• 03.12.2004, 13:56:01
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Moped-Autos: tickende Zeitbomben im Straßenverkehr

Hausherr kritisiert "Hochrisikolenker": Kein Gesundheitscheck, kein Führerschein, keine Schutzsysteme im Fahrzeug

Wien (PWK901) - Nachdem vergangenen Donnerstag in der
Südsteiermark wieder zwei Menschen in einem "Moped-Auto" ums Leben
gekommen sind, setzt sich der Fachverband der Fahrschulen massiv für
Gesundheitscheck und Führerscheinprüfung für diese Fahrzeugklasse
ein. "Es ist grotesk", so Norbert Hausherr, Obmann des Fachverbandes
der Fahrschulen, "dass seitens der Politik nichts unternommen wird,
um diese "Hochrisikolenker" aus dem Verkehr zu ziehen!"

Andere europäische Staaten sind bei Lenkern derartiger "Microcars"
bei weitem nicht so tolerant wie Österreich. Deutschland etwa
verlangte bisher für diese Fahrzeugklasse eine komplette B-Ausbildung
und Prüfung. Vor kurzem erst wurde in unserem Nachbarland für
Moped-Autos die Führerscheinklasse S eingeführt; ebenfalls mit
umfassender Ausbildung und anspruchsvoller Prüfung. Viele Besitzer
von Moped-Autos stehen bereits in höherem Alter. Und zum Umstand,
dass Lenker dieser Fahrzeuge in Österreich weder einen
Gesundheitscheck noch eine Führerscheinprüfung machen müssen, kommt
dazu, dass der Insassenschutz von Moped-Autos äußerst mangelhaft ist.
"Eine gefährliche Kombination", warnt Hausherr.

Der deutsche Autofahrerclub ADAC unterstreicht diese Ansicht mit
alarmierenden Crashtestergebnissen bei Moped-Autos: Dabei waren
nämlich bei einem Zusammenstoß selbst mit einem Kleinwagen bei Tempo
40 die gemessenen Belastungen am Crashtestdummy so groß, dass im
Ernstfall schwerste Verletzungen der Moped-Autoinsassen die Folge
wären.

Zurückzuführen sind diese Mängel auf die Gewichtsbeschränkungen von
Moped-Autos auf maximal 350 Kilo. Die Hersteller können dadurch keine
wirklich stabilen Materialien, aber auch keine Schutzsysteme wie
Gurtstraffer oder Airbags einsetzen.

"Es ist höchste Zeit, dass seitens der Behörden alles unternommen
wird, um Österreichs Straßen sicherer zu machen. Am motorisierten
Straßenverkehr sollten nur jene Lenker teilnehmen können, die dazu
gesundheitlich in der Lage sind und auch durch eine Prüfung
nachgewiesen haben, die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten
zu besitzen", fasst der Sprecher der heimischen Fahrschulen zusammen.
(hp)

OTS0247    2004-12-03/13:56

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