• 25.11.2004, 10:25:41
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Kuntzl zu Kinderbetreuung: OECD bestätigt Handlungsbedarf

Das ewige Klein- und Wegreden der Bedürfnisse der Familien muss ein Ende haben

Wien (SK) "Mit dem OECD-Berichterstatter für Österreich,
Wassilios Fthenakis, gibt es nun eine weitere Expertenstimme, die von
der Regierung einen Kurswechsel in der Familienpolitik fordert",
sagte SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl am Donnerstag. Dass
Fthenakis, der auf Einladung des ÖVP-nahen Hilfswerks den
zusätzlichen Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen bestätigt und die
negativen Auswirkungen des starren Kindergeld-Modells für Frauen in
der Berufswelt kritisiert, ist für Kuntzl "eine Bestätigung unserer
Forderung und eine klare Aufforderung an die Regierung, endlich tätig
zu werden". ****

Dass das derzeitige Kindergeld-Modell mit den Bedürfnissen der
Familien nicht vereinbar ist, wie der OECD-Berichterstatter
bestätigt, ist für Kuntzl die klare Aufforderung, das
Kindergeld-Modell flexibler zu gestalten. Die Antwort darauf wäre das
SPÖ-Modell, das den Elternteilen die Wahl lässt, ob sie ein Jahr mit
höherem Kindergeld in Babypause gehen oder bis zu zwei Jahren mit
entsprechend niedrigerem Bezug.

In Österreich werden lediglich acht Prozent der unter
Dreijährigen außer Haus betreut. Laut OECD-Berichterstatter bräuchte
man aber fast 3-mal so viele Betreuungsplätze. Auch bei der Betreuung
von Kindern über sechs Jahre ortet er einen erheblichen Bedarf.
"Österreich ist Schlusslicht in Europa", so Kuntzl gegenüber dem
SPÖ-Pressedienst. "Das ewige Klein- und Wegreden des Bedarfs und das
Herumjonglieren mit den Zahlen durch die Regierung ist unerträglich",
so Kuntzl. Der Mikrozensus 2002 sprach von rund 90.000 fehlenden
Kinderbetreuungsplätzen in Österreich. Haubner interpretierte diese
Zahlen im August 2004 dahingehend, dass lediglich 48.000 Plätze
fehlen würden. Im Oktober sprachen Gehrer, Rauch-Kallat und Haubner
plötzlich gar nur mehr von 18.000 fehlenden Plätzen. Und erst vor
wenigen Tagen hat Minister Haupt in Klagenfurt gefordert, es sollten
überhaupt keine Kindergärten mehr gebaut werden.

Die OECD empfiehlt, ein Prozent des BIP für den
Kindergartenbereich zu investieren. In Österreich beträgt der Aufwand
0,53 Prozent inklusive Elternbeiträge. "Diese Zahlen machen deutlich,
dass sich die Regierung längst aus ihrer Verantwortung in der
Familienpolitik verabschiedet hat", so Kuntzl. "Die Regierung muss
die Gegebenheiten und Bedürfnisse der Familien endlich akzeptieren,
das Verschleiern und Herumreden ist völlig unseriös und zynisch
gegenüber den Betroffenen." (Schluss) se

OTS0103    2004-11-25/10:25

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