches Recht umsetzten. Die Deadline für die Implementierung in nationales Recht der EU Mitlgliedstaaten war seitens der EU für den 13. August 2004 vorgesehen. Bis jetzt hat Griechenland als einziges EU Mitgliedsland die WEEE in nationales Recht umgesetzt.

Das KERP Kompetenzzentrum für Elektro (nik)altgeräte-Recycling und nachhaltige Produktentwicklung ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung, die gemeinsam mit ihren Partnern aus Industrie und Wissenschaft anwen-dungsorientierte Forschung im Bereich Elektro(nik)-Produkte betreibt. Ziel ist die Optimierung der Umweltfreundlichkeit von Elektro(nik)produkten. Das in den Projekten generierte Know-how steht den KERP Partnern, in weiterer Folge aber auch anderen Unternehmen zur Verfügung.

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KERP Kompetenzzentrum für Elektro(nik)altgeräte-Recycling
und nachhaltige Produktentwicklung
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