AMON: UNTERSCHIEDE JUNGER MENSCHEN AKZEPTIEREN, SOZIALE UNTERSCHIEDE AUSGLEICHEN

ÖVP-Bildungssprecher bei der Bildungsenquete des Bundesrates

Wien, 24. November 2004 (ÖVP-PK) Heftige Kritik übte ÖVP-Bildungssprecher Abg. Werner Amon MBA heute, Mittwoch, an der Vorgangsweise in Zusammenhang mit der neuen PISA-Studie. "Ich halte es für einen schweren Schaden, dass lediglich zur Lukrierung vermeintlich eigener Vorteile die PISA-Studie vor dem international vereinbarten Zeitpunkt der Öffentlichkeit zugespielt wurde. Damit tut man diesem Projekt, das Dank Bildungsministerin Gehrer internationale Vergleichsdaten zur Orientierung liefert, nichts Gutes", sagte Amon im Rahmen der Bildungsenquete, die auf Initiative des Bundesrates heute im Parlament abgehalten wird. ****

Kritik übte Amon auch an der Aussagen der Wiener Stadtschulratpräsidentin Brandsteidl, die zum österreichischen Schulsystem wörtlich gesagt hatte: "Wir sind Durchschnitt." "Diese eindimensionale Sicht kann ich nicht teilen", weiß sich Amon mit vielen Bildungsexpertinnen und -experten einig. "Es gibt abgesehen von der PISA-Studie eine ganze Fülle internationaler Studien, die dem österreichischen Bildungssystem ein hervorragendes Zeugnis ausstellen. So liegen wir etwa in der Frage der Schulabgänger und ihres Zuganges zum Arbeitsmarkt gemeinsam mit Finnland an erster Stelle", sagte der ÖVP-Bildungssprecher weiter und wies darauf hin, dass die Schule auch die Aufgabe habe, junge Menschen gut auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten.

"Es ist aber auch die Aufgabe der Schule, soziale Unterschiede auszugleichen und damit jungen Menschen Chancen zu eröffnen", fuhr Amon fort. Dies könne nicht mit Gleichmacherei, sondern mit Wahlmöglichkeit im Schulsystem erreicht werden. "Die Ganztagsschule bringt keine besseren Ergebnisse. Es geht nicht um die Organisationsform, sondern um das Angebot von Vielfalt, wie es nur im differenzierten Schulsystem möglich ist." In diesem Sinne sei auch die differenzierende Gliederung in das allgemeine Schulwesen einerseits und berufsbildenden Schulen andererseits aufrecht zu erhalten, trat Amon der anderslautenden Meinung von SPÖ-Chef Gusenbauer entgegen.

GROSSE BEDEUTUNG DER MOTIVIERUNG VON LEHRERN

Für wichtig hält Amon die Motivierung der Lehrerinnen und Lehrer. "Als Bildungspolitiker müssen wir alles daran setzen, Lehrerinnen und Lehrer zu unterstützen, sie zu achten, für ein gutes Schulklima und eine gute Lehreraus- und weiterbildung zu sorgen. Gut ausgebildete und motivierte Lehrende können auch besser auf die unterschiedlichen Interessen, Neigungen und Begabungen von Schülerinnen und Schüler eingehen. Wir sollten die Unterschiede junger Menschen akzeptieren", schloss Amon.
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