Kukacka: Investieren rund 615 Millionen Euro für deutliche Verbesserung der Schienenverbindungen zwischen Wien und Bratislava!

"Letter of Intent" zwischen Wien und Bratislava legt historischen Grundstein für einen raschen koordinierten Ausbau der Schieneninfrastruktur

Wien, 24. November 2004 (OTS) - Als "historischen Grundstein" für einen raschen koordinierten Ausbau der Schieneninfrastruktur zwischen Österreich und der Slowakei, bezeichnete heute, Mittwoch, Verkehrsstaatssekretär Mag. Helmut Kukacka die Unterzeichnung des "Letter of Intent" zwischen der Slowakei und Österreich. Die von Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka und dem slowakischen Verkehrsstaatssekretär Jan Kotula vergangene Woche unterzeichnete Übereinkunft legt erstmals die gemeinsamen Planungsgrundsätze und die koordinieren Ausbaustrategien aller Verkehrsträger fest. Alleine für die deutliche Verbesserung der Schienenverbindungen zwischen Wien und Bratislava werde Österreich in den kommenden Jahren rund 615 Millionen Euro investieren, die Slowakei plant ihrerseits Investitionen in der Höhe von 405 Millionen Euro. Die heutige Kritik von SPÖ-EU-Abgeordneten Jörg Leichtfried, dass Österreich außer schöner Worte nichts vorzuweisen habe, sei daher völlig unrichtig, stellte Kukacka klar. ****

Die wesentlichen Maßnahmen sollen in den kommenden 10 Jahren umgesetzt werden, damit kann sowohl für den Personen- als auch den Güterverkehr ein notwendiges Schienenringsystem zwischen Wien und Bratislava realisiert werden. "Um hier eine möglichst hohe KO-Finanzierung der EU zu erreichen, werden diese Projekte als Gesamtsystem bei der EU-Kommission zur TEN-Förderung eingereicht", kündigte Kukacka an. Ziel sollte es sein, dass im Endausbaustadium eine Fahrtzeit zwischen Wien und Bratislava von unter 40 Minuten ermöglicht wird. Zusätzlich soll dieses Ringsystem in den internationalen West-Ost-Verkehr eingebunden werden, wie es auch die EU in ihren TEN-Leitlinien vorsieht.

Österreich werde in den folgenden Jahren vier wesentliche grenzüberschreitende Ausbauvorhaben umsetzen, wie sie im "Letter of Indent" erstmals festgelegt wurden :
- Im Norden soll eine Elektrifizierung der Strecke von Gänserndorf über Marchegg, Devinska Nova Ves nach Bratislava bis 2008 realisiert werden. Damit wird eine durchgehend elektrifiziert geführte Strecke von Wien-Nord nach Bratislava gegeben Die Kosten werden insgesamt rund 10,5 Millionen Euro betragen.
- Ebenfalls im Norden soll eine Elektrifizierung und ein Kapazitätsausbau der Streckenführung über den Marchegger-Ast ab 2014 realisiert werden. Diese Verbindung wird die größte Beschleunigung des Zugsverkehrs um rund 40 Minuten zwischen den beiden Hauptstädten darstellen. Die Kosten werden dabei mit rund 79 Millionen Euro veranschlagt.
- Zur Einbindung des Flughafens Wien-Schwechat in die internationale Verbindung zwischen Wien und Bratislava soll die künftige Streckenführung vom Wiener Südbahnhof - dem künftig Bahnhof Wien -über den Flughafen Wien, eine zu errichtende neue Streckenführung von Schwechat nach Götzendorf und von dort weiter über die bestehende Ostbahn nach Bratislava erfolgen. Die Realisierung der Spange Götzendorf soll in den Jahren 2007-2012 stattfinden und wird rund 105 Millionen Euro kosten, führte Kukacka aus.

Zur besseren Einbindung des internationalen Eisenbahnverkehrs der Westbahn in die Schienenverbindung nach Bratislava, wird ab 2009 die Realisierung des Zentralbahnhofs, künftig Bahnhof Wien, vorgenommen. Durch diesen Durchgangsbahnhof sollen Züge der Westbahn auf die Gleise der Süd- und Ostbahn durchgeführt werden können. (Kostenpunkt:
rund 402 Millionen Euro) Die Streckenführung entlang der Donau, die heute von Wien-Mitte nach Wolfsthal durch eine Schnellbahn (S7) betrieben wird, stellt keine Eignung für den hochrangigen Zugbetrieb dar und dient der lokalen Verbindung innerhalb der Region. "Beide Seiten sind daher übereingekommen, dass eine Verbindung von Wolfsthal nach Bratislava-Petrzalka eine zusätzliche mögliche Verbindung ist, die vor allem in enger Zusammenarbeit mit den Regionen realisiert werden kann", so der Verkehrsstaatssekretär.

Zwischen Wien und Bratislava wurde ebenfalls vereinbart, dass die slowakische Seite zwei vorrangige Projekte bis zum Jahr 2013 realisieren werde:
- Die Verbindung vom Bahnhof Petrzalka per Donauquerung zum Hauptbahnhof Filialka. Damit wäre eine Stadtzentrenverbindung gegeben. (Kosten 375 Millionen Euro)
- Von Petrzalka führt derzeit schon ein Eisenbahnring im Osten der Stadt verlaufend weiter zum Hauptbahnhof. Von diesem Eisenbahnring soll eine Abzweigung zum Flughafen Bratislava in den Jahren 2007-2013 realisiert werden. Damit wäre zu diesem Zeitpunkt auch eine direkte Verbindung zwischen den beiden Flughäfen gegeben. Die Kosten würden rund 30 Millionen Euro betragen.

"Unser Ziel ist es, die Versäumisse einer falschen ideologischen Osteuropa-Verkehrsstrategie der 90er Jahre jetzt rasch aufzuholen. Deshalb setzt die Bundesregierung alles daran, den Anschluss an die wirtschaftlichen Wachstumsregionen rund um Bratislava auf der Schiene, der Strasse, zu Wasser und in der Luft in den nächsten Jahren mit massiven Investitionen deutlich verbessern", schloss Kukacka.

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