ÖGPP: Unternehmensgewinne und Dividenden steigen rasant, Investitionen und Beschäftigte dagegen nicht

Wien (OTS) - Eine Untersuchung der Geschäftsberichte der
größten heimischen börsenotierten Unternehmen durch die "Österreichischen Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung" (ÖGPP) ergab: die Unternehmensgewinne und Dividenden stiegen auch in Österreich in den letzten Jahren trotz Wirtschaftsflaute rasant an, während die Investitionen und Beschäftigtenzahlen stagnierten oder gar zurückgingen.

Die Untersuchung der Geschäftsberichte der 34 größten Unternehmen, die am Prime Market der Wiener Börse notiert sind, ergab: die Gewinne dieser Unternehmen nach Steuern sind von zusammen 1,51 Mrd. Euro im Jahr 2001 auf 1,98 Mrd. Euro im Jahr 2002 und auf 2,83 Mrd. Euro im Vorjahr und damit um 88 Prozent angestiegen. Die Vorsteuergewinne waren mit 1,92 Mrd. Euro (2001), 2,64 Mrd. Euro (2002) und 3,78 Mrd. Euro (2003) noch wesentlich höher. Die Gewinne dieser Unternehmen haben sich somit trotz Wirtschaftsflaute nahezu verdoppelt. Die Unternehmen mit den höchsten Gewinnen nach Steuern waren 2003 die ERSTE (537 Mio. Euro), die BA-CA (493 Mio.), die OMV (482 Mio.), der Verbund (217 Mio.) und die Telekom Austria (149 Mio. Euro). Das höchste Gewinnwachstum in absoluten Zahlen verzeichneten in den Jahren 2001 bis 2003 die Telekom (+254 Mio. Euro), die aus einem Minus in eine Überschusssituation kam, die ERSTE (+213 Mio. Euro), die AUA (+211 Mio. Euro), die Generali Holding (+178 Mio. Euro), die OMV (+144 Mio. Euro) und Wienerberger (+131 Mio. Euro).

Auch die an die Eigentümer (Aktionäre) der Unternehmen ausgeschütteten Dividenden stiegen in diesen Jahren stark - um 47 Prozent - an: sie betrugen 2001 493 Mio. Euro, 2002 504 Mio. Euro und 2003 knapp 726 Mio. Euro. Am großzügigsten waren bei Dividendenzahlungen 2003 die BA-CA (116 Mio. Euro), die OMV (107 Mio.), die ERSTE (90 Mio.) und die Telekom Austria (65 Mio.).

Demgegenüber zeigten die ausgewiesenen Investitionen keine lineare Entwicklung, im Gegenteil: für 2001 wurden sie von den 34 Unternehmen des Prime Market mit 7,99 Mrd. Euro angegeben, stiegen 2002 auf 11,32 Mrd. Euro, um 2003 wieder deutlich auf nur mehr 7,20 Mrd. Euro zu sinken. Am meisten investierten 2003 die BA-CA (3,08 Mrd. Euro), die OMV (1,38 Mrd.), die Telekom (599 Mio.), die Immofinanz (532 Mio.) und die Voestalpine (436 Mio. Euro).

Wesentlich langsamer als die Gewinne und Dividenden ist auch die Zahl der Beschäftigten in diesen Unternehmen gestiegen: die 34 Unternehmen beschäftigten 2001 zusammen 200.790 Arbeitskräfte, 2002 219.668, 2003 223.009 Menschen, was eine Zunahme um insgesamt um nur 11 Prozent bedeutet. In jedem vierten dieser Unternehmen war die Beschäftigtenzahl 2003 aber sogar geringer als 2001. Die Betriebe mit den meisten Beschäftigten waren 2003 die ERSTE (37.650), die BA-CA (30.377), die Voestalpine (23.216) und die VA Tech (17.478).

Umgelegt auf die Zahl der Beschäftigten bedeutet die Entwicklung, dass diese 34 Unternehmen 2001 pro Beschäftigtem einen Gewinn von durchschnittlich knapp 7.500 Euro, 2002 von bereits von mehr als 9.000 Euro und 2003 sogar von 12.700 Euro auswiesen. Je Beschäftigtem wurden an die Eigentümer 2001 2.455 Euro an Dividenden ausgeschüttet, 2002 2.295 Euro und 2003 sogar 3.253 Euro.

Die Untersuchungsergebnisse sind auf der Internet-Seite der ÖGPP www.politikberatung.or.at kostenlos downloadbar.

Rückfragen & Kontakt:

ÖGPP
Ansprechperson: Dr. Andreas Höferl
Tel.: 0664/1427727
mailto: andreas.hoeferl@politikberatung.or.at
http://www.politikberatung.or.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0008