- 14.11.2004, 08:40:52
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Landau: Mehr Mut beim Thema Integration
Wiener Caritasdirektor fordert Regierungsbeauftragten für Integration
Wien (OTS) - Mehr Mut beim Thema Integration wünscht sich der
Wiener Caritasdirektor Michael Landau, und er fordert die Einsetzung
eines Regierungsbeauftragten für Integration.
"Im Blick auf ein zusammenwachsendes Europa und im Blick auf
Herausforderungen der Zukunft, ist Integration ein Thema, dem wir uns
noch viel entschiedener stellen müssen, als bisher", betont Landau.
"Wir können im Blick zurück stolz auf das sein, was unser Land an
Hilfe für Menschen geleistet hat", so der Caritasdirektor der
Erzdiözese Wien. Und erinnert an die Hilfe der Österreicherinnen und
Österreicher für die Flüchtlinge aus Ungarn, aus der damaligen
Tschechoslowakei, oder auch, vor wenigen Jahren, aus Bosnien und dem
Kosovo, die in Österreich Schutz, Versorgung und vielfach auch Heimat
gefunden haben. "Österreich hat hier eine gute Tradition", so Landau.
Zugleich aber sei klar: "Flucht und Migration sind ein Stück
Realität, und Migration ist auch eine Chance, das zeigt die
Geschichte unseres Landes und oft auch die eigene Familiengeschichte
der Menschen in Österreich." Dieses Potenzial der Menschen, die nach
Österreich kommen, gelte es zu nutzen. "Dazu aber ist mehr Mut beim
Thema Integration nötig, etwa die vollständige Harmonisierung von
Aufenthalt und Beschäftigung oder auch das Recht auf politische
Partizipation auf allen Ebenen", so Landau.
Regierungsbeauftragter für Integration
"Integration ist ein Querschnittthema, da geht es um Bildung,
Soziales, um Wirtschaft und Arbeit, auch - aber bei weitem nicht nur
- um Fragen der Sicherheit", warnt der Wiener Caritasdirektor vor
einer "politischen Engführung".
"Das Thema Integration sollte zur Chefsache erklärt werden", so
Landau. Die Bestellung eines Regierungsbeauftragten für Integration
oder auch die Einrichtung eines "Staatssekretariates für Migrations-
und Integrationsfragen beim Bundeskanzleramt" wäre in diesem Sinne
wichtig und hoch an der Zeit.
Landau plädiert dafür, den Blick zu weiten: "Das Zusammenwachsen
Europas ist eine Chance. Zugleich aber wächst auch unsere
Verantwortung, weil die Welt kleiner geworden ist. Da geht es auch um
eine Kultur des Teilens, eine Globalisierung des
Verantwortungsbewusstseins", so Landau. "Wir befinden uns auf einer
gemeinsamen Insel. Früher hieß sie Österreich, dann Europa, jetzt
umfasst sie die gesamte Welt", erinnert Landau an ein Wort von
Kardinal Franz König. Die Themen der Migration und Integration müssen
daher immer auch grenzüberschreitend, nicht zuletzt auf europäischer
Ebene angegangen werden.
Integrationsmaßnahmen für anerkannte Flüchtlinge verstärken
Besonders dringlich seien Integrationsmaßnahmen - vor allem der
Zugang zu leistbarem Wohnraum und Arbeit - für anerkannte
Flüchtlinge, die zum Teil nach wie vor in Flüchtlingseinrichtungen
untergebracht werden müssen, in denen die Plätze eigentlich dringend
gebraucht würden, um die Grundversorgungsvereinbarung zu erfüllen.
"Hier würde ich mir vordringlich Abhilfe wünschen, und da müssten
wohl Bund, Länder und Gemeinden an einem Strang ziehen". Das wäre
eine Hilfe für den Innenminister, so Landau, damit in diesem Winter
niemand unversorgt auf der Straße stehen muss. "Das wäre vor allem
aber auch eine Hilfe für die Menschen, die dann für sich selbst
sorgen und durch ihre Arbeit einen Beitrag zum Wohlstand und zu einem
guten Miteinander leisten könnten", so Caritasdirektor Landau
abschließend, damit sei allen gedient.
Rückfragehinweis: Peter Wesely, Pressesprecher Caritas der Erzdiözese
Wien, 01/87812/221, 0664/1838140, p.wesely@caritas-wien.at
OTS0004 2004-11-14/08:40
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