- 30.11.2004, 13:50:10
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Biosprit soll künftig aus Niederösterreich kommen
LH Pröll für Errichtung einer Bioethanolanlage in NÖ
St. Pölten (NLK) - Die geplante Novelle des
Mineralölsteuergesetzes, die noch heuer im Parlament beschlossen
werden soll, sieht künftig die verpflichtende Beimischung von
Biosprit zu Treibstoffen - rund 5 Prozent - vor, und zwar bei Diesel
bereits mit Oktober 2005, bei Benzin mit Oktober 2007. Deshalb gibt
es seit geraumer Zeit auch einen Wettbewerb um den Standort einer
neuen Bioethanolanlage. "Niederösterreich bietet auf jeden Fall die
besten Voraussetzungen für die Errichtung einer solchen Anlage", ist
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll überzeugt. Zum einen sei
Niederösterreich in der Lage, den Bedarf an Rohstoffen - rund 80.000
Hektar Fläche für Zuckerrübe, Mais und Getreide - zu decken, zum
anderen biete das Land die notwendige Infrastruktur (Bahn- und
Wasserstraßen) und könne auch die logistischen Anforderungen
erfüllen. Der jährliche Bedarf an Bioethanol beträgt rund 200.000
Kubikmeter.
Die für die Errichtung der Anlage benötigte Fläche beträgt rund 10
Hektar, die Investitionen bezifferte der Landeshauptmann mit rund 130
Millionen Euro. "Zusätzlich werden damit auch 40 bis 50
hochtechnologische und damit zukunftsträchtige Arbeitsplätze
geschaffen", so Pröll. Der Landwirtschaft werden damit zusätzliche
Absatzalternativen geboten - rund 8.000 bis 10.000 Betriebe könnten
davon profitieren. Für die Investitionen zeichnet die
Agrana/Raiffeisengruppe verantwortlich.
Neben weiteren Bundesländern würden auch Ungarn und benachbarte
Länder Interesse an der Errichtung einer derartigen Anlage zeigen.
"Wir werden aber alles daran setzen, die Anlage nach Niederösterreich
zu bekommen", betonte Pröll.
Zudem verwies der Landeshauptmann auf den heutigen
Regierungsbeschluss zur NÖ Landesholding, der vorsieht, die im
Eigentum des Landes Niederösterreich stehenden Anteile an EVN,
Flughafen Wien AG, Landesbank-Hypothekenbank AG, UNIQA und NÖ
Landesbeteiligungs-Verwaltungsgesellschaft mbH an die
Beteiligungsholding zu übertragen. Pröll: "Der Geschäftsführer ist
ein Landesbeamter, es gibt keinen ‚parteipolitischen Aufpasser’".
Zudem werde die Steuerersparnis dem Land Niederösterreich zugute
kommen.
Zur geplanten Schließung von Postämtern meinte Pröll, dass hier
noch nicht das letzte Wort gesprochen sei. Die Bürgermeister würden
mit der Post intensiv verhandeln und um jedes Postamt kämpfen. Das
Land werde den Gemeinden dabei mit Rat und Tat zur Seite stehen. "Die
optimale Versorgung muss auch in Zukunft aufrecht erhalten werden",
stellte der Landeshauptmann klar.
OTS0202 2004-11-30/13:50
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