- 29.12.2004, 13:10:54
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Maier warnt: Jährlich ca. 2.000 Verletzte durch Feuerwerkskörper
Oft irreparable Gehörschäden - SPÖ-Konsumentenschutzsprecher appelliert: Spenden für Flutopfer statt Feuerwerk
Wien (SK) "Jahr für Jahr werden 1.500 bis 2.000 Menschen in
Österreich durch Feuerwerkskörper bei Silvesterfeiern verletzt,
besonders problematisch sind oft irreparable Gehörschäden; dazu kommt
alle Jahr wieder ein ganz erheblicher Sachschaden", warnt
SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier. Er rät zu größter
Vorsicht beim Umgang mit Feuerwerkskörpern. In dem Zusammenhang hält
Maier den Vorschlag des deutschen Außenministers Joschka Fischer für
unterstützenswert. Fischer hatte seine Landsleute ersucht, statt
Böller zu kaufen den entsprechenden Gegenwert für die Opfer der
Flutkatastrophe in Südasien zu spenden. Maier empfiehlt für die
Spende die österreichischen Hilfsorganisationen oder die ORF-Aktion
"Nachbar in Not" für die Flutopfer. ****
Die Unfälle und Verletzungen durch Feuerwerkskörper werden
hinsichtlich der Schwere und Dauerfolgen seit Jahren unterschätzt,
betont Maier Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Allein der
Lärmpegel von Feuerwerkskörpern erreicht bis zu 170 Dezibel, das ist
die mehrfache Lautstärke eines Düsenjets. Bedauerlicherweise, so
Maier weiter, gibt es bis heute noch keine umfassende
Jahresdokumentation dieser Verletzungen durch das zuständige
Gesundheitsministerium, auch nicht über die Verletzungen über
Silvester.
Die Hochrechnung des SPÖ-Konsumentenschutzsprechers beruht
einerseits auf einer Erhebung der AK Konsumentenberatung in Salzburg,
die allein im Bundesland Salzburg zum Jahreswechsel 2000/2001 auf
mindestens 125 Verletzte kam. Es handelte sich dabei um durch
Feuerwerkskörper Verletzte, die entweder in Krankenanstalten
(ambulant oder stationär) oder durch den ärztlichen Notdienst
behandelt werden mussten. Zu ähnlichen Ergebnissen kam die
Konsumentenschutzsektion des Justizministeriums nach einer
indikativen Erhebung zu Silvester 2001/2002 (AKH Wien und LKH Graz).
Andererseits tragen laut Univ. Prof. Klaus Albegger von der
HNO-Landesklinik Salzburg 1.000 Österreicher alljährlich schwere
Hörschäden von Silvester-Knallern davon. Ein Teil davon bleibt
dauerhaft schwerhörig. "Die gesundheitlichen Folgen des lautstarken
Jahresausklangs werden unterschätzt. Hals-Nasen-Ohren-Ambulanzen von
Krankenhäusern und HNO-Praxen haben in den ersten Tagen des neuen
Jahres Hochsaison und sind meist voll von Betroffenen der
Silvester-Knallerei", sagte Albegger in den "Salzburger Nachrichten"
(30.12.2002).
Nach Angaben von Maier betreffen die Unfälle meist die
Personen, die diese Feuerwerkskörper selbst zünden, aber in gut einem
Drittel der Fälle wurden auch Außenstehende verletzt. Maier nannte
weitere Zahlen: So gab es rund um den letzten Jahreswechsel 30
gerichtliche Strafanzeigen wegen Körperverletzung mit Krachern und
111 Anzeigen wegen Sachbeschädigung durch Feuerwerkskörper. Maier
machte auch auf oft langwierige Rechtsstreite infolge von
Verletzungen oder Sachbeschädigungen durch Feuerwerkskörper
aufmerksam.
Schließlich kritisierte Maier, dass die seit 18. Juni dieses
Jahres geltende neue Pyrotechnik-Lagerverordnung bei den Händlern
nicht bekannt sein dürfte. Mit der Verordnung wird die Lagerung von
Feuerwerkskörpern neu geregelt, das gilt auch für Verkaufsstände und
Verkaufscontainer: Feuerwerkskörper dürfen demnach nur in
geschlossenen Schaukästen oder in Klarsichtpackungen zur Schau
gestellt, sie dürfen vom Kunden nicht frei entnommen oder berührt
werden. Außerdem muss um den Verkaufscontainer oder -stand eine
Schutzzone von mindestens fünf Meter eingerichtet sein.
Maier: "Man kann sich jetzt bereits bei etlichen
Verkaufsständen vor Silvester davon überzeugen, dass dieser
Verordnung nicht entsprochen wird." Der SPÖ-Konsumentenschutzsprecher
erwartet sich, dass die Exekutive die Einhaltung der
Pyrotechnik-Lagerverordnung auch tatsächlich kontrolliert und, wenn
die Auflagen nicht eingehalten werden, die entsprechenden Strafen
verhängt. (Schluss) wf
OTS0095 2004-12-29/13:10
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