Kuntzl zu Kinderbetreuung: OECD bestätigt Handlungsbedarf

Das ewige Klein- und Wegreden der Bedürfnisse der Familien muss ein Ende haben

Wien (SK) "Mit dem OECD-Berichterstatter für Österreich, Wassilios Fthenakis, gibt es nun eine weitere Expertenstimme, die von der Regierung einen Kurswechsel in der Familienpolitik fordert", sagte SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl am Donnerstag. Dass Fthenakis, der auf Einladung des ÖVP-nahen Hilfswerks den zusätzlichen Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen bestätigt und die negativen Auswirkungen des starren Kindergeld-Modells für Frauen in der Berufswelt kritisiert, ist für Kuntzl "eine Bestätigung unserer Forderung und eine klare Aufforderung an die Regierung, endlich tätig zu werden". ****

Dass das derzeitige Kindergeld-Modell mit den Bedürfnissen der Familien nicht vereinbar ist, wie der OECD-Berichterstatter bestätigt, ist für Kuntzl die klare Aufforderung, das Kindergeld-Modell flexibler zu gestalten. Die Antwort darauf wäre das SPÖ-Modell, das den Elternteilen die Wahl lässt, ob sie ein Jahr mit höherem Kindergeld in Babypause gehen oder bis zu zwei Jahren mit entsprechend niedrigerem Bezug.

In Österreich werden lediglich acht Prozent der unter Dreijährigen außer Haus betreut. Laut OECD-Berichterstatter bräuchte man aber fast 3-mal so viele Betreuungsplätze. Auch bei der Betreuung von Kindern über sechs Jahre ortet er einen erheblichen Bedarf. "Österreich ist Schlusslicht in Europa", so Kuntzl gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Das ewige Klein- und Wegreden des Bedarfs und das Herumjonglieren mit den Zahlen durch die Regierung ist unerträglich", so Kuntzl. Der Mikrozensus 2002 sprach von rund 90.000 fehlenden Kinderbetreuungsplätzen in Österreich. Haubner interpretierte diese Zahlen im August 2004 dahingehend, dass lediglich 48.000 Plätze fehlen würden. Im Oktober sprachen Gehrer, Rauch-Kallat und Haubner plötzlich gar nur mehr von 18.000 fehlenden Plätzen. Und erst vor wenigen Tagen hat Minister Haupt in Klagenfurt gefordert, es sollten überhaupt keine Kindergärten mehr gebaut werden.

Die OECD empfiehlt, ein Prozent des BIP für den Kindergartenbereich zu investieren. In Österreich beträgt der Aufwand 0,53 Prozent inklusive Elternbeiträge. "Diese Zahlen machen deutlich, dass sich die Regierung längst aus ihrer Verantwortung in der Familienpolitik verabschiedet hat", so Kuntzl. "Die Regierung muss die Gegebenheiten und Bedürfnisse der Familien endlich akzeptieren, das Verschleiern und Herumreden ist völlig unseriös und zynisch gegenüber den Betroffenen." (Schluss) se

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