- 06.12.2004, 16:04:16
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BM Haupt bedauert zutiefst Ableben von Hofrat Prof. Johann Gyimóthy
Wien (BMSG/OTS) - Bundesminister Mag. Herbert Haupt bedauert
zutiefst das viel zu frühe Ableben eines der verdientesten Veterinäre
Österreichs, Hofrat Prof. Dr. DDr. h.c. ECVPH Johann Gyimóthy. "Ich
habe mit ihm nicht nur einen hochrangigen Experten, sondern auch
einen wirklichen Freund verloren", so Haupt. ****
Johann Gyimóthy wurde am 12. April 1936 als Sohn von Johann
Gyimóthy und seiner Gattin Hildegard (geb. Naderhirn) in Wien
geboren. Von 1942 bis 1947 besuchte er in Papa in Ungarn die
Volksschule. Anschließend absolvierte er das Reformierte Gymnasium in
Papa und maturierte in dieser Anstalt im Jahre 1955 mit Erfolg. Im
selben Jahr wurde er dann an der Agrarwissenschaftlichen Universität
in Budapest aufgenommen. Nach der Oktober-Revolution verließ er aus
politischen Gründen Ungarn. 1957 begann er mit dem Studium an der
Veterinärmedizinischen Universität in Wien als Werkstudent.
Im Jahr 1964 heiratete er Frau Ilse Maria Spitzer, die ihm im
Jahre 1978 die Tochter Ilse Maria gebar. Am 5. Oktober 1971 schloss
er das Studium als Diplom-Tierarzt ab und trat am 2. November 1971
eine Stelle als Assistenzarzt am Institut für Tierernährung,
Milchhygiene und Lebensmittelkunde der Veterinärmedizinischen
Universität an. Am 23. Juni 1972 promovierte er zum Dr. med. vet.
Am 9. Mai 1974 legte er die Physikatsprüfung mit Erfolg ab. Am
1. August 1974 wurde Dr. Gyimóthy an der
Lebensmitteluntersuchungsanstalt der Stadt Wien als Amtstierarzt
aufgenommen und bekleidete die Stelle eines Abteilungsleiters. Der
Schwerpunkt seiner Arbeit lag auf dem Gebiet der Gutachtenerstellung,
des Umweltschutzes und der Forschung.
Am 31. August 1988 beendete Dr. Gyimóthy sein Dienstverhältnis
an der Lebensmitteluntersuchungsanstalt der Stadt Wien, da er dort
mit 1. September 1988 zum Direktor der Bundesanstalt für
Lebensmitteluntersuchung und -forschung in Wien ernannt wurde und in
dieser Funktion bis 30. Dezember 2001 tätig war.
Am 1. Dezember 1988 wurde ihm vom Herrn Bundespräsidenten der
Titel "Hofrat" verliehen. Im Jahre 1990 wurde HR Dr. Gyimothy für die
Funktionsperiode 1990-1993 zum Mitglied des ständigen Ausschusses der
weltweiten Codex Alimentarius Commission ernannt.
Die Verleihung des Silbernen Ehrenzeichens für die Verdienste um
die Republik Österreich erfolgte im Jahre 1991 und die Verleihung des
Mittelkreuzes des Verdienstordens der Republik Ungarn erfolgt im
Jahre 1997. Den Titel Univ. Prof. der Agrarwissenschaftlichen
Universität in Mosonmagyaróvár (Ungarn) erhielt er im Jahre 1993.
Der Berufstitel "Veterinärrat" wurde HR Dr. Gyimóthy am 24. Juni
1998 verliehen. Am 3. Dezember 1990 wurde Herrn HR Prof. VR Dr. DDr.
h.c. Johann Gyimóthy das Ehrendoktorat der Universität Budapest
verliehen. Seit 1972 betrieb er eine tierärztliche Kleintierpraxis in
1050 Wien, Reinprechtsdorferstr. 40. Trotz seiner starken beruflichen
Belastungen war HR Prof. VR Dr. DDr. h. c. Johann Gyimóthy seit 1994
auch standespolitisch tätig und wurde am 13. Dezember 1994 zum 2.
Vizepräsidenten der Landeskammer der Tierärzte Wiens gewählt. Am 22.
März 1995 wurde er als Delegierter der Landeskammer der Tierärzte
Wiens für die Bundeskammer-Hauptversammlung gewählt. Von 1994 bis
2003 war er Präsident der Landeskammer der Tierärzte Wiens.
HR Univ. Prof. VR Dr. DDr. h. c. Johann GYIMÓTHY wurde aus einem
bis zum Schluss hoch aktiven Leben gerissen. Als Konsulent der
Gesundheitsministerin war er ruhelos tätig und hat an der Gestaltung
des Lebensmittel- und Veterinärrechtes mehrerer Länder Osteuropas in
Vorbereitung auf den EU-Beitritt mitgearbeitet. Im Oktober 2003 wurde
ihm das Diplom of the European College of Veterinary Public Health
verliehen. Im März des Vorjahres bekam er für seine besonderen
Verdienste um die Republik Österreich das große silberne
Ehrenzeichen.
Sein Lebenslauf ist lang, seine einzigartigen Leistungen wurden
seitens des offiziellen Österreich und der Republik Österreich
mehrfach gewürdigt, der menschliche Verlust ist aber noch viel
größer. "Seine trauernde Familie verliert mit ihm einen treuen, vor
allem fürsorglichen, lieben Vater und Ehemann. Wir alle teilen mit
seiner Ehefrau und seiner Tochter den großen Schmerz und den Verlust.
Vor allem im Veterinärbereich hat er meinem damaligen Ministerium
viele gute Ratschläge geben können. Wir verlieren mit Johann Gyimóthy
nicht nur einen allseits geschätzten Experten, wir verlieren mit ihm
vor allem einen großen Menschen und wirklichen Freund. Wir verlieren
aber auch einen großen 'Botschafter' unseres Nachbarlandes Ungarn.
Obwohl er flüchten musste, galt seine große Liebe seinem Heimatland
Ungarn und dessen Entwicklung. Das vielfältige Engagement, die hohe
fachliche Kompetenz, aber auch seine große menschliche Fähigkeit wird
uns allen ein Vorbild sein", so Minister Haupt abschließend (Schluss)
bxf
OTS0210 2004-12-06/16:04
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