• 15.11.2004, 12:45:36
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  • OTS0134 OTW0134

Bittner: Regierung handelt kurzsichtig

Leistungskürzung gefährdet Gesundheit der Bevölkerung

Wien (OTS) - Die Leistungskürzung der Bundesregierung bei den
optischen Sehbehelfen (Brillen, Kontaktlinsen, Glasaugen, etc.)im
Umfang von zumindest 35 Mio. Euro ist nicht nur die mit Abstand
größte Leistungseinschränkung seit 1945, sondern entpuppt sich bei
genauer Analyse auch immer mehr als massive Gefährdung der Gesundheit
der Bevölkerung. "Heute sind die Sehschwachen die Opfer der Kürzungen
der Bundesregierung, morgen vielleicht die Hörschwachen oder die
Mobilitätsbehinderten" warnte der Obmann der Wiener
Gebietskrankenkasse Franz Bittner. ****

Konkrete Erfahrungen aus dem benachbarten Ausland haben gezeigt,
dass die Streichung der Sehbehelfe aus dem Leistungskatalog der
sozialen Krankenversicherung dazu führt, dass die Zahl der
Augenarztbesuche stark zurück geht. Die Folge davon sind zu spät
erkannte Krankheiten - darunter "Massenleiden" wie etwa Grüner Star
oder Diabetes - und eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
der Bevölkerung. Dazu Bittner: "Die Regierung handelt gelinde gesagt
kurzsichtig. Ihre Leistungskürzung ist ein gewaltiger
gesundheitspolitischer Rückschritt. Die Folgen: Mehr schwere
Augenkrankheiten, stark erhöhte Folgekosten und mehr individuelles
Leid der betroffenen Menschen."

Eine Analyse der WGKK hat ergeben, dass die Hauptbetroffenen
dieser Leistungskürzung weniger die Bezieher einer "normalen"
Einstärkenbrille mit geringer Dioptrienzahl sind, als viel mehr
Personen die eine

* Zweistärkenbrille benötigen ("Bifokalbrille" für Fern- und
   Nahsehen)oder
 * Kontaktlinsen benötigen oder
 * Gläser mit hoher Dioptrienzahl brauchen.

Die WGKK hat im Jahr 2003 11,8 Mio. Euro (inkl. Ust.) für Brillen
und Kontaktlinsen aufgewendet. Diese Summe ist rund 149.000
Versicherten zugute gekommen. Geht man davon aus, dass
Rezeptgebührenbefreite, Kinder und stark Sehbehinderte (z.B. Personen
mit mehr als 8 Dioptrien) von der Leistungskürzung ausgenommen
werden, blieben rund 89.000 WGKK-Versicherte Betroffene über, denen
Leistungen im Wert von rund 6,5 Mio. Euro (inkl. Ust.) von der
Regierung gestrichen werden. Pro betroffener Person sind das
durchschnittlich 73 Euro. "Gerade den Sehschwachen solcher Art in die
Geldbörse zu greifen ist einer Regierung nicht würdig und lässt
Schlimmes für die Zukunft befürchten" schloss Bittner.

OTS0134    2004-11-15/12:45

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