Volksbank Investmentbank AG: Der Dollarkursverfall wird bald zu Ende sein

Das Umfeld für die Aktienmärkte bleibt freundlich

Wien (OTS) - Die Analysten der VB Investmentbank haben ihre neuen Quartalsprognosen veröffentlicht:

"Der Dollarkursverfall wird bald zu Ende sein. Anstatt des Leistungsbilanzdefizits der USA, das für die jüngste Dollarschwäche hauptverantwortlich war, wird vermehrt die Zinsdifferenz zwischen der Eurozone und den USA in den Blickpunkt der Märkte geraten" meint VBIB-Volkswirt Wolfgang Pohn zur Dollarkursentwicklung der kommenden Monate.

Für Wechselkursentwicklungen ist die Zinsdifferenz am kurzen Ende der Zinskurve, die maßgeblich von der Geldpolitik der Notenbanken bestimmt wird, oft ein entscheidender Faktor. Die Fed, die im vergangen Jahr die Leitzinsen fünf Mal erhöht hat, wird mit großer Wahrscheinlichkeit ihren Zinserhöhungszyklus im bisherigen Tempo fortsetzen. Vor dem Hintergrund der mit den hohen Wachstumsraten verbundenen steigenden Inflationsgefahren ist damit zu rechnen, dass die Fed die Leitzinsen bis auf ein neutrales Niveau, das etwa bei 3,5% liegt, erhöhen wird. Dies sollte bis Herbst geschehen. Demgegenüber wird die EZB aufgrund der immer noch schwachen Verfassung der Wirtschaft in der Eurozone keinen Anlass sehen, die Zinsen bald zu erhöhen. In der Eurozone wird es daher auch im Jahr 2005 sehr niedrige kurzfristige Zinsen geben. Die steigende Zinsdifferenz zwischen den USA und der Eurozone wird dazu beitragen, den Dollarkurs zumindest mittelfristig zu stabilisieren, mit einer Dollaraufwertung ist aber wegen des hohen Leistungsbilanzdefizits keineswegs zu rechnen. "Ein Ausgleich des hohen außenwirtschaftlichen Ungleichgewichts ist notwendig, dies wird aber in jedem Fall ein länger andauernder Prozess sein. Auch eine restriktivere Fiskalpolitik der Bush-Administration wäre dazu hilfreich", kommentiert Wolfgang Pohn die Problematik der Zwillingsdefizits der USA.

Die wichtigsten Prognosedaten:

Eurozone IST 3 Mo 6 Mo 12 Mo Leitzinsen 2,00 2,00 2,00 2,50 Geldmarkt 3 Monate 2,17 2,20 2,30 2,60 Kapitalmarkt 10 Jahre 3,70 3,90 4,20 4,50 USA IST 3 Mo 6 Mo 12 Mo Leitzinsen 2,25 2,75 3,25 3,50 Geldmarkt 3 Monate 2,55 3,05 3,55 3,70 Kapitalmarkt 10 Jahre 4,32 4,50 4,80 4,90 US-Dollar/Euro 1,36 1,37 1,35 1,35

Am langen Ende der Zinskurve ist beiderseits des Atlantiks mit steigenden Zinsen zu rechnen. Der Anstieg in den USA wird hauptsächlich durch die höheren Inflationserwartungen verursacht werden. In der Eurozone, wo auch die Realrenditen auf ein historisch außerordentlich niedriges Niveau gefallen sind, werden der sich stabilisierende Dollarkurs und die hohen Fiskaldefizite einiger Eurozonenmitgliedsstaaten die Rentenmärkte belasten und so die Zinsen nach oben treiben.

Für die Aktienmärkte bleibt das Umfeld freundlich. Impulse werden laut VBIB-Analyst Friedrich Glechner in den nächsten Monaten vor allem von einem weiter sinkenden Ölpreis kommen. Ein Belastungsfaktor für die Aktienmärkte wären laut Glechner vor allem ein neuerlicher Ölpreisanstieg und ein Wachstumseinbruch der Konjunkturlokomotive USA.

Dow 31.12.2004 Mär.05 Jun.05 Dez.05 Wert 10800 11250 11400 11600 Performance (%) 4,2 5,6 7,4 Dax 31.12.2004 Mär.05 Jun.05 Dez.05 Wert 4256 4450 4550 4600 Performance (%) 4,6 6,9 8,1 ATX 31.12.2004 Mär.05 Jun.05 Dez.05 Wert 2431 2530 2570 2600 Performance (%) 4,1 5,7 6,9

Bis Ende März erwartet die VB Investmentbank einen DAX-Stand von 4450 Punkten.

Nach den deutlichen Kursanstiegen der letzten beiden Jahre und der damit im Branchenvergleich zum Teil bereits hoch bewerteten Indexschwergewichte wird beim ATX in den nächsten drei Monaten mit einer abnehmenden Kursdynamik und bis Ende März mit einem Indexstand von 2530 Punkten gerechnet. Bis Jahresende wird ein Wert von 2600 Punkten prognostiziert. Als Impulse für die Unternehmen des ATX erachtet die VB Investmentbank weiterhin die staatlich gestützte Zukunftsvorsorge und die gute Positionierung zahlreicher heimischer Unternehmen im Wachstumsraum Zentral- und Osteuropa.

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Wolfgang Pohn
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