Chefarztpflicht für Medikamente wird seit 1. Jänner 2005 neu gehandhabt

Wien (OTS) - Am 1. Jänner 2005 ist die Verordnung über die Grundsätze der chef- und kontrollärztlichen Bewilligung für Heilmittel, der nachfolgenden Kontrolle von Verschreibungen, sowie die Grundsätze der Dokumentation (Heilmittel-Bewilligungs- und Kontroll-Verordnung) in Kraft getreten.

Für Versicherte bringt die Verordnung Erleichterungen: "Ab sofort kümmern sich die Ärztin-nen und Ärzte um die Chefarztbewilligung für Medikamente. Durch dieses Service sparen die Versicherten Zeit und Aufwand", so Josef Probst, Geschäftsführer des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger.

Wenn die e-card allen Versicherten zur Verfügung steht, können die Ärztinnen und Ärzte die chefärztliche Bewilligung per Computer einholen. Die Heilmittel-Bewilligungs- und Kontroll-Verordnung sieht vor, dass bis zur flächendeckenden Einführung der e-card Übergangsregelungen geschaffen werden. Die Sozialversicherungsträger haben gemeinsam mit den Vertragsärzten die für sie und ihre Versicherten praktikabelste Lösung gewählt. Von diesem organisatorischen Aspekt sind die Versicherten selbst nicht betroffen, für sie gilt in jedem Fall: Um die Chefarztbewilligung für Medikamente kümmern sich die Ärztinnen und Ärzte, nicht mehr die Versicherten. Um die bewilligungspflichtigen Heilbehelfe und Hilfsmittel wie Kontaktlinsen oder auch Kuren müssen sich die Patienten derzeit noch selbst kümmern, wobei ein persönliches Erscheinen beim Chefarzt in der Regel nicht notwendig ist.

In den meisten Fällen wird die Vorab-Bewilligung durch eine Dokumentation ersetzt: Die Ärzte entscheiden anhand klarer Regeln, ob sie in einem bestimmten Fall ein chefarztpflichtiges Medikament verschreiben. Diese Entscheidung wird schriftlich dokumentiert und kann nachfolgend stichprobenartig kontrolliert werden.

Mit der Bewilligung von chefarztpflichtigen Medikamenten verantworten Österreichs Chefärztinnen und Chefärzte maßgeblich die Qualitätskontrolle im Medikamentenbereich: Sie entscheiden aufgrund der Verordnung eines Vertragsarztes, ob die Krankenversicherung im vorliegenden Fall die Kosten für ein Medikament übernimmt. Die Chefärztinnen und Chefärzte tragen dazu bei, dass alle Versicherten beste Behandlung und qualitativ hochwertige Medikamente auf dem aktuellen Stand der Medizin bekommen: Internationale Studien belegen, dass eine Zweitmeinung von Experten den Patienten Sicherheit bringt. Österreichs Chefärztinnen und Chefärzte beraten überdies die Krankenversicherung bei der Auswahl und dem Ankauf von medizinischen Leistungen. Ihre gesetzlich festgeschriebene Aufgabe ist es auch, für die Dienstgeber Krankenstandskontrollen vorzunehmen. Somit tragen sie dazu bei, dass im Gesundheitssystem sorgsam mit den finanziellen Mitteln umgegangen wird.

Die Neuregelung der Chefarztpflicht für Medikamente ist ein Teil eines Maßnahmenpakets, das der Hauptverband gemeinsam mit der Politik geschnürt hat: So sollten durch Preis- und Spannensenkungen im Jahr 2004 rund 120 Millionen Euro eingespart werden. Maßnahmen mit nachhaltiger Wirkung, wie der vermehrte Einsatz von Generika, unterstützen diese Bemühungen. Überdies soll die Zahl der Chefarztanfragen von derzeit rund fünf Millionen pro Jahr auf eine Million gesenkt werden. Mit dem Neuen Heilmittelverzeichnis ("Erstattungskodex") sind überdies seit 1. Jänner mehr Medikamente bewilligungsfrei, und einheitliche, transparente Bewilligungsregeln geben Klarheit, in welchen Fällen welche Medikamente von der Krankenversicherung erstattet werden. "Es ist sichergestellt, dass alle Versicherten in Österreich die Medikamente bekommen, die sie brauchen", so Probst.

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