Lutz-Weihnachtsgeldaffäre: bis zu 2530 Betroffene in ganz Österreich

Lutz-Geschäftsführung reagiert auf Forderungen der AK Niederösterreich

Wien (aknö) - Durch sitten- und rechtswidrige Aushilfsverträge wurden geringfügig Beschäftigte gefügig gemacht, auf ihre Rechte aus dem Kollektivvertrag und aus dem Urlaubsgesetz zu verzichten. Diese Praxis hält die AKNÖ für unanständig. Die AK Niederösterreich forderte deshalb die Firma Lutz auf, die rechtswidrig einbehaltenen Weihnachtsgelder der letzten 3 Jahre bis zum Heiligen Abend denen zurückzugeben, denen das Geld gehört.

In einem zu Mittag eingetroffenen Fax erklärte nunmehr Geschäftsführer Dr. Hans Jörg Schelling seine Bereitschaft, noch vor Weihnachten mit dem Präsidenten der Arbeiterkammer Niederösterreich, Josef Staudinger, zusammenzutreffen. Die AKNÖ begrüßt diese Gesprächsbereitschaft.
Lutz-Geschäftsführer Schelling erklärte sich in dem Fax bereit, eine Überprüfung und Aufrollung der Abrechnungen aller geringfügig beschäftigten Mitarbeiter durchzuführen. Jeder Einzelfall solle geprüft und allenfalls richtig gestellt werden. Die Niederösterreichische Arbeiterkammer geht davon aus, dass alle geringfügig Beschäftigten ihre offenen Ansprüche zu Weihnachten ausbezahlt bekommen.

Pro Möbelhaus in Niederösterreich sind 55 geringfügig Beschäftigte als Kassierinnen oder Putzfrauen angemeldet. Für ganz Österreich weitet sich der Kreis der Betroffenen somit auf bis zu 2530 Arbeitnehmerinnen aus, die maximal 316,19 Euro im Monat verdienen. Dieses geringe Einkommen ist nach geltendem Kollektivvertrag 14 x jährlich auszubezahlen. Tatsächlich erhielten die bei Lutz geringfügig Beschäftigten - wie aus den bekannt gewordenen Fällen bewiesen ist - jedoch nur 11 Monatseinkommen ausbezahlt. 3 Monatseinkommen wurden vom Konzern einbehalten. AKNÖ-Arbeitsrechts-Abteilungsleiter Wolfgang Massl: "Es gab keine Lohnfortzahlung während des Urlaubs, es gab keinen Urlaubszuschuss und keine Weihnachtsremuneration." Pro Arbeitnehmerin ergab sich daraus ein Schaden von bis zu 948,57 Euro allein für dieses Jahr. Da diese Praxis nachweislich seit 3 Jahren gehandhabt wurde, forderte die AKNÖ in einem Brief vom 3. Dezember die Lutz-Geschäftsführung auf, alle zu Unrecht einbehaltenen Gehälter bis zu Weihnachten auszubezahlen.
Da im Lutz-Konzern mit seinen 49 Standorten bis zu 2530 geringfügig Beschäftigte betroffen sein können, errechnete die AKNÖ für dieses Jahr einen möglichen Schaden von 2,399.882 Euro.
Dieses Geld gehört nicht der Privatstiftung, sondern den Kassierinnen und Putzfrauen, die stundenweise in der Zeit der höchsten Kundenfrequenz für klingende Kassen sorgen. Bis zum Heiligen Abend müsse dieser Skandal aus der Welt geschafft sein, lautete die AKNÖ-Forderung, den gesetzmäßigen und kollektivvertragsgemäßen Zustand in den Arbeitsverträgen wieder herzustellen.
Staudinger: "Der Selbstreinigungsprozess in den großen Handelsketten muss weitergehen, die Branche trägt ihre Revierkämpfe auf dem Rücken der Menschen mit dem denkbar niedrigsten Einkommen aus." Gratis-Hotline der AKNÖ für geringfügig Beschäftigte im Lutz-Konzern:
0800 232323-1441 (ab Montag, 8 Uhr)

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