Schüssel zu Flutkatastrophe: Österreich hilft mit insgesamt 16 Millionen Euro

Wien (OTS)- Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Vizekanzler Hubert Gorbach und Außenministerin Ursula Plassnik informierten heute Vormittag im Bundeskanzleramt über die aktuellen Entwicklungen in den Flutkatastrophengebieten Südostasiens. Der Bundeskanzler lobte den unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiter sämtlicher österreicherischer Institutionen und Organisationen in den letzten Tagen. "Hunderte Mitarbeiter sind innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung gestanden und haben an den eingerichteten Hotlines bisher 30.000 Anrufe bearbeitet. 90 Prozent der telefonischen Anfragen konnten positiv aufgeklärt werden. Mit 25 Sonderflügen wurden 2.000 Österreicher bereits aus der Krisenregion nach Österreich zurückgebracht", betonte der Bundeskanzler. Von insgesamt 679 Menschen gebe es aber nach wie vor keine Nachricht. "Das ist jedoch nicht mit verlorener Hoffnung gleichzusetzen. Die Hoffnung lebt, auch wenn die Sorge wächst. Die österreichische Hilfe darf nicht nachlassen. Die Hilfeschreie aus der Krisenregion sind unüberhörbar und müssen gehört werden", so Schüssel. Vizekanzler Hubert Gorbach gab die sofortige Einrichtung eines Sozialtelefons bekannt. Unter der Telefonnummer 0800 20 1611 stehen Experten für Fragen zur Pensionsversicherung, zu Sozialleistungen, zum Arbeits- und Dienstrecht sowie zum Konsumentenschutz kostenlos zur Verfügung. Außenministerin Ursula Plassnik berichtete über das laufende Krisenmanagement. So wurde das Personal der Botschaften in New Dehli und Bangkok verdoppelt. Insgesamt befinden sich 150 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in der Krisenregion. Weiters gab Plassnik bekannt, dass nun 7 Todesfälle bestätigt seien und 9 schwer verletzte Österreicher sich noch in Spitälern in Bangkok befinden würden. "Die Suche nach vermissten Österreichern geht weiter. Jedem Hinweis wird nachgegangen, auch die Hotels werden nochmals durchsucht", so Plassnik.

Die österreichischen Bemühungen konzentrieren sich nun nach den ersten Soforthilfeaktionen auf die bilaterale und internationale Hilfe. So schickt das österreichische Bundesheer zusätzliche 77 Soldaten nach Sri Lanka, um eine Trinkwasseraufbereitungsanlage für 100.000 Menschen aufzubauen. Das Rote Kreuz koordiniert Ärzte und Freiwillige, die bereit sind, im Krisengebiet zu helfen. Als finanzielle Unterstützung wird Österreich insgesamt 16 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Davon stellt die öffentliche Hand 8 Millionen Euro bereit, weitere 8 Millionen Euro kommen aus privaten Spenden. Die Europäische Union wird mit insgesamt 300 Millionen Euro finanzielle Hilfe geben. Auch daran ist Österreich als EU-Nettozahler beteiligt. Der Bundeskanzler berichtete auch von einem geplanten ASEM-Gipfel, bei dem der Aufbau von Warnsystemen im indischen Ozean diskutiert werden solle. Ebenso sei bei der Einrichtung eines europäischen diplomatischen Dienstes die Intensivierung der konsularischen Zusammenarbeit wichtig und wünschenswert, so Schüssel.

Termine für die Koordination von nationaler und internationaler Hilfe:
7. Jänner: Treffen der EU-Außenminister zum Thema Entwicklungshilfe 9. Jänner: Treffen der Bundesregierung, Landeshauptleute, Sozialpartner sowie Vertreter des Städte- und Gemeindebundes
11. Jänner: UNO-Geberkonferenz unter Vorsitz von Generalsekretär Kofi Annan
12. Jänner: Treffen des Pariser-Klubs um ein Schuldenmoratorium für die betroffenen Länder zu diskutieren.

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