- 03.01.2005, 12:51:51
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Schüssel zu Flutkatastrophe: Österreich hilft mit insgesamt 16 Millionen Euro
Wien (OTS)- Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Vizekanzler Hubert
Gorbach und Außenministerin Ursula Plassnik informierten heute
Vormittag im Bundeskanzleramt über die aktuellen Entwicklungen in
den Flutkatastrophengebieten Südostasiens. Der Bundeskanzler lobte
den unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiter sämtlicher
österreicherischer Institutionen und Organisationen in den letzten
Tagen. "Hunderte Mitarbeiter sind innerhalb kürzester Zeit zur
Verfügung gestanden und haben an den eingerichteten Hotlines bisher
30.000 Anrufe bearbeitet. 90 Prozent der telefonischen Anfragen
konnten positiv aufgeklärt werden. Mit 25 Sonderflügen wurden 2.000
Österreicher bereits aus der Krisenregion nach Österreich
zurückgebracht", betonte der Bundeskanzler. Von insgesamt 679
Menschen gebe es aber nach wie vor keine Nachricht. "Das ist jedoch
nicht mit verlorener Hoffnung gleichzusetzen. Die Hoffnung lebt, auch
wenn die Sorge wächst. Die österreichische Hilfe darf nicht
nachlassen. Die Hilfeschreie aus der Krisenregion sind unüberhörbar
und müssen gehört werden", so Schüssel. Vizekanzler Hubert Gorbach
gab die sofortige Einrichtung eines Sozialtelefons bekannt. Unter der
Telefonnummer 0800 20 1611 stehen Experten für Fragen zur
Pensionsversicherung, zu Sozialleistungen, zum Arbeits- und
Dienstrecht sowie zum Konsumentenschutz kostenlos zur Verfügung.
Außenministerin Ursula Plassnik berichtete über das laufende
Krisenmanagement. So wurde das Personal der Botschaften in New Dehli
und Bangkok verdoppelt. Insgesamt befinden sich 150 Mitarbeiter des
öffentlichen Dienstes in der Krisenregion. Weiters gab Plassnik
bekannt, dass nun 7 Todesfälle bestätigt seien und 9 schwer verletzte
Österreicher sich noch in Spitälern in Bangkok befinden würden. "Die
Suche nach vermissten Österreichern geht weiter. Jedem Hinweis wird
nachgegangen, auch die Hotels werden nochmals durchsucht", so
Plassnik.
Die österreichischen Bemühungen konzentrieren sich nun nach den
ersten Soforthilfeaktionen auf die bilaterale und internationale
Hilfe. So schickt das österreichische Bundesheer zusätzliche 77
Soldaten nach Sri Lanka, um eine Trinkwasseraufbereitungsanlage für
100.000 Menschen aufzubauen. Das Rote Kreuz koordiniert Ärzte und
Freiwillige, die bereit sind, im Krisengebiet zu helfen. Als
finanzielle Unterstützung wird Österreich insgesamt 16 Millionen Euro
zur Verfügung stellen. Davon stellt die öffentliche Hand 8 Millionen
Euro bereit, weitere 8 Millionen Euro kommen aus privaten Spenden.
Die Europäische Union wird mit insgesamt 300 Millionen Euro
finanzielle Hilfe geben. Auch daran ist Österreich als EU-Nettozahler
beteiligt. Der Bundeskanzler berichtete auch von einem geplanten
ASEM-Gipfel, bei dem der Aufbau von Warnsystemen im indischen Ozean
diskutiert werden solle. Ebenso sei bei der Einrichtung eines
europäischen diplomatischen Dienstes die Intensivierung der
konsularischen Zusammenarbeit wichtig und wünschenswert, so Schüssel.
Termine für die Koordination von nationaler und internationaler
Hilfe:
7. Jänner: Treffen der EU-Außenminister zum Thema Entwicklungshilfe
9. Jänner: Treffen der Bundesregierung, Landeshauptleute,
Sozialpartner sowie Vertreter des Städte- und Gemeindebundes
11. Jänner: UNO-Geberkonferenz unter Vorsitz von Generalsekretär Kofi
Annan
12. Jänner: Treffen des Pariser-Klubs um ein Schuldenmoratorium für
die betroffenen Länder zu diskutieren.
OTS0084 2005-01-03/12:51
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