- 15.12.2004, 10:20:01
- /
- OTS0061 OTW0061
"Gender Mainstreaming ersetzt nicht Frauenförderung"
StR. Wehsely und Vbgm. Rieder eröffnen Enquete zum Thema Gender Budgeting
Wien (OTS) - "Programme zur Chancengleichheit und Frauenförderung
sind wichtige Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der Frauen.
Diese werden - und das ist eines der großen Missverständnisse - durch
Gender Mainstreaming nicht obsolet", erklärte Frauenstadträtin Mag.a
Sonja Wehsely anlässlich der Eröffnung der Enquete "Gender
Budgeting", die von der Frauenabteilung der Stadt Wien organisiert
wurde, Mittwoch im Wiener Ringturm. Expertinnen aus Basel, Berlin und
München berichten im Rahmen der Enquete über Erfahrungen mit Gender
Budgeting. "Von der heutigen Enquete erwarte ich mir wertvolle
Impulse dafür, in welchen Bereichen des Wiener Budgets Gender
Budgeting eine Möglichkeit darstellt, den Blick für die
Geschlechtergerechtigkeit weiter zu schärfen", betonte Finanz- und
Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder.****
Am 14. Oktober 2004 wurde Mag. Peter Kaser, bisher
interimistischer Leiter der MA 17, als Gender
Mainstreaming-Verantwortlicher in der Magistratsdirektion eingesetzt.
"Die Finanzverwaltung wird den Gender Mainstreaming-Verantwortlichen
aktiv unterstützen", so Rieder.
"Gender Mainstreaming ist kein Programm an sich, sondern ein
Instrument zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Es zielt darauf
ab, Maßnahmen und Gesetze grundsätzlich im Hinblick auf ihre
Auswirkungen auf Männer und Frauen zu untersuchen. Chancengleichheit
ist eine Querschnittsmaterie", so Wehsely. "Die schwarz-blaue
Bundesregierung hat es hingegen zu ihrem Credo erklärt, Gender
Mainstreaming unter lautem Getöse zu vermarkten und hinter den
Kulissen Maßnahmen zur Frauenförderung auszuhungern."
Auf Wiener Landesebene gibt es hingegen seit Jahren ein klares
politisches Bekenntnis zur querschnittsorientierten Frauen- und
Gleichstellungspolitik. Dieses politische Bekenntnis spiegelt sich in
der Verwaltung insofern wieder, als in der Geschäftseinteilung für
den Magistrat seit 1. Jänner 2000 "Gender Mainstreaming" (GM)
verankert wurde.
"Bei Gender Budgeting werden die Ausgaben der öffentlichen
Haushalte daraufhin überprüft, ob und wie sie sich auf Männer und
Frauen auswirken und ihnen gleichermaßen nutzen", so der Wiener
Vizebürgermeister und Finanzstadtrat Dr. Sepp Rieder. Werden
Haushaltsmittel unter sozialen Gesichtspunkten gerecht unter den
Geschlechtern aufgeteilt? Welche Auswirkungen hat eine
finanzpolitische Maßnahme auf die Gleichstellung der Geschlechter -
trägt sie zur Verringerung der Ungleichheit bei? Wer profitiert von
Staatsausgaben?
Frauenstadträtin Wehsely zeigte abschließend die vier großen
Arbeitsfelder von Gender Budgeting auf: "Es geht um Auswirkungen auf
das Geschlechterverhältnis, Auswirkungen auf den Zugang von Frauen
und Männern zu öffentlichen Dienstleistungen, Auswirkungen auf die
unbezahlte Haus- und Familienarbeit von Frauen und Männern und um
Auswirkungen auf die Erwerbsarbeit. Es ist weit zu kurz gegriffen,
Gender Budgeting nur auf die Beschäftigungswirkungen zu beschränken."
(Schluss) me
OTS0061 2004-12-15/10:20
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK






