Pressemeldung des BoeGK zur Meldung "Regierung will Sozialarbeit statt Haft"

Wien (OTS) - Am Mittwoch, den 24.11.2004, berichteten die ORF-Nachrichten und am Donnerstag der Standard über eine Meldung der Regierung zur Überlegung, Straftäter mit geringfügigen Delikten in der Altenpflege oder als Reinigungskräfte in Pflegeheimen einzusetzen! Ziel sei jedenfalls auch, die überbelegten Gefängnisse zu entlasten! JM Miklautsch wiederum könne sich ein Pilotprojekt als Unterstützung dieser Idee vorstellen!

Aus Sicht des Berufsverband österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeberufe - BoeGK sind dabei mehrere Punkte extrem besorgniserregend:

  • zwischen Altenpflege und Reinigungsarbeit im Pflegeheim wird anscheinend nicht unterschieden,
  • um in der Altenpflege tätig zu werden, ist eine mindestens einjährige Ausbildung - Pflegehelfer/in - oder länger nötig,
  • notwendige Voraussetzungen für die Altenpflege, wie sozial-emotionale, kommunikative und fachliche Kompetenzen sind für die Regierung offenbar kein Thema,
  • der Stellenwert, den die Regierung den Bewohnern von Pflegeheimen beimisst, wenn Straftäter für deren Betreuung überlegt werden,
  • der Stellenwert, den die Regierung den Pflegeberufen beimisst, wenn sie Straftäter in der Altenpflege einsetzen möchte,
  • die um teures Geld durchgeführte Imagekampagne für Pflegeberufe, so sie jemals eine Imagekampagne war, ist keinen Cent mehr wert.

Meint die Regierung ernsthaft, das Image der Pflegeberufe verbessern zu wollen und die Betreuung der Bewohner in den Pflegeheimen, aber auch die pflegerische Betreuung in den Krankenanstalten für die Zukunft zu sichern, dann muss sie von solchen Überlegungen Abstand nehmen.

Rückfragen & Kontakt:

Franz Allmer
Präsident des BoeGK
1095 Wien, Postfach 67
Tel. Nr.: +43 676 908 83 39
Fax Nr.: +43 (0)1 804 65 37
www.boegk.at ; office@boegk.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0001