Rotes Kreuz: Österreich braucht Zuwanderung!

Tag der Migranten: Zuwanderer für die Aufrechterhaltung der sozialen Sicherung notwendig!

Wien (Rotes Kreuz) - Im Vorfeld des "Internationalen Tages der Migranten" am 18. Dezember kritisiert der stellvertretende Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK), Dr. Werner Kerschbaum, "jene Politik, die jahrelang ihre Stimme erfolgreich gegen die Zuwanderung erhoben hat." Jetzt, im Angesicht der schrumpfenden Bevölkerung Österreichs durch den demographischen Wandel, sei kontrollierte Zuwanderung wie etwa in Kanada plötzlich eine von mehreren notwendigen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der sozialen Sicherung. "Aber kein Politiker wagt, das öffentlich auszusprechen", so Kerschbaum.

Harsche Worte findet der stellvertretende Rotkreuz-Generalsekretär auch für das Ergebnis der jüngsten OGM-Umfrage. Ihr zufolge befürwortet eine relative Mehrheit der Österreicher ein "strengeres Asylgesetz". "Das sind die Früchte der jahrzehntelangen Stimmungsmache", so Kerschbaum.

"Zuwanderung ist kein Allheilmittel", räumt Kerschbaum ein. Nur darauf zu bauen bedeutete: Österreich würde bis 2050 rund 14 Millionen Zuwanderer benötigen. "Alleine der Gedanke ist absurd", erklärt der Rotkreuz-Generalsekretär. Kontrollierte Zuwanderung sei aber eine unverzichtbare Maßnahme in einem notwendigen Maßnahmen-Mix. Dazu zählen auch niedrigere Pensionen, längere Lebensarbeitszeit, mehr Kinder und mehr private Vorsorge. "Alle Lösungsansätze sind politisch wenig attraktiv", erklärt Kerschbaum. Deshalb möchte die Politik die Probleme nicht sachlich diskutieren, sondern beschränke sich auf Symptombehandlung in Form immer neuer Pensions- und Gesundheitsreformen.

Wenn um das Jahr 2010 die geburtenstarken Jahrgänge in Pension gehen, würden die Auswirkungen auf das Sozialsystem Österreichs erstmals für alle schmerzhaft spürbar. "Die Zeit läuft", erklärt Kerschbaum. "Es muss bald klar sein, wie die österreichische Zivilgesellschaft der Zukunft aussehen und funktionieren soll." Einen "Maßnahmenplan zur künftigen Aufrechterhaltung der sozialen Sicherung in Österreich gibt es aber nicht einmal noch in Ansätzen." Das Rote Kreuz erwartet eine möglichst baldige, sachliche und umfassende Diskussion auf hoher Ebene darüber, wie mit diesem Problem künftig umgegangen werden sollte.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichisches Rotes Kreuz
Dr. Werner Kerschbaum
Tel: 01/58 900-156
Mobil: 0 664 / 26 47 601
E-Mail: werner.kerschbaum@roteskreuz.at
http://www.roteskreuz.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ORK0002