• 24.11.2004, 12:37:16
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AMON: UNTERSCHIEDE JUNGER MENSCHEN AKZEPTIEREN, SOZIALE UNTERSCHIEDE AUSGLEICHEN

ÖVP-Bildungssprecher bei der Bildungsenquete des Bundesrates

Wien, 24. November 2004 (ÖVP-PK) Heftige Kritik übte
ÖVP-Bildungssprecher Abg. Werner Amon MBA heute, Mittwoch, an der
Vorgangsweise in Zusammenhang mit der neuen PISA-Studie. "Ich halte
es für einen schweren Schaden, dass lediglich zur Lukrierung
vermeintlich eigener Vorteile die PISA-Studie vor dem international
vereinbarten Zeitpunkt der Öffentlichkeit zugespielt wurde. Damit tut
man diesem Projekt, das Dank Bildungsministerin Gehrer internationale
Vergleichsdaten zur Orientierung liefert, nichts Gutes", sagte Amon
im Rahmen der Bildungsenquete, die auf Initiative des Bundesrates
heute im Parlament abgehalten wird. ****

Kritik übte Amon auch an der Aussagen der Wiener
Stadtschulratpräsidentin Brandsteidl, die zum österreichischen
Schulsystem wörtlich gesagt hatte: "Wir sind Durchschnitt." "Diese
eindimensionale Sicht kann ich nicht teilen", weiß sich Amon mit
vielen Bildungsexpertinnen und -experten einig. "Es gibt abgesehen
von der PISA-Studie eine ganze Fülle internationaler Studien, die dem
österreichischen Bildungssystem ein hervorragendes Zeugnis
ausstellen. So liegen wir etwa in der Frage der Schulabgänger und
ihres Zuganges zum Arbeitsmarkt gemeinsam mit Finnland an erster
Stelle", sagte der ÖVP-Bildungssprecher weiter und wies darauf hin,
dass die Schule auch die Aufgabe habe, junge Menschen gut auf den
Arbeitsmarkt vorzubereiten.

"Es ist aber auch die Aufgabe der Schule, soziale Unterschiede
auszugleichen und damit jungen Menschen Chancen zu eröffnen", fuhr
Amon fort. Dies könne nicht mit Gleichmacherei, sondern mit
Wahlmöglichkeit im Schulsystem erreicht werden. "Die Ganztagsschule
bringt keine besseren Ergebnisse. Es geht nicht um die
Organisationsform, sondern um das Angebot von Vielfalt, wie es nur im
differenzierten Schulsystem möglich ist." In diesem Sinne sei auch
die differenzierende Gliederung in das allgemeine Schulwesen
einerseits und berufsbildenden Schulen andererseits aufrecht zu
erhalten, trat Amon der anderslautenden Meinung von SPÖ-Chef
Gusenbauer entgegen.

GROSSE BEDEUTUNG DER MOTIVIERUNG VON LEHRERN

Für wichtig hält Amon die Motivierung der Lehrerinnen und Lehrer.
"Als Bildungspolitiker müssen wir alles daran setzen, Lehrerinnen und
Lehrer zu unterstützen, sie zu achten, für ein gutes Schulklima und
eine gute Lehreraus- und weiterbildung zu sorgen. Gut ausgebildete
und motivierte Lehrende können auch besser auf die unterschiedlichen
Interessen, Neigungen und Begabungen von Schülerinnen und Schüler
eingehen. Wir sollten die Unterschiede junger Menschen akzeptieren",
schloss Amon.
(Schluss)

OTS0181    2004-11-24/12:37

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