- 12.11.2004, 17:29:44
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Josef "Pepi" Strobl für Slowenien mit Rossignol
FIS-Vorstand erteilt Doppelstaatsbürger aus Tirol und Ljubljana Startberechtigung

Oberhofen/Innsbruck (OTS) - Josef "Pepi" Strobl, der 30jährige
Abfahrts- und Super-G-Rennläufer aus dem Lechtaler Ort Holzgau, ist
ab sofort für Slowenien startberechtigt, hat der Vorstand der FIS,
des Internationalen Skiverbandes, am Freitag bei seiner Sitzung in
Oberhofen (CH) beschlossen. Strobl hat dank eines Urgroßvaters aus
Dobrava (in der Nähe von Novo Mesto, südöstlich von Ljubljana) seit
dem 29. September die slowenische Staatsbürgerschaft und wird
komplett mit Rossignol-Material ausgerüstet, und zwar mit Skiern,
Skischuhen, Bindungen, Skistöcken, Brillen und Helmen.
"Ich habe alles gewechselt: Die Nation, das Material und die
Freundin - aber das mit der Freundin war Zufall", berichtet ein
sichtlich erleichterter Pepi Strobl, der zuletzt kaum mehr für die
Speed-Truppe des ÖSV nominiert worden war, nachdem er zuvor sechs
Weltcup-Rennen (drei Abfahrten, zwei Super-Gs, einen Riesenslalom)
für den ÖSV gewonnen hatte. Skigeschichte hat Pepi Strobl mit seinem
Abfahrts-Sieg in Val d’ Isère 1994 geschrieben, als er bei seinem
ersten Weltcup-Start (mit Startnummer 61) als erster Rennläufer der
Weltcup-Geschichte gleich an die Spitze des Klassements fuhr.
"Zehn Jahre nach diesem historischen Sieg möchte ich jetzt das
erreichen, was mir mit dem ÖSV nie gelungen ist: Eine Medaille bei
einem Großereignis - also zunächst einmal bei der Weltmeisterschaft
in Bormio ab 28. Jänner. Ich werde (im grünen Rennanzug des
slowenischen Skiverbandes/Smučarska Zveza Slovenije) alle
Abfahrten und Super-Gs fahren und, falls ich gut in Schuss bin, auch
Riesenslalom. Im Slalom ist mir aber zu viel Plastik", sagt Strobl,
der sich im slowenischen Team ausgesprochen wohl fühlt. "Im Team gibt
es mehr Gemeinsamkeiten als bei den Österreichern. Dort warst Du nach
dem Konditions- und Schneetraining meist allein - im slowenischen
Team unternehmen wir jedoch auch abseits des Trainings viel
gemeinsam".
"Mit Andrej Jerman (ebenfalls auf Rossignol), Gregor Sparovec
sowie drei jungen Läufern habe ich den Sommer über intensiv
trainiert, drei Wochen davon in Zermatt und den Rest im Pitztal,
wobei es in der Qualität des Trainings kaum Unterschiede zu den
Österreichern gibt". Slowenisch-Kenntnisse seien zwar nicht nötig,
weil im Team meist Deutsch gesprochen werde, aber er habe dennoch
bereits Einiges gelernt. "Ja, +Dober dan+ (Guten Tag) und +Hvála+
(Danke)" schmunzelte Rossignol-Teamkollegin und Neo-Landsfrau Tina
Maze bei der Rossignol-Teampräsentation in Sölden. "Es ist doch
mehr", konterte Pepi, "ich kann auch noch den Blödsinn, den man
zuallererst lernt - aber der ist nicht jugendfrei".
"Bis jetzt habe ich nur gute Reaktionen auf meinen
Komplett-Wechsel erfahren", sagt Josef Strobl, der seit heuer für den
Skiklub Kranjska Gora (ASK) antritt und in der slowenischen
Hauptstadt Ljubljana eine Wohnung sucht. Ab dem 27. November geht es
allerdings in Übersee gleich ordentlich zur Sache: In Lake Louise
(Can) und Beaver Creek (USA) stehen zwei Abfahrten und zwei Super Gs
auf dem Programm, in den USA auch noch ein Riesenslalom (und ein
Slalom, doch - siehe oben). Die slowenische Mannschaft fliegt am 17.
November nach Nordamerika und trainiert bis dahin noch im Pitztal.
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OTS0257 2004-11-12/17:29
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