ÖPUL NEU: Wird Biolandwirtschaft von der österreichischen Landkarte ausradiert?!

Erste Informationen über die Vorstellung der Regierung, wie ÖPUL NEU aussehen soll, lassen nichts Gutes erahnen: BIO und konventioneller Verzicht A sollen gleichgestellt werden

Wien (OTS) - Die Biolandwirtschaft als besondere Produktionsform verschwindet damit praktisch!

Ausgerechnet den Biobäuerinnen und Biobauern, die auf Grund ihrer ökologischen und ökonomischen Wirtschaftsweise dem öffentlichen Interesse an einer umweltgerechten, multifunktionalen Landbewirtschaftung bestmöglich entgegenkommen, wird dadurch der Boden unter den Füßen weggezogen.

Neuerliche Ungerechtigkeiten für Grünlandbauern

Im ÖPUL NEU ist eine Einsparung die Grundförderung vorgesehen. Das trifft die Grünlandbauern, die schon im bisherigen System deutlich benachteiligt waren, doppelt so stark wie den Ackerbau.
Als teilweisen Ausgleich soll es - noch hinter vorgehaltener Hand diskutiert - Verbesserungen für besonders tiergerechte Haltungsformen geben. Diese müssen aber für alle, auch für intensivst konventionelle Bauern offen stehen. Gut für die Tiere , aber aus agrarpolitischer Sicht nichts als ein Pseudoprogramm zur Umverteilung. Hier hat der Biolandbau mit artgerechter Tierhaltung und biologischer Fütterung neue Maßstäbe gesetzt, die nicht durch eine falsche Agrarpolitik verwischt werden dürfen.

Plötzlich braucht das Geld die Wirtschaft und nicht die Bauern.

Weiters sollen aus den Einsparungen der Grundprämien Mittel für Diversifizierungsmaßnahmen bereitgestellt werden. Hinter diesem "großen" Begriff versteckt sich ganz einfach ein Wirtschaftsprogramm für den Ländlichen Raum - die Absicht Umweltgeld für die Wirtschaft freizuschaufeln!

Wo bleiben hier die früheren Prämissen, die etwa so lauteten " Die Bauern werden sich ihre Märkte schon erobern müssen, das sei nicht Aufgabe des Umweltprogrammes".

Haben diesen Satz wirklich nur die Biobauern ernst genommen ?!!!

Leistung zählt für Politik nichts mehr

Die Biobäuerinnen und Biobauern haben sich in harter Arbeit und konsequenter Qualitätsverbesserung einen Markt vom Feinkostladen bis zum Supermarkt erobert und ÖPUL als Abgeltungsschema für besondere ökologische Leistungen im Bereich der Landwirtschaft verdient. ÖPUL- NEU ist am besten Wege von diesem Leistungsprinzip abzukehren. Anstelle einer gerechten Abgeltung für besondere Leistungen, scheint hier die politische Hand zur alles verwässernden Gießkanne zu greifen.

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