Kostenzuschuss bei Heilmitteln in Gefahr - ein schwerer Schlag gegen die Gesundheitsvorsorge

Wien (OTS) - Die österreichische Bundesregierung plant die Erteilung des Kostenzuschusses der Krankenkassen bei Heilmitteln -etwa bei Brillen - bis auf einen kleinen Patientenkreis (etwa Kinder, sozial Schutzbedürftige) per Gesetz zu streichen. Die österreichischen Augenärzte betrachten einen solchen Schritt als schweren Schlag gegen die Gesundheitsvorsorge und warnen eindringlich davor. Derzeit bekommt der Patient nur dann einen Kostenzuschuss zu seiner Brille, wenn diese im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung verordnet worden ist. Eine großangelegte Studie mit mehr als 2000 Patienten hat schon vor Jahren gezeigt, dass bei einer beträchtlichen Zahl von Menschen, die den Augenarzt bloß zur "Brillenbestimmung" aufgesucht haben, krankhafte Augenveränderungen (wie z.B. Grüner Star, Grauer Star, Gefäßschäden, Netzhauterkrankungen), bei 4% sogar schwere, das Augenlicht bedrohende Krankheiten entdeckt werden konnten. Die geplante Änderung dieser sinnvollen Einrichtung, um die wir von anderen Ländern beneidet werden, würde bedeuten, dass jeder Mensch einfach ohne vorherige Augenuntersuchung eine Brille kaufen könnte. Augenerkrankungen, die bei rechtzeitiger Entdeckung behandelt werden könnten, blieben so verborgen und würden mitunter schwere Schäden zur Folge haben. Wir Augenärzte protestieren im Namen unserer Patienten gegen diesen Schlag gegen die Gesundheitsvorsorge und appellieren an die verantwortlichen Politiker diesen schwerwiegenden Schritt nicht zuzulassen.

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