GLOBAL 2000 zu Klimakonferenz: Politik wird ihrer Verantwortung für die Menschen nicht gerecht

Beim internationalen Klimaschutz das gleiche katastrophale Bild wie in Österreich - 80 Prozent Kohlendioxid-Reduktion wäre technisch möglich

Wien (OTS) - Trotz dramatisch steigender Klimaschäden ist immer noch keine adäquate Klimaschutzpolitik in Sicht. Das ist die erschreckende Bilanz der 10. Weltklimakonferenz, die heute in Buenos Aires zu Ende geht. "Weder in Österreich noch international ist es bisher gelungen, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Im Gegenteil, Österreich ist heute von seinem Reduktionsziel so weit entfernt wie nie zuvor. Das halbherzige Auftreten von Minister Pröll in Buenos Aires illustriert die mangelnde Bereitschaft der österreichischen Regierung zu wirksamen Klimaschutzmaßnahmen", kritisiert GLOBAL 2000-Klimaschutzexperte Karl Schellmann. "Angesichts der schon jetzt spürbaren Auswirkungen der Klimaveränderung ist die Handlungsunfähigkeit der Staatengemeinschaft eine Katastrophe." Weltweit hat die Klimaveränderung bereits massiv eingesetzt. Eine Million Tier- und Pflanzenarten drohen auszusterben, Millionen von Menschen werden ohne Trinkwasser leben müssen. Überflutungen, Wüstenbildung, Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten werden verstärkt zum Alltag gehören. "Trotzdem werden keine wirksamen Gegenmaßnahmen ergriffen. In Österreich genehmigt Landwirtschaftsminister Pröll der Industrie drastische Emissionsanstiege und bezeichnet das zynischer Weise als Politik mit Augenmaß. Wirtschaftsminister Bartenstein versucht mit allen Mitteln den Ökostrom abzudrehen, das Verkehrsministerium legt keine Alternativen zum motorisierten Straßenverkehr vor", so Schellmann weiter.

Die Tatsache, dass bereits heute alle technischen Möglichkeiten und Erkenntnisse vorhanden sind, um die Treibhausgase um 80 Prozent zu reduzieren, zeigt das ganze Ausmaß des Politikversagens in diesem Bereich. GLOBAL 2000 fordert von Landwirtschaftsminister Pröll den Klimaschutz in Österreich konsequent umzusetzen und die damit verbundenen Chancen auf tausende Arbeitsplätze, Technologieentwicklung und politische Vorbildwirkung zu nutzen. "Die inzwischen zur Erreichung des Kyoto-Ziels notwendigen 25 Prozent Treibhausgasabbau müssen im Inland durch Reduktion des Energieverbrauchs, durch Effizienzsteigerung und durch den Umstieg auf erneuerbare Energieträger erreicht werden. Der Zukauf von Verschmutzungsrechten, die aus dem Zusammenbruch der russischen Wirtschaft stammen, lösen das Klimaproblem nicht", so Schellmann abschließend.

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