- 15.12.2004, 12:00:00
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Nach Fenstersturz: Ex-Krenn-Sekretär spricht in NEWS über sein Drama.
Ex-Regens Ulrich Küchl will nicht in deutsches Frauenkloster übersiedeln: "Küngs Befehl ist unzumutbar!"
Wien (OTS) - In der morgen erscheinenden Ausgabe von NEWS meldet
sich erstmals Wolfgang Rothe nach seinem Selbstmordversuch zu Wort.
Kurt Krenns ehemaliger Sekretär war als Subregens des mittlerweile
geschlossenen Priesterseminars eine der Hauptfiguren im St. Pöltner
Kirchen-Sexskandal. Am 7. Dezember 2004 - wenige Stunden nach einem
Gespräch mit Bischof Klaus Küng - sprang der 37-jährige Priester aus
dem Balkon seiner Wohnung und erlitt eine Gehirnerschütterung sowie
einen Handgelenksbruch. Rothe, der inzwischen das Krankenhaus
verlassen durfte, zu NEWS: "Körperlich habe ich Glück gehabt. Ich
traue mich aber noch nicht in die Zukunft zu blicken. Ich muss noch
länger in ärztlicher Behandlung bleiben."
Er habe, so Rothe, eine unheimlich große Solidarität erfahren:
"Ich bekam Berge von Blumen und Briefen. Es war ein sehr starker
Mitleidseffekt zu spüren - auch von Seiten Küngs. Das erste Mal hatte
ich das Gefühl, dass er mir zuhört. Am Samstag hat er zweieinhalb
Stunden mit mir gesprochen. Er war sehr einfühlsam." Ob er Priester
bleiben dürfe? Rothe: "Es war nie die Rede davon, dass ich vom
Priesteramt suspendiert werde."
Indes geht Rothes früher Chef Ulrich Küchl, Ex-Regens des
Seminars, auf Konfrontation mit Klaus Küng. Der Bischof hatte
verordnet, dass Küchl in einem Frauenkloster - bei den "Religous
Sisters of Mercy" in der Diözese Mainz - eine geistliche Auszeit
nehmen müsse. Küchl zu NEWS: "Das Hauptziel dieses Ordens ist, den
Armen, Kranken und Unwissenden zu dienen. Ich bin weder arm noch
krank noch unwissend." Ob er laut Kirchenrecht dem Bischof nicht
gehorchen müsse? Küchl: "Wenn ein Befehl unzumutbar ist, dann muss
man ihn laut kanonischem Recht auch nicht befolgen."
OTS0111 2004-12-15/12:00
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