- 28.11.2004, 14:43:54
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Bischof Küng: "Alle zusammen sind wir stark"
Neuer St. Pöltner Diözesanbischof ruft bei Festgottesdienst zu seiner Amtseinführung zum "Miteinander" auf - Achtung: Sperrfrist 29.11., 15.30 Uhr
St. Pölten, 28.11.04 (KAP) Einen Appell zum Miteinander in der Kirche
hat der neue Diözesanbischof von St. Pölten, Klaus Küng, am Sonntag
beim Festgottesdienst anlässlich seiner Amtsübernahme an alle
Gläubigen gerichtet. "Alle zusammen sind wir stark", so Küng in
seiner Predigt im St. Pöltner Dom. Gemeinsam sei es mit Gottes Hilfe
"trotz aller persönlichen Schwächen und trotz Versagen" möglich, die
Sendung der Kirche in der heutigen Zeit zu verwirklichen. Es gehe
darum, nicht im Streit zu leben, sondern sich "der dringenden Aufgabe
der Aussaat des Gotteswortes" in Gesellschaft und Kirche zuzuwenden.
Wörtlich sagte der neue St. Pöltner Bischof: "Um auf dem richtigen
Weg zu gehen, müssen wir uns auf jeden Fall auf dem Weg des
Evangeliums - vereint mit der Weltkirche - bewegen".
Mehr "Wachsamkeit" zur Vermeidung von Skandalen
Bischof Küng ging auch auf die "vielen Kirchenskandale" ein, die das
Vertrauen der Gläubigen erschüttert hätten. Dies sei "bedrückend" und
"schmerzhaft". Dennoch gebe es auch Hoffnung, weil "irgendwie uns
allen bewusst ist, dass nur ein Weg aus der Krise herausführt: Es ist
der Weg der Wahrheit", so Küng. Man müsse der Wahrheit - auch im Sinn
der Aufrichtigkeit sich selber und den anderen gegenüber - ins Auge
schauen. Es sei notwendig, dass die Kirche sowohl jenen, die Unrecht
erfahren haben als auch jenen, die beschuldigt werden, Gerechtigkeit
zuteil werden lässt, "ohne zu vergessen, dass Barmherzigkeit
dazugehört". Die Vorfälle zeigten: "Wir müssen aufwachen, wachsam
sein, wachsamer werden, damit vorhandene Missbräuche behoben und
durch entsprechende Maßnahmen in Hinkunft vermieden werden", so Küng.
Der neue St. Pöltner Bischof erinnerte in seiner Predigt daran, dass
sich heute in den Herzen vieler Menschen die Sehnsucht nach dem
Religiösen, nach Gott, regt. Es bestehe die "Chance, dass eine Wende
eintritt". Freilich habe sich in vielen Ländern Europas in den
vergangenen Jahrzehnten bei einem größeren Teil der Bevölkerung die
Glaubenspraxis gelockert, die Folgeerscheinungen seien
"unübersehbar". Wo der Glaube nachlasse, komme es zu "Zeichen der
Unerlöstheit": Obwohl materiell alles da sei, was man braucht, würden
"Lebenskrisen" häufiger.
Innerhalb der Kirche, so Bischof Küng in seiner Predigt, sei ein
"gewisser Nachdenkprozess" in Gang gekommen, es gebe einen neuen
Aufbruch. Es sei notwendig, inne zu halten, zu beten und "das
Wesentliche" zu suchen. Küng wörtlich: "Es geht darum zu entdecken,
dass Gott uns nahe ist, dass er durch Christus da ist, unter uns
zugegen, dass er uns auf allen unseren Wegen beisteht, uns heilt. Es
wäre mir ein Herzenswunsch, wenn wir auf diese Weise die persönliche
Erneuerung und die Erneuerung der Kirche erstreben".
Ausdrücklich betonte der neue St. Pöltner Bischof, dass er die Arbeit
seiner Vorgänger "mit großem Respekt" betrachte. Er nannte
insbesondere die Namen der Diözesan- und Weihbischöfe der letzten
Jahrzehnte von Bischof Michael Memelauer bis zu Weihbischof Heinrich
Fasching. Viele in der Diözese St. Pölten seien "trotz aller
Schwierigkeiten und Turbulenzen" der vergangenen Jahre zum "vollen
Einsatz" bereit.
Der neue St. Pöltner Bischof äußerte sich besonders erfreut über die
Anwesenheit der Repräsentanten der anderen christlichen Kirchen. Denn
es sei wichtig, "dass wir mit einem großen Respekt voreinander, auch
vor den unterschiedlichen Auffassungen, in allem, in dem es uns
möglich ist, eins sind", so Küng. (forts)
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OTS0031 2004-11-28/14:43
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