- 15.11.2004, 12:39:01
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Jubiläum 50 Jahre Wiener Staatsoper - ORF überträgt live
Live-Gala und zwei Dokus stehen am 5. November 2005 auf dem ORF-Programm
Wien (OTS) - "Österreich ist frei" - Nur wenige Wochen nach
Unterzeichnung des Staatsvertrags wurde die Ende des Zweiten
Weltkriegs zerstörte Wiener Staatsoper feierlich wiedereröffnet. Das
Haus am Ring begeht am 5. November 2005 dieses 50-Jahr-Jubiläum mit
einer Gala, die ORF 2 live überträgt. Zusätzlich steht die
zweiteilige Dokumentation "Meine Wiener Staatsoper" auf dem Programm.
Heute, am Montag, dem 15. November 2004, präsentierten
Staatsoperndirektor Ioan Holender, der geschäftsführende
Gesellschafter der Clasart Film- und Fernsehproduktions GmbH, Dr.
Herbert Kloiber, und ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner
erstmals das Konzertprogramm und die Eckdaten der TV-Übertragung.
"Das Konzert soll eine Erinnerung sein und das Geschichtsbewusstsein
erhöhen und zuspitzen", so Staatsoperndirektor Holender im Rahmen der
Präsentation. "Es soll erinnern an jenen März 1945, an dem die Oper
in Schutt und Asche lag, aber auch daran, dass ganz Österreich
geholfen hat, die Oper in Rekordzeit wieder aufzubauen."
ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner freut sich auf einen
wunderbaren Abend, denn "dieses Konzert ist etwas ganz Besonderes".
"Ich wünsche mir, mit der Live-Übertragung und den beiden
Dokumentationen jenes Gefühl wieder auferstehen zu lassen, das bei
der Wiedereröffnung in ganz Österreich zu spüren war", so Lindner
weiter.
Die musikalische Grundlage des Konzerts bilden die Opern "Fidelio",
"Don Giovanni", "Die Frau ohne Schatten", "Die Meistersinger von
Nürnberg", "Aida" und "Der Rosenkavalier" - also exakt jene
Meisterwerke, die 1955 in den ersten Tagen des einmonatigen
Opernfests anlässlich der Wiedereröffnung Premiere feierten.
Auftreten werden Künstler, die in einer langjährigen Verbindung zum
Haus am Ring stehen, darunter die Stardirigenten Seiji Ozawa, Zubin
Mehta, Franz Welser-Möst, Daniele Gatti und Christian Thielemann,
sowie die Opernstars Thomas Hampson, Edita Gruberova, Michael Schade,
Angelika Kirchschlager, Johan Botha, Kurt Rydl, Agnes Baltsa, Plácido
Domingo und Georg Tichy. In den beiden Pausen lässt Otto Schwarz in
seiner zweiteiligen ORF-Dokumentation "Meine Wiener Staatsoper"
Zeitzeugen wie Christa Ludwig, Elisabeth Schwarzkopf, Karl Löbl und
Christl Schönfeldt zu Wort kommen und zeigt beeindruckendes
Archivmaterial der zerstörten Oper und des Wiederaufbaus. Die
Live-Übertragung ist Teil des umfangreichen ORF-Programmschwerpunkts
zum "Gedankenjahr 2005".
Apropos Schwarzkopf und Löbl: Kritisch und launig, aber dennoch
liebevoll nehmen die ehemalige Operndiva und der ehemalige
ORF-Kulturchef am Mittwoch, dem 8. Dezember, um 9.50 Uhr in ORF 2
unter dem Titel "Große Vergangenheit - Elisabeth Schwarzkopf im
Gespräch mit Karl Löbl" den heutigen Opernbetrieb unter die Lupe.
"Meine Wiener Staatsoper" - Mehr zum Inhalt
Eines der großen österreichischen Nationalsymbole, die Wiener
Staatsoper, ist vor fünfzig Jahren aus den Trümmern des Zweiten
Weltkriegs neu erstanden. Der kulturelle Neubeginn, unmittelbar nach
dem Wiedergewinn der Freiheit durch den Staatsvertrag, war für die
Menschen jener Zeit richtungsweisend in eine neue, bessere Zukunft.
In "Meine Wiener Staatsoper" kommen jene Zeitzeugen zu Wort, die den
Neuanfang des Traditionshauses miterlebt haben: Künstler wie Waldemar
Kmentt, der bei der Wiedereröffnung 1955 im "Fidelio" den Jaquino
gesungen hat, die Sängerinnen Sena Jurinac, Elisabeth Schwarzkopf und
Christa Ludwig, ferner die damalige Assistentin von Karl Böhm und
Opernball-Lady Christl Schönfeldt, und auch die Brüder Ernst Wolfram
und Peter Marboe, die über die hochfliegenden Kulturpläne ihres
Vaters, des Bundestheaterchefs Ernst Marboe, in dieser Epoche
sprechen. Der Solotänzer Richard Adama, einer der Stars beim
Eröffnungsreigen 1955, erzählt ebenso aus seinem reichen
Erinnerungsschatz wie der Ballettsolist und Betriebsratsobmann Ewald
Vondrak, der mehr als ein halbes Jahrhundert lang an der Staatsoper
gewirkt hat. Der Kulturkritiker und spätere Leiter der ORF-Kultur,
Karl Löbl, der mit seinen Interviews und Kritiken selbst
österreichische Kulturgeschichte geschrieben hat, kommentiert diese
Ära des Neubeginns.
Beeindruckendes Archivmaterial von der zerbombten Oper und vom
Wiederaufbau gibt einen Begriff von der Dimension dieses nationalen
Kraftakts, der notwendig war, um die Staatsoper als Kulturgut ersten
Ranges zu bewahren. Der Film dokumentiert nicht nur den baulichen
Neubeginn der Staatsoper, sondern geht auch auf die großen
künstlerischen Neuerungen ein, die der Wechsel von Karl Böhm zu
Herbert von Karajan gebracht hat. Das unter Karajan etablierte
internationale Starprinzip zog einen Schlussstrich unter das alte
Ensembletheater und bildete die Basis für den künstlerischen
Höhenflug der Staatsoper in den folgenden Jahrzehnten.
OTS0131 2004-11-15/12:39
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