GRAS: Gesamtgesellschaftliche Bildungsdebatte - inklusive Universität

Demokratie scheint politisches Reizwort zu sein

Wien (OTS) - "Wir brauchen nicht nur eine Schuldiskussion, wir brauchen eine gesamtgesellschaftliche Bildungsdebatte - inklusive Universität", so Doris Gusenbauer, Bundessprecherin der GRAS. "Es ist nicht die Aufgabe der Bundesregierung die tertiäre Bildung in Österreich - wo sie keine 2/3-Mehrheit braucht - nach ihren Vorstellungen umzubauen. Es ist die Aufgabe der gesamten Gesellschaft sich mit der Bildung und somit mit der Zukunft des Landes zu beschäftigen," meint Gusenbauer weiter.

Bildungsministerin Gehrer verlautet in der gestrigen ORF-Sendung "Offen gesagt": "Wir müssen wieder Freude an der Schule herstellen." "Was ist mit der Freude an der Universität?", fragt Gusenbauer und stellt fest: "Heutiges Studieren - im Verteilungskampf der Organisationseinheiten, unter privatem finanziellen Druck, in verschulten Studienplänen, unter der Angst der Arbeitslosigkeit, ohne Mitsprache - macht keine Freunde. Die Bildungsministerin sagt wir brauchen ein Ziel. Für die Uni und den tertiären Bildungssektor heißt dieses Ziel wohl wirklich nur Privatisierung. Es gibt keine gesamtgesellschaftlichen Zielsetzungen."

Die Bildungsministerin wünscht sich in "Offen gesagt" auch eine "Diskussion ohne politische Reizwörter". "Gerne. Dann müsste man aber auch reden und nicht nur so tun. Das Problem liegt daran, dass auch Demokratie ein politisches Reizwort zu sein scheint. Aushungern wohl ohnehin. Nur wo bleibt die Weltklasse? Das ist für die Studierenden ein politisches Reizwort", pointiert Gusenbauer, jedoch ernsthaft in Richtung Ministerium: "Wir sind bereit darüber zu reden."

"Ein gutes Klima für Bildung", das die Ministerin sich für die öffentliche Diskussion wünscht, "kann sofort hergestellt werden", so Gusenbauer und richtet sich direkt an Elisabeth Gehrer: "Sie haben es in der Hand das gute Klima zu erzeugen. Sagen Sie jetzt - heute - Ja zur Demokratie an den Unis, Ja zur Demokratie unter den HochschülerInnen. Verschieben Sie deshalb die jetzige Novellierung des HSG und erarbeiten Sie gemeinsam mit allen Betroffenen eine gute Grundlage für die Arbeit der Studierendenvertretung", appelliert Gusenbauer an Gehrer hinsichtlich der bevorstehenden Beschlussfassung am 9. Dezember.

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