• 09.12.2004, 13:19:44
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Rumänien: Österreichs Wirtschaft begrüßt Abschluss der EU-Beitrittsverhandlungen

Leitl: Zeit bis zum Beitritt 2007 nützen, um die notwendigen Reformen in Rumänien zur Erreichung des Aquis umzusetzen

Wien (PWK915) - Die gestern Abend abgeschlossenen
Beitrittsverhandlungen der EU mit Rumänien werden von der
Wirtschaftskammer Österreich begrüßt und als weiterer erfolgreicher
Schritt Rumäniens am Weg in die Europäische Union gesehen. Wichtig
sei nun allerdings die effektive Umsetzung des Aquis, berurteilt
WKÖ-Präsident Christoph Leitl die aktuelle Lage. "Nun gilt es für
Rumänien, die Zeit bis zum Beitrittsjahr 2007 zu nützen und
notwendige Reformen rasch und nachhaltig voranzutreiben. Vor allem
muss Wettbewerbsgleichheit zwischen ausländischen Investoren und
rumänischen Unternehmen hergestellt, Bürokratie und Korruption
effektiv der Kampf angesagt und notwendige Rechtsicherheit geschaffen
werden", betont Leitl.

Auch die EU formulierte noch einige Bedingung für eine Aufnahme
Rumäniens und mahnte unter anderem das Vorantreiben der
demokratischen Reformen ein. Das Ende der Verhandlungen soll
offiziell rund um das EU-Gipfeltreffen Mitte des Monats in Brüssel
besiegelt werden.

Wirtschaftlich gesehen sei Rumänien eines der interessantesten
Reformländer des ehemaligen Ostblocks und biete unglaublich viele
Chancen und Möglichkeiten der bilateralen Kooperation, ist Leitl
überzeugt. Österreich nütze das Potenzial des rumänischen Marktes
bereits jetzt hervorragend, wie die Ex- und Importzahlen
eindrucksvoll belegen. "Im Vorjahr machte das Exportplus 25 Prozent
aus und auch heuer wird diese hohe Wachstumsniveau gehalten werden.
Alleine in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres stiegen die
österreichischen Ausfuhren nach Rumänien bereits um über 21 Prozent
auf 854 Mio Euro", berichtet der WKÖ-Chef. Die bilateralen
Wirtschaftsbeziehungen sind aber keine Einbahnstraße - auch die
Importe aus Rumänien steigerten sich im selben Zeitraum um 19,7
Prozent auf 481 Mio Euro. Hervorzuheben sind auch die hervorragenden
Wirtschaftsprognosen für Rumänien: nachdem das Land im vergangenen
Jahr eine der höchsten Wirtschaftswachstumsraten Europas eingefahren
hatte, stehen die Zeichen für heuer ebenfalls auf Rekordwachstum.
Experten rechnen mit einem BIP-Plus des
20-Millionen-Einwohner-Marktes von knapp über 8 Prozent.

Für den Weg Rumäniens nach Europa war der kürzliche Wahlausgang nur
zweitrangig, da sowohl Regierungsparteien als auch Opposition von dem
erfolgreich eingeschlagenen Weg nicht abweichen wollen. Im
Privatisierungsbereich stehen in jedem Fall mit dem geplanten Verkauf
der zwei größten rumänischen Banken zwei Megadeals an. Den größten
Coup im rumänischen Privatisierungsplan hat aber heuer die OMV mit
der Übernahme der rumänischen Petrom gelandet. Es war die bisher
größte Auslandsinvestition eines österreichischen Unternehmens und
zugleich die größte in Rumänien vom Ausland aus getätigte
Investition. Damit haben österreichische Unternehmen seit 1990
bereits rund 3 Mrd Euro in Rumänien investiert, was Platz 1 in der
Auslandsinvestoren-Rangskala bedeutet. Der zweitgrößte
österreichische Investor in Rumänien ist die RZB. Insgesamt sind über
3.000 Firmen mit österreichischer Kapitalbeteiligung in Rumänien
registriert.

Große Chancen für österreichische Unternehmen in Rumänien sieht Leitl
vor allem in den Bereichen Infrastruktur und Umweltschutz: "Gerade in
diesen Sektoren stehen in naher Zukunft viele, zum Teil
EU-mitfinanzierte Projekte an." Aus diesem Grund veranstaltet die
WKÖ-Außenhandelsstelle Bukarest im kommenden Jahr neben zahlreicher
Seminare und Messebeteiligungen zwei Wirtschaftsmissionen nach
Rumänien mit den Schwerpunktthemen "Neuinvestitionen und
Infrastruktur". (Ne)

OTS0180    2004-12-09/13:19

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