Gehrer mahnt sorgfältigen Umgang mit PISA-Daten ein

Wien (OtS) - Die Bildungsministerin wird sich mit den Ergebnissen der jüngsten PISA-Studie - unter Einbeziehung von Wissenschaftern, Lehrerinnen und Lehrern und sachkundigen Bildungspolitikern -sorgfältig auseinander setzen und unter Berücksichtigung der international vereinbarten Sperrfrist die Öffentlichkeit informieren.

Hierfür ist die genaue Analyse

  • aller Ergebnisse im internationalen Vergleich
  • der Einzelergebnisse Österreichs in allen untersuchten Bereichen
  • der Veränderungen Österreichs und weiterer Teilnehmerstaaten gegenüber den Ergebnissen von PISA 2000

unabdingbare Voraussetzung.

Diese Analysen werden unter Federführung des nationalen PISA-Verant-wortlichen und Vorsitzenden der Zukunftskommission, DDr. Günter Haider durchgeführt.

Die Vorabveröffentlichung über PISA 2003 entspricht in keiner Weise den Ansprüchen an einen sachgerechten Umgang mit den Ergebnissen von Leistungsvergleichen. Schlichte Rangplätze sagen nichts über eine relative Position eines Staates im Vergleich z.B. zum OECD-Durchschnitt aus. Im Übrigen hat sich zur Bewertung von vorab veröffentlichten Daten heute der Vorsitzende des nationalen PISA-Zentrums DDr. Günter Haider geäußert.

Nach der Veröffentlichung der ersten PISA-Untersuchung 2001 hat die Bundes-ministerin Herrn DDr. Haider mit der Leitung der Zukunftskommission beauftragt. Diese hat einen Maßnahmenkatalog erstellt, der auf breitester Basis diskutiert wurde, und sich in einigen Bereichen bereits in einer Umsetzungsphase befindet.

Mit der Ausarbeitung von Bildungsstandards wird ein gemeinsamer Maßstab für den Vergleich der Kompetenzen gesetzt. Eine weitere Maßnahme wurde im Bereich der Professionalisierung des Lehrberufs durch die Einführung der
Leadership-Academy gesetzt.

Schwerpunkte zum Zwecke der Qualitätsverbesserung stellen die in Auftrag gegebenen Studien wie die PIRLS-Untersuchung der Lesekompetenz im Volksschulbereich dar. Wie bei PISA werden sie einer gründlichen Analyse unterzogen, um entsprechende Maßnahmen setzen zu können.

Zu Beginn des 2. Semesters (Schuljahr 2004/05) werden in allen 6. Schulstufen (2. Klasse HS, 2. Klasse AHS) Lesetests durchgeführt. Damit können die Lehrerinnen und Lehrer konkrete Rückschlüsse über die Lesefähigkeit ihrer Schülerinnen und Schüler erhalten und entsprechende Maßnahmen im Unterricht setzen.

Diese Lesetests werden durch eine intensive Lehrerfortbildung begleitet.

Alle Weichenstellungen, verknüpft mit einer früheren Förderung insbesondere der Stärkung des Bildungs- und Erziehungsauftrages in Kindergärten, einer Stärkung der individuellen Förderung aber auch der Ausbau der gestarteten Initiative "Schule nach Maß" (Nachmittagsbetreuung) sind von zentraler Bedeutung für die Weiterentwicklung des Bildungssystems.

Alle Studien münden in der Aussage, dass es im Wesentlichen bei der Weiterentwicklung des Bildungssystems auf die Qualität des Unterrichtes ankommt und nicht primär auf die Schulorganisation. Daher wird die Neugestaltung der Lehreraus- und -weiterbildung die zentrale Rolle einnehmen.

Die Bildungsministerin weiß, dass grundlegende Veränderungen eines langen Atems bedürfen. Bildungspolitik braucht konsequentes und verlässliches Handeln, aber auch Zeit, damit eingeleitete Weiterentwicklungen ihre Wirkung entfalten können.

Da es unser gemeinsames Interesse ist, das österreichische Bildungssystem nach vorne zu bringen, fordert die Bildungsministerin Elisabeth Gehrer alle Verantwortlichen nachdrücklich zu einem sachgerechten Umgang mit den Ergebnissen der PISA-2003-Studie auf.

nnn
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