Landau: Mehr Mut beim Thema Integration

Wiener Caritasdirektor fordert Regierungsbeauftragten für Integration

Wien (OTS) - Mehr Mut beim Thema Integration wünscht sich der Wiener Caritasdirektor Michael Landau, und er fordert die Einsetzung eines Regierungsbeauftragten für Integration.

"Im Blick auf ein zusammenwachsendes Europa und im Blick auf Herausforderungen der Zukunft, ist Integration ein Thema, dem wir uns noch viel entschiedener stellen müssen, als bisher", betont Landau. "Wir können im Blick zurück stolz auf das sein, was unser Land an Hilfe für Menschen geleistet hat", so der Caritasdirektor der Erzdiözese Wien. Und erinnert an die Hilfe der Österreicherinnen und Österreicher für die Flüchtlinge aus Ungarn, aus der damaligen Tschechoslowakei, oder auch, vor wenigen Jahren, aus Bosnien und dem Kosovo, die in Österreich Schutz, Versorgung und vielfach auch Heimat gefunden haben. "Österreich hat hier eine gute Tradition", so Landau. Zugleich aber sei klar: "Flucht und Migration sind ein Stück Realität, und Migration ist auch eine Chance, das zeigt die Geschichte unseres Landes und oft auch die eigene Familiengeschichte der Menschen in Österreich." Dieses Potenzial der Menschen, die nach Österreich kommen, gelte es zu nutzen. "Dazu aber ist mehr Mut beim Thema Integration nötig, etwa die vollständige Harmonisierung von Aufenthalt und Beschäftigung oder auch das Recht auf politische Partizipation auf allen Ebenen", so Landau.

Regierungsbeauftragter für Integration

"Integration ist ein Querschnittthema, da geht es um Bildung, Soziales, um Wirtschaft und Arbeit, auch - aber bei weitem nicht nur - um Fragen der Sicherheit", warnt der Wiener Caritasdirektor vor einer "politischen Engführung".
"Das Thema Integration sollte zur Chefsache erklärt werden", so Landau. Die Bestellung eines Regierungsbeauftragten für Integration oder auch die Einrichtung eines "Staatssekretariates für Migrations-und Integrationsfragen beim Bundeskanzleramt" wäre in diesem Sinne wichtig und hoch an der Zeit.

Landau plädiert dafür, den Blick zu weiten: "Das Zusammenwachsen Europas ist eine Chance. Zugleich aber wächst auch unsere Verantwortung, weil die Welt kleiner geworden ist. Da geht es auch um eine Kultur des Teilens, eine Globalisierung des Verantwortungsbewusstseins", so Landau. "Wir befinden uns auf einer gemeinsamen Insel. Früher hieß sie Österreich, dann Europa, jetzt umfasst sie die gesamte Welt", erinnert Landau an ein Wort von Kardinal Franz König. Die Themen der Migration und Integration müssen daher immer auch grenzüberschreitend, nicht zuletzt auf europäischer Ebene angegangen werden.

Integrationsmaßnahmen für anerkannte Flüchtlinge verstärken

Besonders dringlich seien Integrationsmaßnahmen - vor allem der Zugang zu leistbarem Wohnraum und Arbeit - für anerkannte Flüchtlinge, die zum Teil nach wie vor in Flüchtlingseinrichtungen untergebracht werden müssen, in denen die Plätze eigentlich dringend gebraucht würden, um die Grundversorgungsvereinbarung zu erfüllen. "Hier würde ich mir vordringlich Abhilfe wünschen, und da müssten wohl Bund, Länder und Gemeinden an einem Strang ziehen". Das wäre eine Hilfe für den Innenminister, so Landau, damit in diesem Winter niemand unversorgt auf der Straße stehen muss. "Das wäre vor allem aber auch eine Hilfe für die Menschen, die dann für sich selbst sorgen und durch ihre Arbeit einen Beitrag zum Wohlstand und zu einem guten Miteinander leisten könnten", so Caritasdirektor Landau abschließend, damit sei allen gedient.

Rückfragehinweis: Peter Wesely, Pressesprecher Caritas der Erzdiözese Wien, 01/87812/221, 0664/1838140, p.wesely@caritas-wien.at

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