- 25.11.2004, 12:12:36
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Standortqualität Österreichs ohne dritte Piste am Flughafen Wien gefährdet
Umlenken von Passagierströmen und Kundenbedürfnissen unter Zwang sind Illusion
Wien (OTS) - Die Austrian Airlines Group zieht die in öffentlicher
Diskussion befindlichen Behauptungen -um Schwechat den Bau einer
dritten Piste zu ersparen, sollen die Passagierströme über eine
Beteiligung des Flughafens Wien am Flughafen Bratislava umgelenkt
werden- oder -der Flughafen Wien könnte in Spitzenzeiten Flüge in
einigen oder allen Segmenten an Bratislava abgeben- ernsthaft in
Zweifel.
Aus der Erfahrung des Hubcarriers, der mittlerweile eine der
leistungsfähigsten West-Ost Transferdrehscheiben Europas in Wien
betreibt, sind dies Reißbrett-Theorien, die so im realen
Flugverkehrsgeschehen nicht umsetzbar sind.
Umleiten von Passagieren unter Zwang ist Illusion
Der Glaube, Passagierströme entgegen ihrer Reiseabsichten
zwanghaft umleiten zu können, ist Illusion. Internationale Beispiele
wie Mailand Linate / Malpensa und sogar London Heathrow / Gatwick
belegen, dass derartige Versuche in der Retorte gut klingen, aber in
der Realität wenig bis keine Lenkungseffekte erzielen. Es gibt
weltweit kein Airportsystem, das dies - nicht einmal im selben Land -
realisieren konnte. Im Falle Wien / Bratislava wäre der Versuch noch
unrealistischer, da dieser Landes-, Kultur- und Sprachgrenzen zu
überwinden hätte. Kein Passagier transferiert freiwillig zwischen
zwei Flughäfen in rd. 60 Kilometer Entfernung, ungeachtet der
Qualität der Bodenverkehrsmittel.
Das Engagement der Austrian Airlines Group in der Slowakei zielt
auf den dynamischen Ausbau des slowakischen Lokalmarktes ab, der
eigenständig betrachtet, einen sehr interessanten Flugmarkt mit hohem
Entwicklungspotenzial darstellt.
Eigentor für den Wirtschaftsraum Wien / Bratislava
Der heutige Wettbewerb geht von einer harten Konkurrenz der
Airlines untereinander zunehmend in einen Standortwettbewerb der
Verkehrsdrehkreuze über. Die Austrian Airlines Group, der Flughafen
Wien und Austro Control haben Wien mittlerweile zu - der -
europäischen West-Ost / Ost-West Drehscheibe entwickelt. Der Versuch
Verkehrsströme planwirtschaftlich zu teilen oder abzuspalten käme á
la longue einem Eigentor für den aufstrebenden Wirtschaftsraum Wien /
Bratislava und für den Flughafen Wien gleich.
Eine Segmentierung des Hubs Wien würde den nahen, ernstzunehmenden
Konkurrenten, wie z.B. München und Prag in die Hände spielen. Ein
Hub, der sich selbst einschränkt, wird im Wettbewerb umso leichter
überholt.
Durch ein derartiges Vorhaben würde die Attraktivität des
Standorts für inländische und internationale Konzerne beeinträchtigt
und die Perspektive auf mehr und besser abgesicherte Arbeitsplätze in
der Flughafenregion gefährdet werden. Zudem würden die
Wachstumsperspektiven für den österreichischen Incomingtourismus und
nicht zuletzt für die Austrian Airlines Group, als Motor der
Transferdrehscheibe Wien, verschlechtert werden.
Rascher Bau der dritten Piste in Wien unbedingt erforderlich
Ein leistungs- und zukunftsfähiges europäisches Flugdrehkreuz lebt
in unseren Breiten von einem Mix aus Interkontinental-, europäischem
West-Ost Transfer- und Point to Point Verkehr. Eine angedachte
Verlagerung auch nur eines Verkehrssegments würde das Gesamtgefüge im
Konkurrenzvergleich massiv benachteiligen.
Die Infrastruktur des Flughafens Wien stößt bereits jetzt an ihre
Kapazitätsgrenzen und ist überlastet. Daher sollte der Flughafen
Wien entsprechend seiner guten Chancen auf weiteres Wachstum
konsequent ausgebaut werden.
Nur mit dem raschen Bau einer dritten Landebahn in Wien kann eine
dynamische Standortpolitik für Österreich sichergestellt und unsere
günstige Position im Wettbewerb der Regionen verteidigt werden.
OTS0209 2004-11-25/12:12
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