• 09.12.2004, 11:26:56
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"Modern Times Gesundheit" am 10. Dezember: Blutvergiftung - Krankhaus-Killer Nummer eins

Wien (OTS) - Elisabeth Vogel präsentiert das
ORF-Gesundheitsmagazin am Freitag, dem 10. Dezember 2004, um 22.35
Uhr in ORF 2 mit folgenden Themen:

Blutvergiftung

Trotz moderner Medizin ist die Sepsis, die schwere Blutvergiftung,
immer noch die häufigste Todesursache auf Intensivstationen. In
Österreich sterben jedes Jahr rund 15.000 Menschen an einer Sepsis.
Deutsche Wissenschafter testen jetzt ein neues Blutwäsche-Verfahren,
das die Sepsis auslösenden Giftstoffe gezielt und schnell aus dem
Blut fischen kann und so die Gefahr bannen soll. Ursache einer
Blutvergiftung ist oft eine banale Infektion mit Bakterien, ein
Abszess, eine Lungen-, Herz- oder Nierenbecken-Entzündung. Wenn diese
Bakterien ins Blut verschleppt werden, kann der Kreislauf
zusammenfallen und es können lebensnotwendige Organe geschädigt
werden. Die Ärzte sind dann oft machtlos. Jeder zweite Sepsis-Patient
stirbt.

Bluttest für Bauchschlagader

In Österreich leidet jeder zwölfte Mann über 60 an einer gefährlichen
Ausdehnung der Bauchschlagader, einem so genannten Aneurysma.
Erreicht die Schlagader einen Durchmesser von mehr als fünf
Zentimetern und dehnt sich schnell aus, kann sie platzen und der
Patient verblutet. Die einzige Lösung ist, rechtzeitig zu operieren.
Allerdings wird die Ausdehnung oft zu spät erkannt, weil Patienten
anfangs nichts davon spüren. Innsbrucker Forscher haben jetzt einen
Bluttest entwickelt, mit dem sie schnell wachsende von langsam
wachsenden Aneurysmen erstmals unterscheiden können. 250
Risikopatienten könnte damit in Zukunft durch eine Operation das
Leben gerettet werden.

Gestresste Patienten

Viele Menschen, die vor einer Operation stehen, sind schlecht bis gar
nicht auf den Eingriff vorbereitet und leiden dadurch unter erhöhtem
Stress. Solche Risikopatienten neigen zu Komplikationen. Sie haben
auch einen schlechteren Heilungsverlauf und verbringen mehr Zeit auf
der Intensivstation. "Relaxte" Menschen verbringen in der Regel nach
einer Operation weniger Zeit in der Intensivstation. Dies hat eine
deutsch-österreichische Studie gezeigt. Mit Hilfe einer Befragung vor
der Operation sollen solche Risikopatienten in Zukunft ausgefiltert
und besser auf den Eingriff vorbereitet werden.

Babyscreening

In Österreich werden neugeborene Babys sofort nach der Geburt
"gescreent". Mit einem einfachen Bluttest werden am dritten Lebenstag
angeborene Stoffwechselstörungen aufgespürt. Die Krankheiten können
dann sofort mit Diät oder Medikamenten behandelt und so bleibende
Schäden verhindert werden. Es gibt auch schwere vererbte
Erkrankungen, die mit Gentests bereits im Mutterleib diagnostiziert
und auch therapiert werden. Ziel dieses Babyscreenings ist die frühe
Therapie. Flächendeckende Gentests, um die Neigung für Krankheiten
aufzuspüren, ohne dass es dafür auch eine Behandlung gibt, lehnen die
Experten ab.

Muskelschwund

4.000 Österreicher leiden an dem so genannten
Charcot-Marie-Tooth-Syndrom, kurz CMT oder auch Muskelschwund
genannt. Im Gegensatz zu multipler Sklerose sind beim vererbbaren
Muskelschwund nur die peripheren Nerven geschädigt, wodurch es
ausschließlich zu einer Muskelschwäche in Beinen und Armen kommt.
Viele CMT-Patienten leiden an schmerzhaften Verformungen der Füße,
die eine Operation notwendig machen. Die Krankheit schreitet langsam
voran, kann im Erwachsenenalter aber zu schweren Behinderungen
führen. Bisher konnten nur die Symptome gelindert werden.
Französische Wissenschafter haben jetzt die erste medikamentöse
Behandlungsform gefunden. Schlichtes Vitamin C hat im Tiermodell zu
einer verbesserten Muskelkraft und sogar zu einer Regeneration der
beschädigten Nerven geführt. Nun sollen auch in Österreich die ersten
Patientenstudien mit Vitamin C beginnen.

OTS0113    2004-12-09/11:26

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