Kärntner Baukultur hat große Fortschritte gemacht

Landesbaupreis für Altenheimheim Gmünd - Würdigungspreis an Ernst Hildebrand - Hohe Qualität der eingereichten Projekte

Klagenfurt (LPD) - Kärntens Baukultur macht große Fortschritte sowohl im Bereich der öffentlichen, privaten als auch der sakralen Bauten. Das unterstrich eine Veranstaltung am Mittwoch Abend im Klagenfurter Napoleonstadl, die der Verleihung von Baupreisen durch das Land gewidmet war. Viel Lob gab es für das hohe Engagement der Architekten sowie der Bauherren für die Förderung von architektonischer Qualität.

Hochbaureferent LHStv. Peter Ambrozy nahm die Verleihung des Kärntner Landesbaupreises 2004 an den Salzburger Architekten Wolfgang Schwarzenbacher bzw. den Sozialhilfeverband Spittal/Drau als Bauherrn vor. Von einer Fachjury gekürt wurde aus insgesamt 33 Einreichungen deren Projekt des Altenwohnheims Gmünd. Weiters gab es Anerkennungspreise für das Office Pavillon Bene Zumtobel-Staff, Klagenfurt (Planung: Henke und Schreieck, Wien, Bauherr: Vereinte Kärntner Brauereien), für die Jakobskapelle Bad Kleinkirchheim (Planung: Thomas Hoke, Armin Guerino, Durchführungsplanung: Edmund Hoke, Bauherr: kath. Pfarrgemeinde St. Ulrich) und für die erweiterte Volksschule Maria Elend (Planung: Dominikus-Mikula, Bauherr Gemeinde St. Jakob/Rosental).

Den Würdigungspreis 2004 des Landes Kärnten für besondere Verdienste um die Baukultur und für besondere Leistungen der Architektur (in Höhe von 5.800 Euro) überreichte Landeshauptmann Jörg Haider an Architekt Ernst Hildebrand, der damit für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Einen weitere Auszeichnung, den Preis der Zentralvereinigung der Architekten Österreichs, konnte Geschäftsführer Johann Polzer von der Landesimmobiliengesellschaft (LIG) Kärnten in Empfang nehmen. Die LIG wurde für ihr besonderes Engagement im Hinblick auf qualitätsvolle Abwicklung öffentlicher Bauvorhaben gewürdigt, wie Reinhold Wetschko sagte.

LH Haider und LHStv. Ambrozy betonten die großen Fortschritte in der Kärntner Baukultur. Die Baukultur habe stark aufgeholt, sagte Ambrozy und kündigte eine Publikation mit allen Einreichungen zum diesjährigen Landesbaupreis an. In seiner Würdigung des Preisträgers Schwarzenbacher bzw. des Bauherrn Sozialhilfeverband Spittal/Drau unterstrich Ambrozy das generell hohe Engagement und die Aufgeschlossenheit von Architekten und Bauherren, sich der Öffentlichkeit zu stellen. Das Siegerprojekt repräsentiere verfeinerte Alltagskultur und sei ein überzeugender Beleg für die soziale Relevanz von Architektur, lobte Ambrozy unter Hinweis auf die Jurybewertung. Es handle sich auch um ein sehr kommunikatives und freundliches Haus.
Der Landeshauptmann sagte, dass der Neubau des Landesarchivs in Klagenfurt vor rund fünfzehn Jahren eines der ersten Projekte mit Architektenwettbewerb im öffentlichen Bereich war. Nun habe es viele qualifizierte baukulturelle bzw. baukünstlerische Fortschritte gegeben, es gebe eine große Dichte an ausgeschriebenen Bauten und es sei ein anderes Klima entstanden. Haider erinnerte an weitere Projekte wie das Museum Moderner Kunst, Lakeside & Science Park und das geplante neue Verwaltungszentrum.

Haider bekräftigte die Aussage des Preisträgers Schwarzenbacher, wonach Altenheime in Kärnten nicht so groß und auch nicht so kostengünstig wie anderswo gebaut würden. Dies sei eine bewusste Strategie, so Haider, weil man sich zur Förderung der Regionen bekenne. Man wolle die Chance, in den Regionen baukulturelle Akzente in Verbindung mit sozialen Bauten zu setzen, nützen. Es gebe einen lebendigen Dialog zwischen Öffentlichkeit und Architektur, sagte Haider über den eingeschlagenen Weg.

Haider und Ambrozy gratulierten Ernst Hildebrand. Hildebrand sei im Hinblick auf die zeitgenössische Kunst ein "Eisbrecher" gewesen, sagte Haider. Legendär war auch die Galerie Hildebrand als Zentrum zahlreicher kultureller und kulturpolitischer Aktivitäten. Die Laudatio auf Hildebrand hielt Eberhard Kraigher vom Fachbeirat für Baukultur. Hildebrand, der stets für zeitgemäßes Bauen eintrat, erinnerte an seine Bemühungen, frühzeitig Kunst in den Bau zu integrieren. Mit der Krankenpflegeschule im LKH Klagenfurt hatte der Architekt den Künstler Hans Bischoffshausen einbezogen und damals damit ein Modellbeispiel für die frühzeitige Integration von Kunst ins Baugeschehen geliefert.

Der Linzer Architekt Peter Riepl, Jury-Vorsitzender des Landesbaupreises, unterstrich die hohe Qualität aller eingereichten Projekte. Gute Architektur sei im privaten und öffentlichen Bereich gut vertreten. Es gebe ein hohes Engagement von Architekten und Bauherren, lobte Riepl.
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